mentecaptum am 01.06.2008 um 15:02 Uhr
Speziell meine Schwiegermutter, hatte früher(als ich meine Frau kennenlernte waren die 14) meinen Schwägerinnen gegenüber immer einen recht heftigen Ton am Leib und war erziehungspsychologisch eher eine Niete. sprich: es wurde immer alles mit verbaler und auch manchmal physischer Gewalt durchgedrückt. Gegenüber ihren Enkeln versucht sie jetzt scheinbar wieder alles "gut zu machen" was früher schief leif, nur unterwandert sie damit die Erziehungsmaßnahmen der jeweiligen Eltern indem sie sich als "gute Omi" darstellt und alles erlaubt, was sonst obsolet ist und ihr auch erklärt wurde warum. z.B. keine Süßigkeiten wg. Allergien... Wenn man sie darauf anspricht erntet man nur Unverständnis.

Das ist ja ein Phänomen, das nur allzu häufig auftritt... und wahrscheinlich damit zu erklären, dass einige Menschen -"tief in sich drinnen"- durchaus ein Gespür für ihre Fehler oder Versäumnisse der Vergangenheit haben. Im Grunde beschreibst du es schon selbst: Etwas "wieder gut" machen zu wollen scheint etwas zutiefst Menschliches zu sein. Und manchmal fällt dies einigen offenbar leichter übers Tun denn über Gespräche oder etwaige "Schuld-Eingeständnisse". Vielleicht auch eine Generationenfrage in manchem Fall; einige haben das Reden über etwas nie so richtig gelernt... Ich glaube, es ist ganz gut, wenn man bei diesen Menschen so die goldene Mitte findet; einerseits ein bisschen Milde walten lässt (wenn man auch um die Dinge weiß), andererseits aber schon deutlich macht, dass man die eigene Erziehung (eigene Maßstäbe und Richtlinien) nicht unterwandert sehen möchte. `Ne Gratwanderung wieder mal...;-)

Es könnte daran liegen, dass Deine Schwiegermutter ihre Enkel nicht mehr erziehen muss, "dafür seid Ihr ja da". So muss sie keine Regeln mehr aufstellen sondern kann sich ganz einfach darum kümmern, den Kindern (aus ihrer Sicht) etwas Gutes zu tun und so auch deren Zuneigung gewinnen.
"Wenn man sie drauf anspricht, erntet man nur Unverständnis", hhm, das ist natürlich schlecht. Denn das permanente Unterlaufen Eurer Erziehungsregeln halte ich für falsch. Habt Ihr sie jeweils situationsbedingt angesprochen?
Vielleicht solltet Ihr sie mal zu einem außerordentlichen Extra-Gespräch bei einem Glas Wein, abends in aller Ruhe, einladen. Und dort klar machen, wie ernst es Euch damit ist. Vielleicht haben sie das einfach noch nicht erkannt und tun deshalb Eure Einwände so lapidar ab?
mentecaptum am 1. Juni 2008 15:24 Ich habe gar nichts dagegen, wenn ab und zu "gute Omi" gespielt wird. Nur wenn man ihr erklärt, warum und welche Auswirkungen z.B. Süßigkeiten haben können bei allergiegefährdeten Kleinkindern und sie es trotzdem macht FRÜHER hat das auch keinem geschadet.... Nunja mittlerweile sind meine beiden 9 und 13, aber meine erwähnten Schwägerinnen haben das gleiche Problem mit ihren Kindern 2 und 4 1/2.....
Ringelkatze am 1. Juni 2008 15:28 Neee, natürlich ist es auch für mich ok, wenn meine Mutter bei meiner kleinen Tochter die Zügel etwas lockerer lässt als ich das tue. Oder auch mal ein Bonbon mehr gibt. Es muss eben alles im Rahmen bleiben.
Aber gerade bei Themen wie Allergie o.ä. DARF es nicht sein, dass die Großeltern sich über die Regeln der Eltern hinwegsetzen. Kann ich mir gar nicht vorstellen, wieso sie das nicht einsehen? Hhmm.... Wie gesagt, auch Deine Schwägerinnen sollten (vielleicht sogar alle gemeinsam? Ich meine, ohne Kinder) ein "wirkliches" Gespräch mit deren Eltern führen. Vielleicht sogar auf neutralem Boden, z. B. abends essen gehen.

Die Wahrheit?
Ich möchte mich bei meinem kleinen Enkel beliebt machen. Ich sehe ihn so selten, für konsequente Erziehungsversuche reicht das sowieso nicht.
Außerdem habe ich inzwischen gemerkt, dass das Leben so kurz ist und sehe alles etwas lockerer. Es kommt darauf an, die Kinder zu lieben und Freude mit ihnen zu haben. Außerdem weiß ich jetzt, dass die meisten dieser Erziehungsmaßnahmen sowieso nicht viel nützen. Was zählt, ist das (gute!) Beispiel.
mentecaptum am 1. Juni 2008 15:32 Das ist ne ehrliche Antwort !

Es lastet kein Druck mehr auf ihnen, "alles richtig machen zu müssen" in der Erziehung. Sie können sozusagen "den Rahm abschöpfen", und die gute Seite herauskehren. Ein bißchen schlechtes Gewissen wegen ihrer eigenen rigorosen Methoden mag mitschwingen, ist wohl aber nicht dominant.
Nun fühlen sie sich erneut unter Druck, wenn man ihnen Grenzen stzen will, und reagieren mit derselben Verdrängung wie früher...
Es hilft wohl nur, daß man ganz klare Grenzen setzt, und seinerseits die Großeltern ein bißchen "erzieht". Das Mittel der Wahl könnte sein, den Kontakt ein wenig einzuschränken, bis sie durch klärende Gespräche begriffen haben, worum es wirklich geht: um das Wohl der Kinder, und nicht um das Vergnügen der Großeltern.

Weil Großeltern die Kinder nur kurz haben und warum sollen sich Großeltern heiß machen? Ich bin auch Opa und "Erwachsnen" waren nicht in der Lage die Kinder zu Erziehen, also, wurde ich vor´s Loch geschoben, als Kinderschreck, z.B.; aber Ruhe sonst kommt der Opa und Schimpft. Ich habe es Verboten, ich will nicht das die Enkel sagen: Da wollen wir nicht hin, da ist der mecker Opa. Ich glaube, die meisten Großeltern sind nachgiebiger, aber dass sehe ich nicht als Problem. Man soll als Eltern den Kindern gegenüber ruhig betonen, ja, hier drücke ich beide Augen zu aber zu Hause weht ein anderer Wind. Bei mir hat es funktioniert und Kinder lernen schnell. Teil 2 kommt

ich hoffe wir haben hier ein paar großeltern
ran an die antworten
Hallo tom1971,
es wäre schön, wenn Deine Beiträge in Zukunft nicht nur einen bloßen Kommentar darstellen sondern dem Fragesteller bei seinem Problem auch weiterhelfen. Deine Antwort ist sicherlich nett gemeint, bringt den Fragesteller aber nicht weiter. Wenn Du keinen Rat weißt, kannst Du die Frage ja aussparen. Vielen Dank für Dein Verständnis und viele Grüße, Ted vom gutefrage.net-Support
Weil Sie die Erfahrung haben und wissen was Sie falsch gemacht haben.
mentecaptum am 1. Juni 2008 15:29 Das glaube ich in diesem Fall nicht, da sie auch auf freundliche Erklärungen in ruhiger Atmosphäre nicht entsprechend reagiert.Sie setzt ihren Kopf trotzdem durch. Wir haben unsere Kinder deshalb im Kleinkindalter der anderen Oma zur Betreuung gegeben, da wir wußten, das unsere wünsche erfüllt wurden, da sei mit ihrer Mutter, sprich meiner Oma ähnliche Probleme hatte und nie so werden wollte. Soviel zum Thema "Lernen aus Erfahrung"

Wie Du ja schon selber gemerkt hast wird hier oft versucht etwas wieder gut zu machen. Leider mit genau gegenteiligem Erfolg. Ich würde aber auch niemals hingehen und sagen meine Kinder bekommen von Dir nichts Süßes weil...! Ich würde Alternativen aufzeigen und sie auch begründen wie das ja schon richtig gemacht wurde.

Als Großeltern ist man nicht mehr für die Erziehung verantwortlich, da hat man das recht auch mal wünsche zu erfüllen die die Eltern nicht erfüllen und man ist natürlich viel für den Spaß verantwortlich! Ist mit meinen kleinen und den Oma´s und Opa´s genauso! Spaß mit denen und Erzíehung wir!!!
mentecaptum am 1. Juni 2008 15:31 Alles hat seine Grenzen !

Mal ein Erklärungsversuch vor dem Hintergrund meiner kriminologischen Studien:
Alterskriminalität ähnelt strukturell der Jugenkriminalität. Das liegt daran, daß Kontrollmechanismen, die im Laufe des Erwachsenwerdens aufgebaut wurden, nachlassen. (Um es vereinfacht auszudrücken.)
Vielleicht fühlen sich Großeltern dadurch ihren Enkeln einfach verbundener.
S.g.WolfRichter, bei Ihnen scheint auch ein Kontrollmechanismus nachgelassen zu haben, wenn Sie in diesem Zusammenhang von Alterskriminalität sprechen. Nichts für ungut eule65

Meine sind überhaupt nicht nachsichtig.
Sie finden die Erziehungsmethoden meiner Eltern (sogenannte Alt-68er) unmöglich und vor allem unzulänglich und wollen deshalb bei mir noch was gutmachen.
Ich frage sie immer um Rat, wenn es um Regeln des Miteinanders oder um Formfragen geht, und da bin ich inzwischen Experte. Die sind völlig kompromisslos.
In den wesentlichen Dingen des Lebens sind sie allerdings inzwischen generell sehr nachsichtig.
Meine Mutter sagte mal: meine Kinder mußte ich erziehen, meine Enkelkinder nicht.
mentecaptum am 2. Juni 2008 18:15 Was nicht ausschließt, dass man die Erziehungsmaßnehmen der Eltern zu akzeptieren hat.
Grundsätzlich: Großeltern haben auf Grund Ihrer Erlebnisse und Erfahrung berechtigterweise einen ganz anderen Standpunkt und eine andere Sehensweise als junge Eltern und auch als sie selber früher, als sie selbst noch Eltern waren. Diese Lebenserfahrung sollten sie an die Enkelkinder weiter geben dürfen - nicht nur ihretwegen sondern auch der Kinder wegen. Vielmehr zum Thema Großeltern findet Ihr auf folgender Seite: www.grosselternportal.de LG eule65
mentecaptum am 2. Juni 2008 18:13 Sicher, aber auch Großeltern haben die Wünsche der jungen Eltern zu akzeptieren wenn es um Grundsätzliches geht und sich nicht über alles hinwegzusetzen was ihnen unwichtig erscheint !
die Großeltern haben nicht mehr die Verantwortung. Oder vielleicht wollen sie sich bei den Enkeln auch einschmeicheln? Süßigkeiten erlauben, obwohl die Kids dagegen allergisch sind, ist jedenfalls daneben. Die Eltern sind die hauptverantwortlichen und können festlegen, dass so etwas nicht geht. Das sollten auch Großeltern akzeptieren, wenn diese ihre Enkel sehen wollen

Moin! Bei meinen Eltern kann ich derartiges Verhalten nicht feststellen- besonders meine Mutter benimmt sich meinen Töchtern gegenüber nur geringfügig anders als ich das in Erinnerung habe; symptomatisch ist die Tatsache, daß sie oftmals die Namen verwechselt und statt den meiner Tochter zunächst meinen ausspricht- mag sein, daß sie nicht mehr DIE Verantwortung hat, aber sie möchte dennoch ihre Erziehungsvorstellung durchdrücken- komisch, daß zumindest meine größere Tochter gar nicht soo versessen auf die Oma ist....
So sehe ich es auch. DH