Frage von Slawa96691, 139

Wieso sind die meisten Kirchen so langweilig und bieten keine Angebote an?

Hallo liebes Forum,

meine Freundin besucht regelmäßig eine evangelische Kirche. Ich war dabei und es war total langweilig. Die Lieder waren so langweilig und es waren laute alte Leute da. Der Prediger hat einige Sätze nur vorgelesen, ich habe Bahnhof verstanden, er betete, ich hörte aber überhaupt nichts und er drehte sich zu uns mit dem Hintern um.

Ich dagegen besuche eine moderne Kirche, dort gibt es viele Angebote für Jugendliche, es ist eine evangelische Kirche. ich habe dort mehrere Musikinstrumente spielen gelernt und das alles umsonst!!!! Hunderte Jugendliche und Verstantlungen mit Musik und Gottesdienste zum abheben.

https://www.youtube.com/watch?v=7rOUk6oghXY

Aber die Freundin sagt, meine Kirche ist eine Sekte :(, weil sie den Artikel im Internet darüber gefunden hat. Doch ich bin dort aufgwachsen, es gab nie Probleme oder Drohungen, alles ist auf freiwilliger Basis, wer kann der investiert zeit und geld in die kirche, wer nicht kann, kann eben nicht.

doch warum liegen so große welten zwischen so einer kirche und der anderen kirche? Wieso? Meine Freundin will es nicht so recht glauben, dass es keine sekte ist.

in der bibel steht ja extra, dass gottesdienste feierlich gestaltet werden sollen und nicht so traurig und mit monotoner und langweiliger musik.

jeden Sonntag gehe ich gerne hin, wir tanzen oft, haben dort cafe, essen kuchen, getränke, eis eine rießige bar und eine halle für über 1.000 Menschen.

Es werden neue menschen eingeladen, es wird den leuten von gott erzählt, so wie es halt in der bibel steht, wieso wird dies aber nicht in so einer staatlichen kirche gepredigt?

Am ostern war ich in der staatlichen kirche und uns wurde nicht erklärt, was das für ein fest ist, sondern nur paar sätze vorgelesen.

Bei uns wird genau erkärt, was ostern ist, was osterhase bedeutet und das ganze.

Was sagt ihr dazu? Warum gibt es einen unterschied? Wieso gilt das gleich als sekte, wenn es nicht staatlich ist? Wir lesen die gleiche bibel und tun das, was dort steht.

Würde mich freuen auf eure antworten.

Danke

Slawa

Antwort
von Katsa1, 31

Hallo,
es ist schön gläubige Jugendliche zu treffen, wenn es hier auch nur virtuell ist.
Zu deiner Frage:
Normalerweise gibt es in den "staatlichen" Kirchen in jedem Gottesdienst Bibeltexte, die vorgelesen und anschließend in der Predigt ausgelegt werden. Wie diese Auslegung geschieht kann sehr unterschiedlich sein und muss auch immer auf die Gottesdienstbesucher zugeschnitten sein. Wenn z.B. ein Familiengottesdienst gefeiert wird, werden die Bibeltexte sehr kindgerecht erläutert, oft spielt eine Band/singt ein Kinderchor. Die Lieder sind dann in etwa so, wie man sie aus der Grundschule kennt... kindgerecht eben, sodass in Familien mit kleinen Kindern jeder etwas davon hat.
Dann gibt es die sogenannten Jugendgottesdienste. Dort versucht man, die Bibeltexte auf Themen zu beziehen, wie sie im Alltag der Jugendlichen vorkommen. Oft spielen wir auch ein Theaterstück zum Thema, es ist jedes Mal eine Band dabei und der Jugendchor unterstützt die Gläubigen beim Singen. Die Lieder sind oft modern und fetzig... der Gottesdienst an sich lockerer.
Dann gibt es Andachten, das sind spirituelle Gebete mit viel eingängigen Liedern und Melodien... z.B. wie die Gebete in Taizé...

Gerade ältere Gläubige mögen aber größtenteils die alt hergebrachten Gottesdienste. Aber in den meisten Gemeinden gibt es auch sehr viele Angebote für Jugendliche. Das ist aber immer auch davon abhängig, wie viele Jugendliche sich in der Gemeinde einbringen wollen, z.B. Jugendbibelkreis, Angebote für junge Eltern, Gespräche mit jungen Erwachsenen, Gespräche, Bibelrunden, Vorträge, Diskussionen für alle Altersklassen und Angebote für ältere Menschen (z.B. Altenwerk, Frauengemeinschaft, ...)
Früher war ich in einer Jugendgruppe. Wir haben uns 1x in der Woche getroffen und über Bibeltexte geredet, gesungen, gebetet, ...
1x im Monat findet hier ein Jugendgottesdienst statt und ebenfalls 1x im Monat ein Familiengottesdienst. Die restlichen Gottesdienste sind vermutlich so ähnlich, wie der den du besucht hast...wobei die Predigt immer mal besser oder schlechter sein kann, je nachdem wer predigt. Auf jeden Fall empfinde ich es so, dass ich bei manchen Predigten einfach mehr mitnehmen kann, als bei anderen ... wobei eine Predigt, die mich eher nicht so anspricht meiner Oma z.B. sehr viel bringt.
Unser Pfarrer versucht an Hochfesten wie Ostern/Weihnachten/Pfingsten/ ... wo übrigens die entsprechenden Stellen der Bibel vorgelesen werden, diese Feste immer wieder aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Was die Feste und die einzelnen Symbole bedeuten lernt man normalerweise im Rahmen des Religionsunterrichts. Dieser wird in manchen Bundesländern in den Schulen erteilt in anderen geht man nach der Schule hin. Würden die Pfarrer jedes Jahr das Gleiche predigen, würde es für die Gläubigen auch schnell lw werden. Da kommt es aber auch immer darauf an, wer denn predigt... und welche Vorlieben man hat was die Predigt betrifft.
Ich schätze es sehr an den Gottesdiensten, dass es eher ruhig zugeht und man Zeit hat um "runterzukommen" und sich für Gottes Wort zu öffnen.
Wichtig finde ich, dass man Gott aus dem Herzen lobt ... wie dieses Loben aussieht ist denke ich nicht so wichtig. Manche mögen vllt laute fetzige Lieder, andere lieber eingängige ruhige Melodien. Darüber kann und will ich nicht urteilen, das kann nur Gott selbst.
Es war etwas taktlos von deiner Freundin, deine Kirche als Sekte zu bezeichnen. Dazu musst du auf jeden Fall wissen, dass auch eine kleine Religionsgemeinschaft, die nur wenige Mitglieder im Vgl. zu den Großkirchen hat, als Sekte bezeichnet wird. Wird es aber als negatives Wort verwendet kann es schon enttäuschend für dich sein. Du solltest aber auf jeden Fall akzeptieren, wenn deine Freundin nicht mit dir in deine Gemeinde möchte, sondern lieber in ihrer Gemeinde bleibt, wo sie sich wohlfühlt. Vielleicht hat deine Freundin einfach schon negative Erfahrungen mit Freikirchen gemacht. Ich schildere dir jetzt ein paar meiner Erfahrungen:
Einige nehmen die Bibel einfach wörtlich ohne zu fragen was möchte uns diese Stelle sagen. Sie tragen keine Kleidung aus Mischgewebe (z.B. Stretch-Jeans) und würden niemals ihren Acker mit Ochs und Pferd zusammen pflügen. Sie essen nur koschere Speisen... kein Schwein, keine Milch- und Fleischgerichte zusammen, kein Paella, ... weil diese Speisen biblisch verboten sind. Außerdem müssen die Frauen im Gottesdienst Kopftücher tragen und dürfen nichts reden, weil in der Bibel steht, dass Frauen in den Gemeinden die Klappe halten sollen und zu Hause ihren Männern gehorchen müssen. Sie sagen anderen, dass sie in die Hölle kommen, wenn sie Harry Potter gelesen haben und halten strikt den Sabbat. Das bedeutet Sie bereiten die Speisen freitags vor Sonnenuntergang zu und ab Sonnenuntergang ist Sabbat bis Samstagabend Sonnenuntergang. Am Sabbat muss man sich den ganzen Tag mit der Bibel beschäftigen. Auto fahren, auch wenn es nicht notwendig wäre, ist aber erlaubt, weil es die Bibel nicht verboten wird...

Antwort
von rotesand, 38

Hallo!

Ich bin katholisch, kein großer Kirchgänger.. aber ich empfinde die GOttesdienste nicht als langweilig oder angerostet, weil ich es eben nur so kenne.. dafür halte ich evangelische Gottesdienste für befremdlich dank ihrem "Festivalcharakter" bei dem ich mir vorkomme wie in einer Konzerthalle --------> mit Kirche und Lobpreis hat das wenig zu tun, wenn man dauernd klatscht, stampft & eine Band spielt. Ich halte das tlw. für - sorry - "clownhaft". 

Was ich damit sagen will: Das ist total subjektiv!

Antwort
von SkR1997, 38

Nur weil euer Lobpreis anders ist als der von der evangelischen Kirche, seid ihr noch lange keine Sekte. Die Lieder im Gottesdienst, sowie die starre Ordung müssen für Freikirchler ziemlich langweilig erscheinen. Umgekehrt erscheint jemandem, der nur den Gottesdienst der evangelischen Kirche kennt, euer Lobpreis fremd. Aber im Bereich Lobpreis können wir durchaus von euch lernen.

Aber Lobpreis ist ja nicht alles. Wichtig ist auch der Inhalt der Predigt, die Gemeinschaft hinterher, ...

Typisch für Sekten ist u.a. eine Vereinnahmung der Mitglieder (das scheint mir bei dir nicht unbedingt gegeben, aber ich kenne dich auch nicht näher).

Red mit deiner Freundin. An eine andere Art von Liedern/Lobpreis kann man sich gewöhnen (oder akzeptieren, dass der andere eine andere Art schätzt). Wichtig ist doch nur, dass mir mit unserem ganzen Herzen IHN anbeten.

Kommentar von Slawa96691 ,

Wie gesagt, bei uns in der gemeinschaft läuft alles freiwillig, wer will und kann, der darf das geld spenden, aber geld ist bei uns nicht alles. die meisten spenden ihre zeit und bringen das dann in die gemeinschaft ein. Wenn jemand die kirche ganz verlassen will, darf dies tun, bevor er das tut, versucht ein leiter noch ein persönliches gespräch zu führen, hilft dies nicht, darf er gerne gehen, jeder darf kommen und gehen und zwang zu bleiben gibt es nicht.

Kommentar von Azrael25 ,

Das Wort Lobpreis finde ich sehr lustig.

Kommentar von SkR1997 ,

Warum? Wie sagst du?

Antwort
von Bodesurry, 20

So fröhlich und ausgelassen wie es bei deiner Kirche zu und her geht, da kann es sich nur um eine Sekte handeln.

Nein, im Ernst. Evangelisch ist vom Grundgedanken her karg und nüchtern. Es geht darum, dass die Verkündigung der Worte aus der Bibel im Mittelpunkt steht und der Gottesdienstbesucher nicht durch "Unnötiges" abgelenkt wird .Das würde natürlich erfordern, dass die Predigt ein "Knaller" ist. 

Leider, Du hast es leider selbst festgestellt, ist nicht jeder Pfarrer/Pastor ein feuriger und fesselnder Redner. Wenn dann auch noch nur Lieder vor 1900 gesungen werden, dann bleiben die Leute unter 60 in Massen weg. 

Wenn ich den youtube-Beitrag sehe, dann scheint mir deine Kirche keine Sekte zu sein. Wenn dann wäre es eher eine Freikirche. Wenn der Pastor auch noch eine zeitgemäße Predigt hält, dann wäre das meine evangelische Wunschkirche. 

Antwort
von anonymos987654, 57

Jede Gemeinde ist anders. Da muss jeder für sich selber suchen, was ihn anspricht.

Die einen mögen Freikirchen, wo viel Gemeinschaft erlebbar ist und jeder etwas beitragen kann. Die anderen mögen eine feierliche tridentinische Messe, wo es sehr geordnet und distanziert zugeht.

Die einen hören sich gern eine anspruchsvolle Predigt an, die anderen wollen lieber action mit Tanz und Anspielen.

Die einen suchen religiöse Offenheit, die anderen suchen feste Vorgaben, an denen sie sich orientieren können.

Alte Leute lieben das, was sie ihr ganzes Leben lang schon gewohnt waren, junge Leute brauchen zunächstmal was spannendes Neues.

Da ist es gut, dass die Gemeinden so vielfältig sind und sich jeder umschauen kann, wo er reinpasst und wo es für ihn stimmt.

Antwort
von josef050153, 26

Viele Kirchen machen halt Negativpropaganda für ihre Religion.

Du solltest mal in meine Gemeinde kommen, da geht es richtig rund. Deshalb brauche ich auch keine Disco, der Sonntagsgottesdienst reicht vollkommen.

Antwort
von kgsbus, 58

Das eine gehört eher in die Kategorie "freikirchlich", die andere ist eher "normal evangelisch" (Landeskirche).

Laut Zeitungsberichten ist das "WERA Medienzentrum", die Kirche dieser Gemeinde schon etwas anders. Ob es eine Sekte ist, weiß ich damit noch nicht.

Aber "sonderbar" geht es dort schon zu.

Aber gerade "evangelisch" hat eine große Bandbreite, selbst in den Landeskirchen.

Die einzelnen Freikirchen sind noch unterschiedlicher: Wenn man es positiv sieht, kümmert man sich umeinander; wenn man es negativ sieht, wird starke Kontrolle ausgeübt - und viele sind sehr "fundamentalistisch" in der Bibelsicht.

Meine Meinung: Ich mag es lieber langweilig als einengend. Aber das muss jeder selber wissen - solange das Grundgesetz anerkannt wird und die Bibel nicht über den Gesetzen des Staates steht.

Antwort
von nowka20, 13

du hast eben mehr selbstbewußtsein als deine freundin

Antwort
von Almalexian, 78

In welcher Kirchengemeinschaft bist du?

Kommentar von Slawa96691 ,

evangelische kirchengemeinde glaubensgeneration duisburg

Kommentar von Almalexian ,

Klingt jetzt nicht nach ner Sekte. Aber auf deine eigentliche Frage bezogen: Tradition, mangelndes Marketing und eine gemeinschaft die eh größtenteils aus alten Leuten besteht.

Antwort
von Miezimaus, 31

Viele junge Leute sollten in den Volkskirchen viele Ideen einbringen und damit viel verändern. Die Frage ist, warum tun die jungen Leute das nicht. Denn dann würde sich auch in den Landeskirchen etwas verändern.

Antwort
von KaeteK, 22

Hunderte Jugendliche und Verstantlungen mit Musik und Gottesdienste zum abheben.

Mir scheint, euer "Gottesdienst" dient nicht Gott, sondern eurem "Fleisch", so euphorisch, wie du darüber schreibst, hat man den Eindruck, dass nur dann, der "Gottesdienst" gut ist, wenn man sich aufführt wie in einer Disko.

in der bibel steht ja extra, dass gottesdienste feierlich gestaltet
werden sollen und nicht so traurig und mit monotoner und langweiliger
musik.

Wo steht das?

Es sieht eher nach einem Tollhaus aus..als nach einem "Gottesdienst", wo der Herr von sich sagt, dass Er dort in der Mitte ist.

Glaubt ihr wirklich, dass die Leute sich hier auf Gott konzentrieren? Ihn damit ehren? :-(((

http://www.bibelkreis.ch/charism/musik.htm

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