Frage von istmiregal3, 40

Wieso sind AMD CPUs so schlecht(beim Gaming) Die Zahl ist größer als die bei Intel und der Takt ist auch höher?

Antwort
von Parhalia, 12

Ich sage es Dir mal der Übersicht halber mal in Stichpunkten darlegen :

 - im Vergleich zu Intel ist AMD nur eine SEHR kleine CPU-Schmiede. Wo Intel früher ( heute auch nicht mehr ) jedes Jahr einen Architekturshrink und eine neue Architektur rausbringen konnte, zudem auch weitere Nebenentwicklungen mal "unbesehen verschwinden liess", da braucht AMD als "Underdog" mindestens die doppelte bis 3-fache Zeit. ( viel weniger Entwicklerpersonal und Budget )

 - Dieses "Manko" wurde im Bereich der Desktop-PC's schon deutlich beim Sprung vom Athlon 64 x2 auf den Phenom ( II ). Diese CPUs sollten eigentlich gegen Intels "Core 2" - Technologie antreten, aber Intel hatte deutlich mehr Kapazitäten und kam aus AMD's Sicht DEUTLICH zu früh mit der "Core i" - Technologie heraus. AMD wollte zu dieser Zeit schon seine Anstrengungen im Desktop-Markt wegen anderer Märkte deutlich zurückfahren : günstige Server- / und Workstation - Prozessoren.

 - das war auch das Ergebnis mit den AMD - FX, welche modulbasiert schon länger als Ablöse für die "Opteron-Prozessoren" ( Server / WS ) in Entwicklung waren. Mit nur etwa 5-10 % mehr Transistoren konnte man hier statt 6 Cores / 6 Threads mit jeweils eigenständigen FPU und INT - Pipelines ( ähnlich wie der Phenom II x 6 ) auf 4 "Module" mit je einer gemeinsamen FPU-Einheit aber je 2 INT-Einheiten deutlich mehr Leistung für Server & Workstations zu einem sehr günstigen Preis und relativ betrachtet auch noch effizienter auf den Markt bringen.

 - Diese Spezialisierung auf hohe Integerleistung bei vielen Threads war ursprünglich garnicht für Desktop-PCs vorgesehen, da die spielewichtige Fliesskomma-Leistung nicht sonderlich gegenüber dem Vorgänger verbessert wurde. ( brauchte man auf den ursprünglich angedachten Betätigungsfeldern auch nicht )

 - Auf dem Server - / und Workstationmarkt begannen die Absätze ( insbesondere bei günstigen 2-Sockel - Systemen im Einsteigerbereich ) aber für beide Anbieter spürbar einzubrechen und gewisse Kundenwünsche im Desktop-Segment waren für einen Phenom II - Nachfolger doch gegeben. Zudem waren die Chips ja schon massenweise produziert, wurden aber nicht wie erhofft abgesetzt. So änderte man ein wenig am "Package" ( die kleine Kontaktplatine, auf welcher der CPU-Chip sitzt ), verstärkte den bestehenden Sockel AM3 ( Desktop ) zu AM3+ und änderte ein wenig an der CPU-internen Firmware zum "Bulldozer - FX"

 - Das Ende vom Lied zum Release des "Bulldozer FX" und anschliessend des leicht überarbeiteten "Piledriver FX" für den Desktop war neben einer ursprünglich nicht für diese Zwecke ausgelegten Architektur noch ein Entwicklungsrückstand von etwa 1,5 - 2 Jahre auf Intel ( Desktop ) bereits ~ 2012 / 2013.

 - Mit "ZEN" ( so diese lange laufende Entwicklung in etwa zeitgerecht released wird / überhaupt erscheint ) will AMD ca. Ende 2016 / Anfang 2017 mit einer um etwa 40% höheren IPC ( Instructions per Clock und Core ) als die aktuell höchste ( auf Desktops angepasste ) Bulldozer-Ausbaustufe "Excavator" in den Desktop-Bereich zurückkehren. Nebst zudem deutlich erhöhter Effizienz soll auch das "Modulkonzept / CMT " dem bereits von Intel bekannten "SMT" folgen. Stark optimierte Fliesskomma-Leistung bei ( wie bei Intel schon bekannt ) vollwertigen Kernen mit INT/FPU je Pipeline und der Fähigkeit, in Rechenpausen parallel pro Kern an einem anderen Thread zu rechnen. 

AMD braucht(e)wegen deutlich geringerer Ressourcen für solche Markt- / und nutzungsgekoppelten Produkte im Desktop-Bereich halt mindestens 1,5 - 2,5 mal so lange wie der eindeutige Marktführer Intel. Intel selber ist mit bestehenden Technologien der Fertigung und des Layouts seiner Prozessoren aber inzwischen auch an einem Punkt angelangt, wo sich nicht mehr im halbjährlichen Wechsel ein Architekturshrink und dann eine ( spürbar ) erhöhte Effizienz einrichten lässt. ( Intel-Intern als "Tic-Toc" Modell bekannt ). 

Auch Intel erhöht hier inzwischen seine Release-Zyklen auf m.W. 1,5-2 Jahre.

... ( sonst könnte diese Antwort noch zum Roman werden )...😉

Expertenantwort
von DerLappen, Community-Experte für PC, 16

Weil fast alle aktuellen Spiele mehr von einer stärkeren Singlecoreperformance profitieren als von einer stärkeren Gesamtleistung eines Prozessors. Durch AMDs veraltete und unpeformante Architektur haben dessen Prozessorkerne keine besonders gute Leistung.

Ausührlicher gesagt: Spiele können die Hardware aktuell nur mithilfe einer Softwareschnittstelle ansprechen. Unter Windows wird z.B. aktuell meist die DirectX11 Schnittstelle verwendet. Diese hat allerdings viele Einschränkungen. So z.B. kann nur ein Prozessorken mit der Grafikkarte kommnunizieren. Ein Spiel profitiert nur dann von mehr Kernen, wenn die Entwickler dieses Spiels es schaffen, alle restlichen prozessorlastigen Aufgaben auf möglichst viele Kerne zu verteilen. Dies ist meist aber nicht der Fall.

AMD hat z.B. den Fehler gemacht, in ihrer aktuellen Architektur 2 Kerne zu einem Modul zusammenzuschalten, wobei sich 2 Kerne 1 Zwichenspeicher teilen müssen. Das führt zu Leistungseinbußen, da sich beide Kerne irgendwie absprechen müssen. Zudem ist die Architektur aktueller AMD fx Prozessoren einfach nur ziemlich veraltet.

Die nächste Softwareschnittstelle Directx12 welche nur für Windows 10 erscheint, ermöglicht eine deutlich bessere Ausnutzung der Hardware.
Diese bringt z.B. volgende interessante Vorteile:

  • Spiele können nativ alle Prozessorkerne optimal ansprechen.
  • Der Aufwand für den Prozessor ein Bild für die GRafikkarte vorzubereiten sinkt leicht.
  • Die integrierte GRaikeinheit des Prozessors kann Spiele zusätzlich befeuern und etwas mehr Leistung bringen.
  • Mehrere Grafikkarten können viel besser miteinander kommunizieren. Zudem benötig es keiner SLI/Crossfire Bridge mehr und mehrere GRafikkarten gleichzeitig anzusprechen. Man kann sogar AMD Karten und Nvidia Karten zusammen benutzen. AUßerdem wird der Vram mehrerer Grafikkarten addiert und nicht einfach geklont (2x4Gb Vram würde dann 8 ergeben und nicht wie aktuell noch 2x4=4 usw)
  • ....
Antwort
von wwwnutzer111, 17

AMD ist nicht grundsätzlich schlecht fürs Gaming gerade die FX Prozessoren mit 8 Kernen(Ja 4 Module ihr Klugscheißer) reichen derzeit noch für jedes Aktuelle Game und wenn nicht Dreht man Einfach an der Taktschraube. Das war es dann aber auch schon mit den Positiven Sachen. Erstmal die Singelcore Leistung einfach einfach nur Miserable(^^) und die Tatsache das sich die Module einfach alles Teilen müssen macht es auch nicht besser. Gottseidank bessert AMD bei der kommenden ZEN Generation nach. Deshalb ist gerade bei Videoschnitt und Rendering die Leistung weit unter der des entsprechenden Intel Kollegen. Deshalb reines Gaming ja für den Rest, nun ja es geht aber nicht schnell😂

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