Frage von DerChacker, 75

Wieso sind alle Großmächten zum Untergang verurteilt?

Ägypten

Antike, Altertum Griechenland

Rom (Föderation & Kaiserreich)

GB

  1. Reich

UdSSR

USA

Das Reich Alexander des Großen

Kirchenzeitalter (Vatikan)

Also allgemein Supermächte, Weltreiche

Antwort
von DerOnkelJ, 16

Die Hauptursache ist die Menge an Menschen und die räumliche Ausdehnung. Dazu kommt der Freiheitswille der Menschen.

In einem großen Reich hat man es mit vielen unterschiedlichen "Völkern" zu tun mit unterschiedlichsten Gesetzen und Bräuchen. Und es gibt schon im Kleinen immer wieder Rivalitäten, weil der Konkurenzgedanke sehr groß ist.
Das fängt ja schon innerhalb einer Familie an. Und unter Nachbarn.

In meiner Region gibt es momentan Zoff weil zwei kleine Verbandsgemeinden aufgelöst werden sollen und zu größeren Gemeinden beitreten sollen. Jetzt wollen die einen zu Gemeinde X, die anderen zu Y, die dritten ganz wo anders hin, und einige wollen die Auflösung gar nicht weil X und Y sowieso Idioten sind. Das ist ein Hickhack sondergleichen...

Dann geht das auf Ebende der Bundesländer weiter. Die wollen so viel AUtonomie wir möglich, sprich ihre eigenen Gesetze. Und so gibt es ein Bundesgesetz, das für ganz Deutschland einheitlich ist, aber es gibt auch länder- und sogar gemeinde- und ortsspezifische Gesetze und Verordnungen.

Jetzt kommt die EU, da wird es noch schwieriger. Weil z.B. die türkische Kultur völlig anders ist als die norwegische oder spanische Kultur. Und das unter einen Hut zu bringen erweist sich immer mehr als ein Ding der Unmöglichkeit.  Die Briten sind ja schon raus.

Das alte römische Reich scheiterte auch genau da dran. Man kann die Kulur eines Ostfriesen nicht mit der eines Süditalieners vereinbaren.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte & Politik, 6

Da wir nicht in die Zukunft schauen können, kann man heute nicht mit Sicherheit vorhersagen, dass "alle Großmächte zum Untergang verurteilt" seien.

"Untergang" ist ohnenhin eine Kategorie, die mit Blick auf die historische Entwicklung mit großer Vorsicht zu gebrauchen ist! Denn die meisten sog. "Untergänge" waren Wandlungen ohne drastische Brüche, allmähliche Entwicklungen, deren Ergebnisse etwas Neues schufen. Um das an einem naheliegenden Beispiel zu verdeutlichen: die Bundesrepublik der 1950er Jahre ist nicht mehr dieselbe wie die heutige Bundesrepublik, aber die Bundesrepublik ist deswegen nicht "untergegangen", sondern hat sich nur gewandelt.

Ein paar Beispiele:

  • Ägypten: gibt es Ägypten denn nicht mehr? Doch, und es existiert im antiken Umfange.
  • Griechenland: die hellenistischen Großreiche sind im römischen Reich aufgegangen, haben ihre Kultur in unterschiedlicher Intensität im ganzen Reich verbreitet und wandelten sich allmählich zu einem oströmischen Reich, das 1453 n. Chr. von den Osmanen übernommen und bis ins 20. Jahrhundert fortgesetzt wurde.
  • Rom: das römische Reich wandelte sich von einem antik-heidnischen zu einem christlich-mittelalterlichen Reich, dessen Kaisertum im Osten bis 1453 n. Chr. dauerte und im Westen 800 n. Chr. erneuert und bis 1806 n. Chr. fortgesetzt wurde.
  • GB: gibt es immer noch, nicht nur als Vereinigung verschiedener Königreiche, sondern in anderer Form auch noch als informelles Weltreich über seinen Commonwealth.
  • UdSSR: zwar existiert die Bezeichnung nicht mehr, der Kommunismus hat einem anderen Regierungssystem Platz gemacht, aber in Grundzügen ist Russland immer noch die größte Macht in Europa und militärisch-politisch eine Weltmacht.
  • USA: ist neben China und Russland die größte militärisch-politische Großmacht der Welt.
  • Vatikan: die katholische Kirche und das Papsttum haben eine kontinuierliche Existenz und Wirksamkeit seit der Antike; durch die Entdeckung Amerikas weiteten sich Kirche und Papsttum weit über Europa hinaus zur geistigen Weltmacht - ein Status, der heute immer noch besteht.

Die These sollte also abgewandelt werden: Auch alle Großmächte sind zum Wandel verurteilt!

MfG

Arnold

Antwort
von x9flipper9, 17

Jedes Reich hatte seine eigenen Gründe, ich kenne nur eines von vielen Problemen der Römer:

Die Römer haben sich auf den unterschiedlichsten Staaten ausgebreitet, die Bewohner unterdrückt oder gar versklavt und somit den Hass der Bürger auf sich geschürt und galten von Anfang an als Invasoren. Ist ja an sich kein Problem, jedoch hatte die Großmacht irgendwann nicht genug Kapazitäten um sich gegen Aufstände usw. zu verteidigen, je größer sie wurden umso schwächer wurde ihre Präsenz auf den einzelnen Territorien.

Ich denke je größer eine Großmacht wird, umso mehr steigt ihre Verantwortung und umso mehr steigt der entgegengebrachte Hass und die Bedrohung, die die Großmacht ausstrahlt. 

Neben der Außenpolitik ist auch die Innenpolitik wichtig. Das römische Reich war gerade zum Ende hin von Intrigen geprägt, was stark zum Untergang beitrug. 

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 27

Allgemein weil ihre Entstehungsgründe sich aufbrauchen und sie mit grundlegenden Veränderungen konfrontiert nicht länger Schritt halten können.

Der Abgesang auf die USA kommt insofern etwas zu früh. Die halten sich noch eine lange Weile.

Antwort
von Gilgaesch, 50

Das hatte immer andere Gründe, dass kann man pauschal nicht sagen. Im Prinzip kann man nur sagen, dass alles Enden muss, egal wie groß und mächtig es ist.

Antwort
von Suboptimierer, 20

Woran kannst du erkennen, dass die USA dem Untergang geweiht ist? Wir können nur feststellen, dass es große und kleine Mächte im Laufe der Geschichte gab und dass alle, bis auf die heute existierenden dem Untergang geweiht waren.

Lässt sich daraus eindeutig folgern, dass künftig jede Macht dem Untergang geweiht sein wird?

Kommentar von DerChacker ,

Ja lässt es sich. Die USA bekommen mit China einen immer stärker werdenden Gegner, der im Gegensatz zu ihnen schuldenfrei ist. Zudem kommt dass der Rest der Welt von den selbernannten 'we don't need anyones permission' Leuten die Schnauze voll hat

Kommentar von Suboptimierer ,

Wenn du das so siehst, dann hast du bereits die Antwort auf deine Frage. Große Haie fressen die kleinen und kleine Haie fordern gemeinsam ihre Daseinsberechtigung.

Antwort
von Phylosopher, 8

Jedes große reich ist irgendwann dem Untergang geweiht.
Jedes deiner aufgelisteten reiche hatte unterschiedliche Gründe für seinen Sturz.
Großmächte werden meist von Tyrannen beherrscht, welche ihre eigenen Leute opfern, um an die Macht zu kommen. Vielleicht gab es immer Menschen, die erkannt haben, dass es so nicht funktioniert und nie funktionieren wird.

Vielleicht beschützt uns das "Universum" aber vor solchem Großmächten, da sie niemals gut sind.

Ich hoffe, du verstehst meine Gedanken und kannst sie nachvollziehen.

Antwort
von archibaldesel, 31

Weil es immer irgendwelche Mächte gab, die das haben wollten, was die von dir genannten Großmächte hatten. Oft ist Politik eine Art Straßenraub. Die Römer haben  die Griechen und Ägypter besiegt und abgelöst, die Germanen die Römer usw. 

Antwort
von Mojoi, 39

Jedes Staatengebilde unabhängig seiner Größe ist der Gefahr des Unterganges oder auch nur des stetigen Wandels ausgesetzt.

Polen, Irland, Georgien, Kurdistan, Armenien, Sachsen...

Alle wurden sie mal unterworfen und die jeweilige Staatsform beendet und neue gegründet.

Es gibt kaum ein Staatsgebilde, dass heute im wesentlichen unverändert seit 1.000 Jahren existiert. Beim Königreich England (jetzt Bestandteil des Vereinten Königreiches) müsste ich mal nachgoogeln. Da würde ich sehr großzügig die Invasion durch Wilhelm den Eroberer als Geburtsjahr ansetzen.

Ansonsten?

Antwort
von quantthomas, 17

Auch die "Kleinen" gehen mit der Zeit unter, nicht nur die Großmächte!

Veränderungen sind normal und wenn wir uns nicht anstrengen, werden auch wir mal von einem Staat "geschluckt" werden. 

 

Antwort
von voayager, 6

Langsam, das gilt bis jetzt nicht für alle Großmächte, China hält sich nun als Zentralstaat seit mehr als 2000 Jahre.

Ansonsten gilt: nichts ist beständiger als der Wechsel.

Antwort
von Hardy3, 18

Nichts bleibt, wie es ist., auch keine Machtkonstellationen. Selbst bei uns ist das Leben deutlich anders als vor 30 Jahren.

Antwort
von flutterfly, 25

alles hat ein ende nur die wurst hat 2 :D 

also größtenteils weil ihnen die macht zu kopf gestiegen ist.. oder weil sich leute eben verschworen haben ^^ 

wie auch schon gesagt.. nichts ist für immer

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