Frage von internetrambo, 54

Wieso sind ältere Menschen nicht so offen für Neues?

Sei es neue Technik, eine neue Lebensweise und und und. Meist sind ältere Menschen dagenen oder skeptisch. Warum ist das so? Hat man Angst, die Komfortzone verlassen zu mussen oder etwas im Leben andern zu mussen? Mit "alt" meine ich jetzt die, die sich schon an alles gewöhnt haben und alles nur noch Routine ist. Das kann ein 30 Jähriger sein, oder auch ein 60 Jähriger.

Antwort
von rolfmengert, 8

Wenn man älter wird, steigt zwangsweise auch der Schatz an Erfahrungen. Bei vielen sog. Neuerungen kann man bei sorgfältiger Prüfung feststellen, dass das sog. Neue in leicht modifizierter Form schon ein- oder gar mehrmals versucht hat, sich zu etablieren. Hier denke ich z.B. an Strategien der Pädagogik. Auch in Bezug die Wertewelt kommen immer wieder Sichtweisen ins öffentliche Bewusstsein, die als neu gelten und dabei schon früher aktuell gewesen sind. Wenn dann ältere Menschen einwenden, dass sie da wenig aufgeschlossen sind, weil sie das alles schon kennen, haben jüngere Leute schnell das Gefühl, dass "die Alten" einfach nicht mehr flexibel genug sind, oder zu bequem oder auch zu stolz sich neue Sichtweisen anzueignen.

Bei technischen Neuerungen liegt das Ganze etwas anders. Hier herrscht tatsächlich bei Älteren eine Haltung vor, dass man froh ist die Systeme leidlich zu beherrschen und eine Umstellung auf das Neue so viel Lebenszeit in Anspruch nehmen würde, dass man lieber die vertrauten Strukturen oder Prozesse beibehält. Das liegt tatsächlich an der bei älteren Menschen typischen Sorge, dass man nicht unbegrenzt Lebenszeit verfügbar hat, ein Motiv, das bei Jüngeren nahezu unbekannt ist. Hier denke ich z.B. an Computerprogramme, wo man oftmals froh ist, dass man die für die eigene Arbeit wichtigen leidlich verinnerlicht hat und nun nicht wieder von vorne beginnen möchte.

Es gibt aber auch ganz archaische Motive, die sich in der Stammesgeschichte des Menschen etabliert haben. Hier ist es die angeborene Skepsis gegenüber Neuerungen, die beim Urmenschen ein starker Antrieb war. Es war extrem wichtig sich auf die bewährten Überlebensstrategien zu verlassen, weil sie ein gewisser Garant waren, dass man nicht von unbekannten Aspekten einer Neuerung ins Scheitern gebracht wurde. 

Die älteren Menschen pflegten eben diese "konservative Grundhaltung" weit stärker als die jüngeren, für die ja die Offenheit grundsätzlich positiv war, weil sie erst wenige Strategien kannten und demzufolge auf große Lernbereitschaft angewiesen waren. Hierzu muss man sich vor Augen halten, dass in unserer Zeit die Möglichkeit des existentiellen Scheiterns weit weniger vorhanden ist. Eine neue Nahrung oder ein neues Hobby bieten doch kaum mal ein wirkliches Risiko, weil sie bereits vielfältig geprüft wurden, bevor sie "auf den Markt" kommen. Wer sich heute einem Fallschirm anvertraut, kann recht sicher sein, dass er gut landen wird. Bei Otto Lilienthal bestand da ein eindeutig höheres Risiko.

Antwort
von Herb3472, 13

Das ist doch völlig klar, oder? Der Mensch ist erstens ein Gewohnheitstier, und zweitens macht es durchaus oft Sinn, Altbewährtes beizubehalten und nicht ständig auf der Suche nach Neuem zu sein. Oft ist ja auch das Alte besser als das Neue. Das Wort "nachhaltig" hat es z.B. früher gar nicht gegeben, weil kein so kurzlebiger Schrott produziert wurde wie heute und sowieso klar war, dass die Dinge qualitativ hochwertig sein mussten und "ewig" halten sollten.

Antwort
von loema, 5

Technisch immer auf den neusten Stand zu sein, kann man auch hinterfragen.
Ab einer gewissen Reife ist man nicht darauf angewiesen Moden, Trends, Mainstreamverhalten nachzueifern. Und wenn kein Technikinteresse vorhanden ist, steckt kein persönlicher Sinn dahinter und keine Motivation.
Wenn man einen stabilen Freundeskreis hat und die Kommunikation funktioniert, dann muss man nix upgreaten. Dann passt es.
Und die Zeit, um sich damit zu beschäftigen will man für die Dinge benutzen, die mal lieber macht, die einen  mehr interessieren.

Antwort
von leylay94, 25

ich würde mal sagen, weil das leben einen ganz schön prägt und viele irgendwann kein bock auf veränderungen mehr haben. der mensch ist immer noch ein gewohnheitstier. wenn man jung ist ist man noch neugierig, bisschen naiv, sieht halt die welt mit anderen augen, als jemand, der schon viel erlebt und gesehen hat.

Kommentar von internetrambo ,

Gute Antwort. Danke

Kommentar von cappuccino1809 ,

Genau so ist es.

Man hat schon so oft Neuem gegenüber gestanden, da ist Neues nun wirklich nichts neues mehr. :-)

Antwort
von Thiamigo, 10

Erfahrung, ein 50 - 60 J. alter Mensch sieht nicht nur die Vorteile sondern auch die Nachteile.

Antwort
von acoincidence, 8

Du machst dir zu viele Gedanken. Oder zu wenig. Was glaubst du halten die besagten "alten"von dir ? 

die junge Generation hat auch beschränktes wissen und ihr seit teilweise auch naiv. 

Es gibt soviele Dinge von den du kein Plan hast. 

Wenn unsere Kanzlerin sagt das Internet sei "Neuland"dann lacht ihr und im nächsten Moment fällt Euer Smartphone ins Klo. Und schon seit ihr wieder bei Mama oder frag-Mutti.de

Ihr seit sprunghaft und unzuverlässig aber die "alten" sind bald auf euch angewiesen. 

Was bleibt den alten anderes übrig als ebenfalls naiv zu sein und zu hoffen das ihr euch nicht auf der nächst besten Party wegkloppt. 

Antwort
von PhantasieVollSB, 23

Das hat wenig mit Alter, mehr mit beschränktem Denken zu tun.

Kommentar von internetrambo ,

Ich denke schon, dass es mit dem Alter zu tun hat, oder warum können sich junge Menschen besser an neueren Dingen anpassen oder sind offen fur neue Ideen?

Kommentar von Silmoo ,

Die jungen Menschen wollen selber erleben, nach der Weisheit : Aus Schaden wird man klug.

Kommentar von Silmoo ,

Ich denke mal, aus bestimmten schlechten Erfahrungen misstrauisch.

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