Jeder kennt die Situation im Wartezimmer, ein neuer Patient betritt den Raum und setzt sich natürlich so hin, dass er neben niemand anderem sitzt. Warum stellen die Ärzte die Stühle nicht einfach einen Meter auseinander?
Weil in vielen Wartezimmern eh schon Platzmangel ist außerdem wenn genügend Plätze frei sind, setzt ich mich doch nicht neben jemanden der evtl. eine ansteckende Krankheit hat :-(, weiß ich denn warum er/sie zum Arzt geht :-)))

Das ist nicht nur beim Arzt so sondern generell überall, wo noch genügend Platz vorhanden ist. Es liegt an dem natürlichen Bedürfnis des Menschen nach dem sogenannten Sicherheitsabstand, den man Fremden gegenüber einhält. Je vertrauter einem ein Anderer ist um so geringer wird dieser Abstand. Müssen wir uns notwendigerweise mit Fremden in einem Raum versammeln bietet die Distanz neben der Sicherheit des persönlichen Freiraums (der in Urzeiten die Möglichkeit gab einem Angriff noch auszuweichen)auch die Gelegenheit, die anderen unauffälliger zu überprüfen - auch dies ein Relikt aus Urzeiten. Beim Arzt kommt dann wie schon gesagt noch die ungewisse Angst vor der Krankheit der anderen dazu.
ArianeHD am 2. Mai 2007 13:36 Korrekte Antwort:-)
Für mich hat das etwas mit der persönlichen Distanzzone zu tun. Ganz ähnlich mit der Frage von vorhin
http://www.gutefrage.net/frage/welchen-koerperlichen-abstand-zu-anderen-menschen...
So lange es vermeidbar ist sollte man bei fremden Menschen nicht in ihre Distanzzone eindringen. Ich möchte es ja auch nicht ertragen müssen.

Im Wartezimmer sehen irgendwie immer alle unheimlich griesgrämig aus und es herrscht sakrales Schweigen. Wer sich unterhält tut das im Flüsterton. Da würde es sehr aufdringlich wirken, wenn ich mich unnötigerweise direkt neben jemanden setzen würde. Ich lasse mir immer einen Termin geben, bei meinem Arzt funktioniert das sehr gut.
Ich hasse Wartezimmer...

Meine Meinung zu diesem Thema ist: Der Deutsche ist ein Mensch, der einen gewissen Abstand braucht. Er ist zurückhaltent, baut einen Schutzschirm um sich auf und wartet ertmals ab, was auf ihn zukommt. Was bei unserer heutigen Jugend nicht mehr der fall ist. Gott sei dank.
das hat nichts mit deutschen zu tun oder jung oder alt! Es gab weltweit Tests dazu, wo und wie sich Leute in Wartezimmern hinsetzen. Das hat etwas mit den Urinstinkten zu tun. Zuerst wählen sich die Leute eine Platz in einer Ecke gegenüber der Eingangstür, danach werden dann die anderen Ecken und Mittelplätze belegt. Erst wenn alles vol ist werden auch die Zwischenräume besetzt. Am unbeliebtesten ist der Platz neben der Tür, bei der Mann nicht sehen kann wer zu Tür hereinkommt. Das ist so etwas wie Fluchtverhalten
Das ist auch im Bus und auf der Parkbank so: Man möchte nicht aufdringlich wirken.

.. außerdem könnte der Nebenmann ja auch ein wenig ansteckend sein ..

Habe mir von Männern sagen lassen, dass sie auf öffentlichen Klos auch ungern nebeneinander urinieren. Da lässt man gerne mal ein Urinal dazwischen frei. In freier Natur wird beim Stehpinkeln automatisch ein lockerer Abstand gehalten - der ist bei kleinen Jungs oft noch relativ gering, die Erwachsenen halten lieber bisserl mehr Abstand.