Sollte nicht jedes Unternehmen und auch die Anteilseigner ein Interesse daran haben, dass möglichst viel Dividende ausgeschüttet wird?

markusros hat Recht.
Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, aus einem Teil des Gewinns Rückstellungen zu bilden, etwa weil besondere geschäftliche Risiken drohen, auf die die Geschäftsleitung vorbereitet sein will.
Rückstellungen sparen bei entsprechender Begründung auch noch Steuern.

Über die Gewinnverwendung entscheidet das Unternehmen je nach Geschäftslage - im Falle der AG also der Vorstand.
Das kann bedeuten, dass der Gewinn reinvestiert wird, wenn man glaubt, damit in Zukunft noch höherer Gewinne erzeilen zu können.
Andere Optionen sind die Gewinne auszuschütten oder damit z.B. Altschulden zu tilgen (siehe Dt. Telekom). Speziell IT Firmen verwenden gerne fast den ganzen Gewinn für weitere Investitionen und zahlen kaum Dividenden. Solange die Investitionen aufgehen, muss das kein Nachteil für den Aktionär sein.
Ob der Vorstand dabei immer die für die Aktionäre richtige Entscheidung fällt, weiß man natürlich nie. Auch nicht, ob der Vorstand immer im reinen Interesse der Aktionäre handelt. Das gehört wie jede Entscheidung des Vorstandes zum normalen Anlegerrisiko.
Oft wird bei der Gewinnverwendung eine Mischform gewählt. Also einen Teil ausschütten, einen anderen Teil wieder investieren.
Viele Grüße markusros