Meine Mutter hat für mich immer Rezepte gesammelt und mir gebündelt geschenkt. Obwohl ich mich sklavisch an ihre Rezepte halte, schmeckt es niemals wie bei ihr. Das ist doch eigentlich unmöglich. Woran kann das liegen?

Ich weiß nicht woran es liegt, aber ich kenne das auch. Vielleicht, weil ein Essen eben nicht nur Nahrung ist, sondern auch das "Drumherum" mit einschließt. Bei Mama ist doch irgendwie alles anders. Ich glaube, daß unser Gehirn da einfach signalisiert: "Achtung, Essen von Mama = Wohlfühlfaktor".
Muttern hält sich vielleicht - so wie meine - nicht sklavisch an die Rezepte, sondern macht sie "pi mal Auge" (kann ich den grichischen Buchstaben hier irgendwie formatieren?)? Der Wohlfühlfaktor ist aber bestimmt auch dabei.
Völlig einverstanden mit allen bisherigen Beiträgen. Ein Zusatzargument: Wenn jemand für mich kocht und ich dabei auf der faulen Haut liegen darf, höchstens mal ein Stück Gemüse schnipple oder Ähnliches, dann freue ich mich aufs Essen und kann es entspannt genießen, vorausgesetzt, es ist nicht völlig missraten. Diese Wirkung haben auch Ehegatten-, Freundes- und Bekanntenmahlzeiten. Wenn ich selbst koche, bin ich vielleicht im Stress, abgekämpft und verschwitzt, das beeinträchtigt das Vergnügen erheblich.
ich kenne das phänomen auch, und das bei einfachen rezepten wie z.b. pfannekuchen, schmeckt bei omi und mama und mir anders. alle sind lecker (meine natürlich am wenigsten ;) ), und alle schmecken sie anders. vielleicht liegt es daran, das omi ein anderes mehl kauft und die teureren eier (obwohl auch ich bio-eier kaufe) und ein anderes öl benutzt etc. ich denke aber auch das omi's und mama's immer viel "mit liebe" kochen. nicht das wir das nicht auch taeten, aber da steckt einfach ne ganz andere energie im essen. und der kommentar von Schuggi5599 ueber "achtung, essen von mama=wohlfuehlfaktor" find ich auch sehr gut. ich glaub das ist auf jeden fall auch ein sehr gutes argument.

ich glaube das es gleiche phänomen ist wie wenn mann in urlaub ein guter wein trinkt, der einem supper schmeckt, und wen mann dann paar fläschchen mit genommen hat zum da heim trinken stellt man fest, ,,so was besonderes ist es auch nicht''. also wenn einem etwas schmeckt an ort und stelle geniesen.