Frage von euthymia, 81

Wieso schenkte die Sowjetunion Ostdeutschland nach Polen?

Versteh nicht so ganz, warum die Sowjetunion die für sich beanspruchten Ostzonen Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg den Polen übergab und das als Ausgleich für Gebiete, die die Sowjets zuvor in Polen annektiert haben. Kann mir das irgendjemand erklären?

Antwort
von dreamworker, 68

Hat mit der Potsdamer Konferenz zu tun :) schau da mal im Internet

Antwort
von JBEZorg, 77

1.Die Sowjetunion hat von Polen garnichts annektiert. 

2.Der nationalistische Staat Polen ist 1939 untergegangen. Dieser Staat hat auch die Ostgebite, die Du meinst erstmal selbst annektiert von Sowjetrussland, Ukraine und Litauen in den Angriffskriegen von 1919-1921.

3.Anstelle diese Staates wurde ein neues Polen geründet faktisch 1945. Ein sozialistisches Polen. Die Grenzziehung hat man einfach unter den Siegermächten so ausgehandelt. So hat man die vom Pilsudski-Polen annektierten Gebiete an die SU gegeben und dem neunen Polen dafür die ostpreussischen Gebiete des ehem. Deutschen Reichs. 

4.Nach einem so grossen Krieg werden immer die Grenzen hinterher neu gezogen. es gab auch eine Menge mehr andere Veränderungen. Der Fall Polens ist nichts aussergeöhnliches.

Antwort
von schmidtmechau, 52

Hallo euthymia,

Der erste Weltkrieg endete im Osten - anders als im Westen - mit einem Sieg der Mittelmächte (Deutschland und Österreich-Ungarn). Im Frieden von Brest-Litowsk musste Russland große Gebiete abgeben, die eigentlich zu Russland gehörten, und nun Polen zugeschlagen wurden, während gleichzeitig Deutschland sich den Westteil Polens aneignete. Diese Verschiebung wurde am Ende des zweiten Weltkrieges wieder rückgängig gemacht.

Seltsamerweise unterstellt JBEZorg Polen diese Gebietsverschiebungen. Das stimmt aber nicht. Über Polen wurde in den Friedensverhandlungen am Ende der beiden Kriege von den Großmächten entschieden.

Gruß Friedemann

Antwort
von Dahika, 81

Ja eben, weil es ein Ausgleich war.

Antwort
von regetra1952, 31

Was schmidtmechau über die Aneignung des Westteils Polens durch Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg schreibt, widerspricht den Tatsachen. Nach dem Ersten Weltkrieg legten die Ententemächte die Ostgrenze Polens auf der so genannten Curzon-Line, nach dem "spiritus rector", dem gleichnamigen britischen Außenminister benannt, fest, die in etwa der Grenzlinie entsprach, wie sie 1945 von den Alliierten festgelegt wurde und bis heute gilt. Erst in dem Krieg Polens gegen das junge Sowjetrussland 1920/21 verleibte sich das klerikal faschistische Pisulski-Regime Teile Westweißrusslands und der Westukraine ein, die sich Stalin nach der Flucht der polnischen Regierung am 17. September 1939 in Folge des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen vom 1. September 1939 wieder zurückholte. Dass diese Gebiete knapp 200 Jahre vorher einmal zur unter anderen auch von sächsischen Kurfürsten angeführten polnischen Adelsrepublik gehörten, steht dabei auf einem anderen geschichtlichen Blatt. Mit der Gebietsverschiebung Polens nach Westen nach 1945 erfüllte sich wenigstens teilweise ein Expansionsgelüst des Pisulski Regimes in der Zwischenkriegszeit von einem Großpolen mit einer bis an die Elbe vorgeschobenen Westgrenze. Der gesamte deutsche Osten war entlang der südlichen Ostseeküste und in Teilen Schlesiens seit knapp 1000 Jahren deutsch kolonisiert und seit mindestens siebenhundert Jahren unter deutschsprachiger Herrschaft. Daran ändert auch eine zeitweilige Besiedlung von großen Teilen des Gebiets zwischen Ostseeküste und Mittelgebirgen zwischen dem späten 10. Jahrhundert und der Mitte des 12. Jahrhunderts durch slawische (nicht polnische) Stämme nichts. Sicherlich gab es nach großen Kriegen auch immer schon Grenzverschiebungen und ganze Völkerschaften gerieten unter andere Herrschaften. Die Völker blieben aber zumindest in Mitteleuropa meistens vor Ort sesshaft. Das änderte sich erst mit den Massenvertreibungen des ausgehenden 19. und während des 20. Jahrhunderts.

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