Frage von iApple4U2, 83

Wieso schadet der Brexit der britischen Wirtschaft?

Wieso wird der britische Pfund schwächer und wieso schadet das sogar dem Euro? Ich sehe das als eine politische Sache, wieso wollen dann alle ihre Obligationen und so los werden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 36

Wieso wird der britische Pfund schwächer

Im Wesentlichen, weil man dem britischen Staat derzeit nicht wirklich zutraut, die wirtschaftlichen und sozialen Probleme lösen zu können. (Ein paar Gründe findest du unten.)

und wieso schadet das sogar dem Euro?

Das ist darauf zurückzuführen, dass sich ein paar Spekulanten (Banken, etc.) verzockt und auf den "Bremain" gesetzt haben. (Es wird behauptet, dass der Brexit bisher etwa 5 Billionen Dollar verbrannt haben soll. Da kannst du dir das Spekulationsvolumen besser vorstellen.)

Außerdem sind das normale Kurswert-Schwankungen, die jetzt eine Nivellierung suchen. Das wird noch eine Weile heftiger schwanken, bevor es sich wieder beruhigt. (Wo es sich am Ende einpegelt, hängt maßgeblich auch vom Verhalten Großbritanniens und der EU-Leitfiguren ab. Und in der EU ist man auf Krawall gebürstet; während Großbritannien derzeit überfordert und planlos wirkt. Das sind für Zocker gute Zeiten, weil es zwar hohe Risiken, damit aber auch hohe Profite verspricht.) 

Ich sehe das als eine politische Sache, wieso wollen dann alle ihre Obligationen und so los werden?

Ganz einfach: Unsicherheit.

Im Moment weiß niemand, wie es weitergehen wird. Zwischen "Großbritannien rauscht innerhalb der nächsten 10 Jahre in den Konkurs" und "Großbritannien kann sich innerhalb von 10 Jahren erholen und gestärkt aus dem 'Brexit' hervorgehen" ist alles drin.

In diesem Kontext kann sich viel bewegen: Unternehmen schließen die Tore in Großbritannien und ziehen in die EU. Schottland und Nordirland lösen sich von Großbritannien und ziehen ebenfalls in die EU. Der Finanzplatz London wird geschwächt, weil Banken in die EU umziehen. Die finanzielle Situation des Staates hat sich nicht verbessert. Die Rating-Agenturen werten das Land ab, was Kreditaufnahmen verteuert. Wirtschaftsinvestitionen sind nicht mehr gesichert. Tatsächlich weiß man noch nicht einmal genau, wer demnächst die britische Regierung anführt. Die nächsten Wahlen stehen wegen der Massen-Petition (mittlerweile mehr als 3 Mio Unterschriften) mit riesigen Fragezeichen da. ... (eine endlose Liste)

Kurz: Das Risiko hat sich gewaltig erhöht. Und deshalb stoßen weniger risikofreudige Zocker jetzt ab.

Antwort
von 123Florian321, 45

GB hat bisher finanzielle Unterstützung und Absicherung durch die EU erhalten. Außerdem wird der Handel sich garantiert erschweren, wie sehr können wir wohl noch nicht sagen, das werden die folgenden Verhandlungen zeigen müssen.

LG

Antwort
von soissesPDF, 23

Weil sich der Irrglaube hartnäckig hält, dass Wirtschaft angeblich etwas mit Vernunft zu tun hätte.
Einmal mehr haben sich Banken und Spekulanten verzockt.

Was soll denn in der Wirtschaft von Freitag auf Sonntag passieren, außer nichts?

Antwort
von MarliesMarina12, 33

Der Handel mit Europa also der EU wird jetzt wieder erschwert wegen dem Zoll usw weil es wieder isolierter ist auf der Insel, aber die Iren nebenan bleiben in der EU. Es war wohl eine große Dummheit so zu stimmen und sie werden es bereuen oder sie machen es doch nicht oder treten wieder ein.

Antwort
von 1900minga, 33

Weil unternehmen wegen den kommenden Zöllen abwandern und dadurch Arbeitsplätze verloren gehen und die Preise steigen

Antwort
von Almalexian, 46

Weil der Brexit den handel in Zukunft erschweren wird, was vorallem zulasten englischer Unternehmen geht.

Antwort
von 1988Ritter, 20

Weil Europa ab jetzt ein sinkendes Schiff sein wird.

Im Rahmen des europäischen Binnenmarktes haben europäische Unternehmen Investitionen getätigt. Siehe zum Beispiel BMW und der Mini.

Damit die Investitionen nicht gefährdet werden, wird es Handelsabkommen geben.

......und das ist dann der Moment wo es schwierig wird. Es wird in Europa Stimmen geben, die dann sagen:

"Moment......die Britten treten lastenfrei aus, und genießen die Vorzüge. Das machen wir auch."

 

Kommentar von clemensw ,

die Britten treten lastenfrei aus

Das wird mMn nicht passieren, so blöd wird die EU (hoffentlich) nicht verhandeln.

Was die Brexiteers bei ihrem Wahlkampf verschwiegen haben: GB braucht Zugang zum EU-Binnenmarkt, sonst schmiert die Wirtschaft völlig ab.

Bleibt also nur die "Norwegen-Lösung" - und die haben sich die Brexiteers anscheinend auch nicht genau angesehen!

Norwegen zahlt nämlich jährlich 1,8 Mrd.€ für diesen Zugang und übernimmt alle EU-Verordnungen (das "aquis communautaire").

Für "lau" gibt es da also gar nichts, im schlechtesten Fall zahlt GB nach dem Brexit sogar mehr, muß weiterhin EU-Recht einhalten und hat darüber hinaus sein Mitsprachrecht verloren.

Und so - pardon - "angep*sst" wie sich die EU-Chefs im Moment ausdrücken, wird das auch das angestrebte Verhandlungsziel sein.

Eben auch, um Nachahmer abzuschrecken...

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