Frage von kreisfoermig, 114

Wieso regt sich scheinbar niemand über fiktives (Mindest)einkommen auf—sind alle einfach damit einverstanden?

Es geht mir normalerweise um die Sache an sich, dass Organe wie Krankenkassen Tarife auf fiktiven Einkommen (auch sogar fiktiven Mindesteinkommen) basieren müssen/dürfen. Das halte ich persönlich für unethisch, ausbeuterisch und ungerecht.^ Bei meiner Frage aber geht es um die Sache, dass es scheint, niemanden zu stören. Wir regen uns über Gender-Gap, Diskriminierung, usw. auf, aber niemand scheint sich über die offensichtlichste Ausbeutung dieses Landes groß aufzuregen—das man im Prinzip jedem Bürger ein fiktives Mindestgehalt zuschreiben kann, und davon einen Anteil verlangen kann. Ich habe nie Petitionen oder Demos darüber erfahren.

Fiktives Einkommen begegnet die meisten Menschen bei der Bestimmung von Krankenkassentarifen, aber auch in anderen Lebenssituationen. Es ist also unvermeidbar und trifft auf uns alle zu.

Ein Freund von mir versuchte eine Petition auf change.org zu starten, aber nur eine erbärmliche Anzahl an Menschen las / unterschrieb das. Kümmert es niemanden? Oder wenn doch, sind alle mit Urteilen / Entscheidungen basierend auf fiktiven Einkommen, das heißt dem Status quo, einverstanden?

Ich würde mich diesbezüglich über Meinungen freuen auch bei der u. s. Umfrage.ACHTUNG: in der Umfrage UfME = „Urteile/Tarife basierend auf fiktiven Mindesteinkommen“.


^ besonders wenn man an Selbstständiger, die nicht erfolgreiche Entrepreneur sind, Freiberufler, qualifizierte Menschen, die durch Pech für einige Zeit arbeitslos sind, alleinerziehenden Mütter und Leute, die sich durch Minijobs über Wasser zu halten versuchen (verdienen weniger, müssen aus eigener Tasche zahlen und zwar mehr als sie sich leisten können), etc. denkt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Spot1978, 38
Jegliches Gesetz, das UfME erlaubt, gehört abgeschafft/muss reformiert werden! (Vehemente Ablehnung)

Ich seh das wie Du. Dieses fiktive Mindesteinkommen ist ein Witz. Damit werden Selbstständige über Gebühr belastet. Einfach mal 2000.- EUR Einkommen anzunehmen ist eine Frechheit. So verhindert man effektiv den Übergang in die Selbstständigkeit. Ich finde jemand der Anfangs nur z.B. 600.- oder 800.- EUR verdient sollte auch nur anteilig auf dieses Einkommen Beiträge bezahlen müssen.

Kommentar von kreisfoermig ,

bin deiner Meinung, was es den Vorschlag angeht. Es wäre viel gerechter und besser, wenn man nur einen Anteil von dem echten Einkommen verlangt (mindestens/besonders wenn man geringfügig verdient).

Leider hat Frau Ulla Schmidt (SPD) und co. für ca. 80 Mio Menschen bestimmt, was für sie am besten ist. So eine Reform hätte durch die Wählerschaft abgestimmt werden müssen.

Kommentar von LordPhantom ,

In Deutschland herscht eine representative Demokratie. Die meisten Wähler können gar nicht die Tragweite so einer Entscheidung überblicken.

Kommentar von kreisfoermig ,

ja, nichtsdestotrotz erheben wir unsere Stimmen, wenn wir merken, ungerecht oder schlecht behandelt zu werden. Das tun viele bei abstrakten Dingen wie TTIP / CETA oder bei konkreten Dingen wie der Verwendung Plastiktüten im Supermarkt oder der Ausbeutung von Primark-Mitarbeitern. Doch scheint niemanden diese alltägliche Ausbeutung zu stören.

Kommentar von BTyker99 ,

Daran sieht man mal wieder, dass die representative Demokratie nicht funktionert - die hauptberuflichen Entscheider wissen anscheinend genauso wenig, welche Tragweite ihre Entscheidungen haben.

Antwort
von berkersheim, 28
UfME ist die einzige Option, die in diesem Land passt. (Leichte Akzeptanz des Status quo)

Dass allgemeine Festlegungen einen Bezug haben müssen, der die Grenzen bestimmt, ist nicht zu vermeiden. In Grenzfällen führt das immer wieder zu persönlich empfundener Ungerechtigkeit. Nehmen wir die Einkommensgrenze, ab der Hartz4 bezogen werden kann und ab wann nicht mehr. Wer gerade unter die Grenze fällt kann mit den Zuwendungen netto besser dastehen als derjenige, der gerade drüber ist.

Ob etwas gesellschaftlich abgelehnt wird oder nicht, hat viele Gründe. Oft ist es nicht bekannt oder trifft nur kleine oder unorganisierte Gruppen und die Interessen derer, die Proteste organisieren, laufen diesen Gruppen entgegen. Wenn jetzt Sparer und Vorsorger durch die Geldpolitik der EZB enteignet werden, zählen politische Interessen, nicht die Frage von Gerechtigkeit. Deren Einschätzung ist meist an den eigenen Interessen ausgerichtet.

Antwort
von jerkfun, 28

Das Problem ist,wenn Du "gleichschaltest" das Du gewisse Kreise dazu animierst,nichts mehr zu tun,um für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen.

Die meisten Menschen halten es für gerecht,wenn differenziert nach Leistung und Vorleistung bzw.dem Bemühen dazu ,die Alimentierung gestaffelt ist.

Gerade das ist doch schon heute das Problem.Du bist arbeitslos,aber krank.Deine Vorleistungen sind nicht mehr gefragt.Sie werden ignoriert.Du gehst in Sozialhilfe,was nichts anderes ist als Hartz 4.

Du wirst berufsunfähig oder gar arbeitsunfähig.Die Leistungen ,die Du bekommst,sind so niedrig,das es einfach diskriminierend ist.

Gerade in der Flüchtlingspolitik hätte vor 20 Jahren festgelegt werden müssen,was die Standards da sind. Dann wären niemals so viele her gekommen,wenn es um Leben Retten geht und nicht um wirtschaftliche Vorteile.()

Da nun die Verteilung der Steuergelder nicht mehr planbar sind,weil eine unbekannte Größe in die Auswirkungen der erweiterten Flüchtlingspolitik geht,was die Politik zwar bestreitet,aber eigentlich nicht bestritten werden kann,wird es noch weitere Verwerfungen geben.

In einem Fall halte ich ein Grundeinkommen für notwendig.Wenn eine Rente unter 1000,. erreicht würde,weil das Einkommen zu niedrig war,und Beiträge über mindestens 30 Jahre geleistet wurden,müßte dieser Betrag automatisch ohne jeglichen Antrag ausgezahlt werden.

Die Absicherung des Ehepartner müßte wieder so geregelt werden,das die Wahlfreiheit Einzelverdiener / Doppeltverdiener möglich ist.

Fiktives ,bzw.bedingungsloses Grundeinkommen würde nur funktionieren,wenn Du eine Besteuerung auf Rationalisierung in der Wirtschaft einführen würdest.Dies hätten Computer sein können,so wie es in Zukunft die "digitalisierte Dunkelverarbeitung " sein könnte.

Die Wirtschaftslobbyisten müßten herangezogen werden,weil diese die Politik erpressten ,mit ,wir brauchen Arbeitsmigranten,um den Status zu halten.

Tatsächlich muß die Ausbildung,Herstellung der Bildungsfähigkeit der Bürger zahlen.

Die Wirtschaftslobbyisten und die verantwortlichen Unternehmen verweigern sich völlig und warten auf mundgerecht serviertes Personal.

Die Politik verweigert Lösungsansätze und erhebt keinerlei Forderungen,gegen die Verursacher ,wie Wirtschaftsverbänden.

Kommentar von kreisfoermig ,

Von bedingungslosem Einkommen war nie die Rede…

… sondern von zugeschrieben fiktiven Mindesteinkommen. Etwas, das nicht existiert, wovon u. U. man einen Anteil an den Staat / die Krankenkassen zahlen soll. Es wäre, als ginge Frau Ulla Schmidt zu einer gering verdienenden alleinerziehenden Frau, die 2 Minijobs arbeitet, knapp 1000 Euro verdient, deren Arbeitgeber nicht für sie in der KK Beiträge zahlen, und ihr zuschrieb, sie würde verdiene 2500 Euro pro Monat und soll deshalb 15% davon in die KK ^ zahlen. Bist du wirklich damit einverstanden?

Ach und wir können das mit den Flüchtlingen beiseite lassen. Die Umstände wären genauso ohne sie. Sie spielen keine Rolle. Der Gesetzgeber, die SPD und die in Milliarden schwimmenden Krankenkassen spielen eine Rolle.

----------

^ wir können genauso gut „den Staat“ hier sagen, da es vom Staat angeordnet ist, dass jede in die KK Beiträge zahlen muss und zwar nach seinem Gesetz

Kommentar von jerkfun ,

Dann habe ich die Frage nicht recht verstanden gehabt und habe auch eine ganz andere Ansicht und setze andere Schwerpunkte.Volle Kassen ,leere Kassen ist mehr Wahlkampfarythmetik.Die Kassen sind leer.Bedenke,was an Leistungen schon weggefallen ist,welche Standards Deutschland verweigert ( z.B.Multiresistente Keime,die Standards der Niederlande) und die Schwankungsreserve der Rentenkassen sind verbraucht bzw.aufgelöst.Flüchtlinge beiseite lassen....ja das ist denen da oben am liebsten.Acht Jahre Bundestag ,2500,.Pension gesichert.Da muß man das Volk doch bissel einlullen.^^Bei mir ist das nicht möglich,sorry.

Antwort
von BTyker99, 10
UfME sind ungerecht. (Harte Ablehnung)

Ich bin mir nicht sicher, wo der Unterschied zwischen lila, grün und blau ist, aber ich bin auch dagegen. Das fiktive Einkommen durch selbstständige Arbeit ist bei mir wesentlich höher, als das reale...

Zwar habe ich schon häufig bei Petitionen teilgenommen (aber noch nicht zu dem Thema), habe aber das Gefühl, dass Petitionen allgemein nicht viel bringen.Die Ergebnisse werden irgendwo vorgelegt, verpflichten aber niemanden dazu, etwas zu ändern.

Antwort
von HanzeeDent, 31
UfME ist die einzige Option, die in diesem Land passt. (Leichte Akzeptanz des Status quo)

Ich bin leider zu uninformiert, um bei der Sache groß etwas zu sagen.

Ich denke, das Problem an der Sache ist, dass Krankenkassen und Versicherungen die Statistik zur Hilfe nehmen müssen, um sich zu organisieren. Und UfME ist nunmal eine solche statistische Hilfe. Ja, dadurch entstehen Nachteile für genannte Volksgruppen, aber ohne alternative Vorgehensweise wird es schwierig für die Krankenkassen, sich und ihr Geschäft zu organisieren.

Kommentar von kreisfoermig ,

ich weiß deine AnaIyse zu schätzen. So vollziehe ich die Denkweise des Gesundheitssystems auch nach. Leider sehe ich gerade darin eine Ungerechtigkeit.

Wenn die Sachlage für einen Menschen nicht optimal ist, muss er mit dem Mittel, über das er verfügt leider so auskommen, um „sich zu organisieren“—er überträgt die Verantwortung.

Wenn der Staat oder solche Organe sich in solchen Lagen befinden, wenden sie sich an solche Methoden, auch wenn es andere verletzt, ohne dass es ihr Gewissen stört—einfach so, weil sies können. Dass nenne ich Machtmissbrauch und Unverantwortung. Wenn die Krankenkassen sagen, sie verfügen über zu wenig Geld (tun sie nicht, sie schwimmen in Geld), dann ist es ihre Schuld. Sie müssen nicht mehr von ihren Kunden Verlange, sondern müssen mit dem Mittel auskommen, was ihnen zur Verfügung steht, genauso wie jede Bürgerin und jeder Bürger es mit ihren Mittel es tut.

Kommentar von HanzeeDent ,

Da stimme ich dir völlig zu! Ich bin grundsätzlich gegen den Machtmissbrauch größerer Firmen und Institutionen, zu denen diese ja stark neigen.

Ich versuche nur auch deren Perspektive wahrzunehmen, um mir ein Gesamtbild zu verschaffen. 

Wenn eine alternative Möglichkeit besteht, wäre das eine sehr gute Sache, wenn allerdings das System andernfalls nicht funktionieren würde, welchem Zweck ist es dann dienlich? Immerhin ist der einfache Bürger auch vom Funktionieren des Systems abhängig.

Falls diese Maßnahme allerdings besteht, damit die Krankenkassen sich nur mit noch mehr Einkommen eindecken können, dann halte ich das für eine schlechte Sache und bin strikt dagegen!

Antwort
von atzef, 23

Ich verstehe das Problem nicht...

Sozialversicherugsbeiträge, also auch die zur Krankenkasse, hängen gestaffelt vom Einkommen ab.

Worin genau besteht also das problem?

Kommentar von kreisfoermig ,

Die Natur der Ausführung dieser Einstufung kritisiere ich. Wenn du wenig (z. B. 600 € / Monat plus Ersparnisse) verdienst, hast du knapp genug, um die Miete und deinen Lebensunterhalt zu zahlen, damit du genügend gesund leben kannst um dich der Jobsuche (nach einem gut bezahlten Job) zu widmen. Dann kommt die KK (jede!) und sagt dir, du würdest 1000 € / Monat verdienen und davon 15% (= 150 Euro) an sie zahlen. Wenn du 1001 € verdienst, sagt die KK, du würdest 2500 € verdienen und davon 15% (=375€) an sie geben. Berechne 600–150 = 450 übrig für Miete+Lebensunterhalt und 150/600 = 25%; oder 1001–375=626 für Miete+Lebensunterhalt+evtl. Kind und 375/1001 ≈ 37,5%

Siehst du wie viel das einen schmerzt? Diese teuflische Rechenart führt viele in den Ruin und, um dem auszuweichen, swingt viele, sich an den Staat wenden zu müssen und ihm untertan zu werden. Dann beschäftigt man sich nicht mehr mit dem Leben, sonder mit der Hölle / dem Fegefeuer auf Erden, um sich über Wasser zu halten, mit kaum Freiheit, um sich zu entwickeln, etc.

Wenn ich zu dir gehe, und sage, du sollst mir jeden Monat 15% bezahlen… vllt wärst du damit einverstanden (oder ich zwinge dass dir auf). Du würdest es aber sofort al ungerecht empfinden, wenn ich dich so einstufe als ob du viel mehr Geld verdienst, als dus tatsächlich tust.

Kommentar von atzef ,

Daran ist rein gar nichts ungerecht.

Wenn du 600 Euro verdienst, kannst du ergänzend ALG 2 beantragen und dich über das Jobcenter praktisch kostenlos krankenversichern lassen.

Wenn du das aus verschrobenen Vorstellungen von "Freiheit" heraus nicht tun willst, musst du die Konsequenzen tragen und solltest deine Umwelt nicht mit Gejammere die Ohren vollnölen.

Kommentar von kreisfoermig ,

Wer will denn schon als qualifizierte Mensch auf das nutzlose Jobcenter angewiesen sein? Niemand will sich freiwillig erniedrigen und demutigen lassen und dem Staat unterwerfen, der einem eh nicht hilft, einen richtigen Job zu finden—das muss man selber. Diese „Staatshilfe“ wird somit eine (psychische und finanzielle) Last, die man veremeiden könnte. 

Überlege dir: Der Staat zahl dir, damit du … in die vom Staat angeordnete Pflicht erfüllen kannst (die Krankenkassen nach diesen bestimmten Regeln zu bezahlen). Erkennst du nicht den völligen Unsinn und Wahn des Systems? Der Staat zahlt letztendlich sich selbst…

… finanziell ergibt es also für ihn 0 Unterschied. Für den Bürger hingegen schon, denn er verliert Zeit, Kraft, etc. durch eine nichts bringende Unterwerfung. Ich kenne keine Freunde, die das ganze durchzogen haben, es dafür dankbar waren. Stattdessen haben sie durch viel zu hohen Beiträge ihre Ersparnisse und geringen Verdienste viel zu schnell aufgebraucht (von denen sie ohne die viel zu hohen Beiträge sich länger über Wasser hätten halten können und zusätzlich freier mit weniger Stress sich hätten entwickeln können) und waren ständig am Rande der Existenz.

Kommentar von atzef ,

Wie gesagt, keiner zwingt dich, ergänzendes ALG 2 zu beantragen und dann kostenlos krankenversichert zu sein. Du kannst auch gerne einer Wahnidee von "Freiheit" folgen und dich für einen Hungerverdienst als Selbstständiger unterhalb des Eistenzminimums selber ausbeuten.

Nur kannst du dann nicht erwarten, dass die Gesellschaft diese kauzige Spleenerei auch noch alimentiert.

Antwort
von Lucas, 27
bin gegen Urteile/Tarife basierend auf fiktiven Einkommen (nicht nur fiktiven Mindesteinkommen)

Fiktive Einkommen, die zur Zahlung realer Beiträge/realen Geldes herangezogen werden, darf es nicht geben.

Antwort
von wfwbinder, 12
UfME ist die einzige Option, die in diesem Land passt. (Leichte Akzeptanz des Status quo)

Wenn Jemand kein Einkommen (oder ein sehr geringes) erzielt, bekommt er Hilfe durch Jobcenter, oder Grundsicherungsstelle.

Damit ist auch die Krakenversicherung geregelt.

Wenn nun Jemand auf diese Sozialleistungen verzichtet, aber behauptet, er hätte keine einkünfte muss man es wohl als Indiz sehen, dass entweder ein entsprechendes Vermögen vorhanden ist, was eine Finanzierung des Lebens erlaubt, oder aber Einkommensquellen vorhanden sind, aber nciht angegeben werden.

Für den ersten Fall (Vermögen) sollte es klar, sein, dass die Person wenn schon das Leben aus dem Vermögen bestritten wird, ebenso die KV-Beiträge hieraus gezahlt werden können, ohne diee Gemeinschaft der Versicherten zu belasten.

Für den zweiten Fall, Einkünfte in verdeckter Form vorhanden, sollte es ja wohl klar sein, dass man diesem Umstand nicht noch Vorschub leistet.

Kommentar von BTyker99 ,

Ich hatte eher das Beispiel mit der Krankenversicherung im Kopf: Jemand möchte nicht auf Hartz4 angewiesen sein und arbeitet selbstständig, aber leider mit mäßigem Erfolg, so dass er vielleicht nur 500 Euro im Monat verdient. Die Krankenkasse berechnet den Krankenkassenbeitrag anhand des fiktiven Mindesteinkommens von ca. 2000 Euro, so dass der Selbstständige 300 Euro Beitrag zahlen muss.

Ich bin mir nicht sicher, ob das fair ist, aber ich bin davon ausgegangen, dass man die Beiträge umso höher sein sollten, je mehr Einnahmen man hat, oder? In dem Fall wäre es für den Selbstständigen sinnvoller, seinen Beruf an den Nagel zu hängen, und für den Rest des Lebens von Hartz4 zu leben (auch wenn sich der Erfolg möglicherweise irgendwann eingestellt hätte).

Kommentar von wfwbinder ,

Ich habe mit diesen Fällen regelmäßig zu tun, da ich Steuer- udn Gründungsberater bin.

Natürlich ist die Praxis grenzwertig, aber auch eine Art natürliche Auslese, denn was soll denn eine Selbständigkeit mit einem Monatseinkommen von 300,- Euro "durchgeschleppt werden? Ausserdem hat auch der Selbständige einen Anspruch auf ergänzendes ALG II, bzw. das Einstiegsgeld. Das sind Maßnahmen, bzw. Einrichtungen, die die Gründungen erleichtern sollen.

Wenn das nciht so wäre, würde Manipulationen Tür udn tor geöffnet.

Beispiel: Beamter (somit Beihilfeberechtigt und privat versichert) hat Ehefrau, die entsprechend auch privat, oder freiwillig gesetzlich versichert werden muss.

Gäbe es kein UfME, könnte sie ein Gewerbe anmelden, dem mit begrenztem Zeitaufwand für 300-500,- Euro Gewinn nachgehen und dann mit 45-75 Euro Monatsbeitrag krankenversichert sein.

ES wäre die Subventionsmaschine für Freunde(innen), Lebensgefährten(innen) usw. die kein eigenes Einkommen haben, aber dann auf Kosten der Allgemeinheit Krankenversichert wären.

Kommentar von kreisfoermig ,

Manche Menschen, besonders die, für die alles versorgt ist und die mit keinem Pech im Leben auskommen müssen, leben in einer Fantasiewelt und meinen, sie wären imstande, das beste für die ärmeren Teile der Gesellschaft zu entscheiden. Menschen, inkl. hart Arbeitender, werden massenhaft regelmäßig wegen dieser unvernünftigen vertretbar unethischen Entscheidungen des Staats hinsichtlich der KK-, etc. Beiträge ausgebeutet.

Schauen Sie mal als Beispiel diesen Fall an.

https://www.change.org/p/eu-petition-urge-the-eu-to-require-a-stronger-mandate-f...

Ich zitiere

Bei einem/r Dozent/in mit 20 Euro Stundenhonorar (Mindestsatz für Integrationskurse) und 920 Unterrichtsstunden im Jahr (entspricht der Unterrichtsverpflichtung einer gymnasialen Lehrkraft, Vorbereitungs- und Korrekturzeiten kommen natürlich unbezahlt hinzu), ergibt sich zwar ein Monatshonorar von ca. 1.533 Euro. Nach Abzug der Beiträge zur Renten-, Pflege- und Krankenversicherung bleiben aber nur ca. 700 Euro vor Steuern übrig; kommt noch die freiwillige Arbeitslosenversicherung hinzu, bleiben nur noch ca. 630 Euro – das entspricht kaum noch Hartz-IV-Niveau und ist weit weniger als das Nettogehalt bei gesetzlichem Mindestlohn, trotz Vollzeitarbeit. Berechnungsbeispiele siehe hier [dozenten-forum.de/ksv/].

Das ist aber nur einer der vielen Fälle. Dies ist ein übliches Resultat der Regelungen, mit denen scheinbar viel sich als einverstanden ausgeben, bzw. über die sich weniger aufregen.

Kommentar von wfwbinder ,

Das 20 Euro pro Stunde für einen selbstädigen zu wenig sind, steht ausser frage.

Aber ich (spreche wieder aus meiner Praxis als Berater) rede gegen Wände, wenn ich genau diese Punkte vorrechne udn den Vorschlag mache sich entweder zu verweigern, oder eine Anstellung  für 15 Euro brutto anzunehmen, weil das dann netto unter dem Gesichtspunkt der Arbeitgeberbeiträge mehr ist.

Nein, da wird bei der Altervorsorge gespart, da belügt man sich lieber selbst, als einfach den einfachen Rechenregeln zu vertrauen.

Wenn die ganzen freiwilligen Lehrer in der Situation "nein" sagen würden, wären auch die Honorare höher.

Ich hatte auch schon angebote von Volkshochschulen udn anderen Einrichtungen für vergleichbare Kurse zu arbeiten. Aber das überlasse ich dann lieber den Freizeitlehrern, die sich damit den Urlaub verdienen.

Kommentar von kreisfoermig ,

Sie meinen, man soll lieber für 15 € statt 20 € / Stunde arbeiten, damit im Endeffekt nach KK-Beiträgen (+ggf. Steuer) mehr übrig bleibt?

Kommentar von wfwbinder ,

80 Stunden mtl. (920 pro Jahr /12 gerundet) als Selbständiger für 20,- Euro sind 1.600,-. Daraus alle Beiträge für Krankenkasse usw. jeweils mit Arbeitgeber und Arbeinehmeranteil sind ca. 650,- Euro, bleiben also 950,-. Davon ggf. noch Steuern.

Die gleichen 80 Stunden mal 15,- Euro sind 1.200,- brutto und 923,- auf die Hand mit voller Absicherung, 12 mal gehalt und 4 Wochen Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Um als Selbständiger das Vergleichbare zu haben, muss ich mindestens 25 Euro die Stunde haben.

Antwort
von Autor13, 30

anscheinend

Kommentar von kreisfoermig ,

ich würde mich auch über deine Stellungnahme bei der Umfrage freuen

Kommentar von Autor13 ,

Oh sorry hab ich vergessen ich stimme für mir egal da ich noch nicht arbeite

Kommentar von kreisfoermig ,

die Sache trifft umso mehr auf dich zu—gerade wenn man ohne Arbeit ist, musst du viel bezahlen aus einem nicht existierenden Einkommen. Es gibt nur 3 Auswege: entweder 1. lebst du von Ersparnissen, 2. du hast Glück und bekommst einen Job, oder deine Ersparnisse werden aufgebraucht und 3. du wirst auf den Staat angewiesen sein (wo dann Eingriff in deiner Privatsphäre, Staatskontrolle, also Demütigung/Erniedrigung, etc. auf dich warten).

Wenn es dieses Phänomen (UfME) nicht gäbe, so ist der Übergang von von 2 auf 1 (1—…—>2) mehr wahrscheinlich (da dir mehr deiner eigenen Ersparnisse zur Verfügung steht und damit hast du mehr Zeit, einen Job zu finden). Aber leider ist es dank des Gesetzes / der finanziellen Strukturierung eher wahrscheinlich wegen der hohen Beiträge, dass du beim Zustand 2 nicht lange bleibst und schnell in 3 landest, d. h. 1—>3—…—>2 oder 1—>3…(ewig) sind mehr wahrscheinlich.

MMn, indem man sagt, es sei einem egal, gebt man sich mit solchen Lebensweisen einverstanden.

Antwort
von JNHLRT, 13

Ach das passt schon

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