Ich habe gelesen, dass im Moment eine gute Zeit für Bauherren ist, inwiefern kann man denn von der Inflation profitieren?

Wenn Du geld auf ein Sparkonto legst, und Du bekommst sagen wir mal 4% Zinsen dann verbleibt Dir nach Abbzug der Steuern, rechnen wir mal 50% Steuern, ein Ertrag von 2 %. Bei einer Inflationsrate von z. Zt. 3,3% hast Du also einen Wertverlust. Wenn Du aber als Bauherr eine Immobilie erwirbst, hast Du in Regel eine Wertsteigerung. Also profitierst Du. Wenn Du Dir dann noch als Bauherr Geld von der Bank leihst und den Kredit nach einigen Jahren zurückbezahlst, dann zahlst Du zwar die Summe zurück, die Du Dir geliehen hast, aber es ist wegen der Inflation ja jedes Jahr weniger wert. Alles klar? Im Übrigen kommt die Inflation nicht durch die Mineralölgesellschaften oder die hohen Energiekosten, die tragen zwar etwas dazu bei, aber vor allem, da der Staat mehr Geld ausgiebt als er hat. Die Zeche zahlt dann das Volk. Meist die Politiker, die nehmen sich schon genug für sich.
Das ist eine Pauschalaussage, die so nicht richtig ist. Einerseits profitiert der Bauherr, der zur Finanzierung einen Kredit z.B. mit einem effektiven Jahreszins von gut 4% fest auf 10 oder mehr Jahre aufgenommen hat, von einer steigenden Inflation - denn damit wird für ihn die Rückzahlung des Kredits relativ billiger. Andererseits muss der Bauherr die durch die Inflation steigenden Preise (Baumaterial, Löhne etc.) auch verkraften (es sei denn, er hat schlüsselfertig zum Festpreis bestellt - und sein Auftragnehmer geht nicht pleite).

Weil das Zinsniveau niedriger ist und man somit unterm Strich weniger zahlen muss.
markusros am 8. September 2008 21:34 Das sehe ich anders Schlumpffrau - aus meiner Sicht ist es eher umgekehrt. Bei einer höheren Inflationsrate hat man tendenziell auch höhere Zinsen am Markt - siehe auch meine Antwort

Bauherren profitieren speziell dann von einsetzender, höherer Inflation, wenn sie noch zu niedrigen Zinssätzen ihren Kredit festzurren (sowie in den letzten Jahren und immer noch möglich) und dann bis zum Ende der Zinsbindung des Darlehens (oft 5 oder 10 Jahre) eine hohe Inflationsrate vorherrscht. Und gleichzeitig speziell mit Sondertilgunegn nicht zu schnell getigt wird.
Damit ist die Restschuld des Darlehens am Ende der Laufzeit effektiv weniger wert - eine Tilgung fällt dem Schuldner so meist leichter - etwa unter der Annahme, dass auch die Löhne zu Zeiten von Inflation schneller steigen (so wie derzeit zu beobachten).
Grüße markusros