Frage von joyfulfy, 93

Wieso produziert Apple nicht ausschließlich iPhone Geräte?

Ich habe schon des öfteren die Quartalsberichte von Apple gelesen und frage mich seit einiger Zeit wieso Apple nicht den Fokus ausschließlich an der Produktion von iPhone Geräte einschränkt, schließlich machen diese Mobilfunkgeräte 90% der Gesamteinnahmen des Unternehmen aus..

Die Entwicklung, Vermarktung, Lagerung und Distribution der restlichen Produktpaletten wie: MacBooks in diversen Ausführungen, iMacs, Mac Pros, iPods, iPads und und und... verschlingen unmengen an Gelder und tragen kaum zu Gewinne bei.

Das dürfte sicherlich im Interesse von Investoren sein mehr Gewinne ein zu kassieren.. Ist dies vielleicht eine steuerliche Strategie von Apple damit nicht so viele Gewinne versteuert werden? Oder ist das doch so ne image Geschichte damit man das Unternehmen nicht als reines "iPhone Company" ansieht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dirk-D. Hansmann, 8

Weil das nicht zur bestehenden Philosophie passt.

Apple begann mit den Macs. Die anderen Geräte sind eigentlich um diese herum aufgestellt worden.

Außerdem ist jede Menge Know-How auf dem Gebiet vorhanden. Zum anderen ist es auch eine Frage der Fixkostendegression.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Fixkostendegression - Es geht darum, dass bestimmte Kosten anfallen, die nicht mit der produzierten Menge zusammen hängen. Kann durch den Produktverkaufserlös nicht nur sein variabler Kostenanteil gedeckt werden, sondern auch immer etwas von den Fixkosten, dann sinkt auf alle Produkte betrachtet der Anteil der Fixkosten.

Bei 100 Euro Fixkosten verkaufe ich 200 Geräte. Dann habe ich pro Gerät einen Anteil von 50 Cent. Werden nun 400 Geräte verkauft, dann sind es auf einmal 25 Cent.

In diesem Maße steigt also auch das Betriebsergebnis.

Nach der Erläuterung noch ein weiterer Punkt. Es geht in jedem Unternehmen natürlich darum, dass die Chancen und Risiken in einem guten Verhältnis sind.

Bei einer Produkteleminierung kann es aber durchaus sein, dass die Risiken sich nur unwesentlich verändern und weniger Chancen da sind. Also wird man die Produkte beibehalten.

Und da hilft es auch nicht, wenn Du von Samsung da andere Beobachtungen ins Feld führen kannst. Zumal Deine Reaktion gegen den Verfasser des Kommentars mehr als unangemessen ist.

Es geht hier um Einzelbewertungen von Produkten. Da gibt es nicht das allein Richtige. Manchmal muss man sich auch entscheiden. Ohne zu wissen ob dieses oder jenes richtig ist oder sogar klar ist, dass beides eigentlich ein Fehler ist.

Jetzt kommt nämlich gerade bei Deinem Beispiel einiges dazu. Das macht die Vergleichbarkeit vollkommen zu platt.

Erstens haben ostasiatische Unternehmen eine ganz andere Unternehmenskultur seit dem zweiten Weltkrieg entwickelt.

Wenn dort ein Unternehmen für Maschinenbau steht, dann wird nach Möglichkeit die gesamte vertikale Schiene ins Unternehmen aufgenommen.

Also wird gesucht, was besonders gut am Markt läuft und was mit den Maschinen entsprechend gut gefertigt werden kann.

Wenn man diese vertikale Ausrichtung hat, dann werden die Bereiche auch horizontal ausgerichtet.

Ziel ist ein Unternehmen das alles tut. Daher ist es nicht verwunderlich, dass z.B. japanische Unternehmen nach Möglichkeit nicht Betriebsteile auslagern. Sie bauen sie zu eigenständigen Teilen aus. Was mit der Kantine zur Verpflegung der Belegschaft beginnt, dass hört da nicht auf. Und dann werden auch Lebensmittel produziert.

Sind ausreichend Erfahrungen in dem Bereich und eine entsprechende Produktreife da, dann wird über weitere Entwicklungsmöglichkeiten 'konzernweit' nachgedacht.

Das ist keine klassische Form der ostasiatischen Unternehmensführung. Dieses wurde erst nach dem Krieg so entwickelt.

Der klassische Beruf, wo man eigentliches traditionelles Bewusstsein exemplarisch sieht, dass ist der Schmied. Ein Schmied der sonst Schwerter schmiedet wird nicht auf die Idee kommen jetzt zusätzlich noch Woks zu produzieren.

Er identifiziert sich mit seinem Produkt.

Nach Steven Jobs erstem Abgang hatte die Führung von Apple den Konzern in die Krise geführt. Es ging um eine breite Risikostreuung.

Jobs kam zurück und hat Produkte aus dem Angebot gestrichen. Varianten auch. Konzentration - wie bei gutem Design auch - auf das Wesentliche.

Damit ist ein Unternehmen auch immer gut aufgestellt. Egal was die Mode der Betriebswirtschaft auch gerade so verlangt.

Denn je unterschiedlicher Unternehmensteile und Produkte eines Unternehmens sind, desto mehr Arbeiten müssen parallel gemacht werden.

Markenpflege für alle, aber die Marke muss so aufgestellt sein, dass sie über dem Gesamt-Konzern passt.

Die einzelnen Produkte müssen aber trotzdem beworben werden. Dumm nur, dass immer so ein Sockel an Kosten besteht. Die müssen erst einmal verkraftet werden. Hat man also 10 Produkte, dann hat man entsprechend häufige von diesen 'Sockelbeträgen'.

Bei 100 wäre mit einem entsprechenden Vielfachem zu rechnen.

Jobs hatte mit seiner Produktzusammenfassung am Markt richtig agiert. Börsenwerte und Umsätze haben es bestätigt.

Antwort
von Nemesis900, 30

Gewinn machen sie mit den (meisten) anderen Sachen auch genug. Und da liegt ja auch das Konzept von Apple das sie ein geschlossenes Ökosystem haben das verschiedene Produkte bietet die genau aufeinander abgestimmt (eine der sehr wenigen Sachen die man ihnen nicht absprechen kann was sie sehr gut machen) Das wäre nur mit einem Gerät einfach nicht möglich und damit würde für viele Kunden einfach ein Kaufgrund wegfallen der sie dann zur Konkurrenz treiben könnte.

Außerdem lebt kein Produkt ewig. Irgendwann ist ein Markt einfach gesättigt so das dieser riesige  Absatz an Geräten einfach nicht mehr möglich ist. Da es dort in letzter Zeit auch keine großen Innovationen gab gibt es keinen richtigen anreizen Altgeräte unbedingt aus zu tauschen (da sind wir jetzt so langsam angekommen).

Somit braucht Apple einfach dieses breit gestreute Angebot an Geräten und muss auch in neue Dinge investieren da es mit den alten irgendwann nicht mehr so weiter gehen kann.

Vor ein paar Jahren hat Apple ja auch nicht gesagt so wir haben jetzt unseren iPod der super läuft und darauf belassen wir es jetzt. Dann hätten sie heute ein riesen Problem.

Expertenantwort
von atom74, Community-Experte für Apple, 27

Das wäre ein zu grosses Risiko. Die Aktionäre würden die Verantwortlichen bei Apple köpfen, wenn Apple auf kurzfristige Gewinnmaximierung umstellen und nur iPhones verkaufen würde.
Das iPhone läuft sehr gut und bringt guten Gewinn, das stimmt. Aber was passiert, wenn die Nachfrage mal nachlässt? iPods waren der Bringer in den 2000er, bis das iPhone kam. Heute ist der Umsatz mit den iPods verschwindend klein.
Apple darf sich nicht zu sehr auf ein Produkt fokussieren. Ausserdem kaufen einige zufriedene iPhone-Kunden auch Macs und umgekehrt. Die Mac-Verkäufe sind stärker gewachsen als der gesamte PC-Markt. Die Macs sind immer noch gutes Business, auch wenn die Gewinne nicht so gross sind.
Apple muss sich auch nach neuen Geschäftsfeldern umsehen, die in Zukunft vielleicht mal Gewinne abwerfen, denn irgendwann mal wird der Smartphone-Markt gesättigt sein.

Kommentar von atom74 ,

Ergänzung:
Der Aktienkurs hat genau wegen des grossen iPhone-Anteils am Gewinn in den letzten Wochen nachgelassen, weil Apple zu sehr vom iPhone abhängt und viele eine Sättigung der Verkäufe und keine grosse Gewinnsteigerungen erwarten.
Apple muss neue rentable Geschäftsfelder finden und sich diversifizieren. Deshalb tauchen auch die Gerüchte um die VR-Brillen und Autoambitionen vermehrt auf.
Auch die Apple Watch Verkäufe werden sich sicher noch entwickeln.

Antwort
von medmonk, 35
  1. Apple zahlt wie Amazone und Co. in den meisten Ländern überhaupt keine Steuern. 
  2. Apples Marktwert würde deutlich sinken, wenn sie die Entwicklung auf mobile Devices (Smartphone, Tablet) herunterfahren würden. Microsoft hätte bei den kommerziellen OS so quasi ein Monopol
  3. Der Wegfall diverse Entwicklungszweige würde tausende Jobs kosten. Angefangen in/bei der Entwicklung, der Fertigung, den Zulieferern und vielen mehr. 
  4. Apples Fokus liegt derzeit eh beim Online-Vertrieb. Auf kurz oder lang werden also auch einzelne Apple Stores weichen. Personalkosten somit eingespart und auch lediglich über die eigene Internet Plattform vertrieben.     
Antwort
von priesterlein, 36

Apple war nie im Mobilfunk tätig. Das ist für sie ein neues Geschäft und ob sie irgend wann einmal nur das machen: Nein, glaube ich nicht. Eine Firma sollte nicht nur ein Produkt haben, wenn es denn schon produziert.

Mit ihrem iPhone haben sie es den anderen ordentlich gezeigt und es war ein enormer Schub in diesem Sektor. Ich hoffe, dass sie weiterhin auch in anderen Bereichen noch Ideen haben werden, die so einschlagen. Zu viele andere ruhen sich immer noch nur aus, wenn sie eine Geräteklasse haben.

Kommentar von joyfulfy ,

Das ist überhaupt nicht wahr, Apple hat bereits lange vor das iPhone ein ähnliches Produkt auf dem Markt gebracht, leider war es seiner Zeit zu weit vorraus, aufgrund der extrem schlechten Verkaufszahlen wurde das Gerät nach ziemlich kurzer Zeit wieder vom Markt genommen. 

Es gibt es viele Unternehmen die den Fokus auf "Weniger ist mehr" gesetzt haben und extrem erfolgreich wurden...

Zum vergleich bietet SAMSUNG vom Kühlschrank, bis zur Waschmaschine, Klima, Smartphone, Notebook............. ein extrem großes Sortiment und steckt seit Jahren in einer großen Kriese und vor allem von der Existenz bedroht... Sie schaffen den Sprung aus dieser Situation eben nur durch Stellenabbau und auf ein deutlich kleineres Sortiment. 

(SO VIEL ZU NICHT NUR EIN PRODUKT HABEN) 

Kommentar von priesterlein ,

Interessant, welches Produkt hatte Apple denn damals?

Samsung, ich bitte dich, die machen alles zwischen Haus, Panzer und Büroklammer. Irgendwann kann es auch mal zu viel werden. Bei Apple arbeitet aber immer noch alles relativ dicht beisammen und die machen noch keinen Spagat über alle Lebensbereiche.

Kommentar von joyfulfy ,

Das war das Motorola rokr e1 das ist so zu sagen das UriPhone 

Im Prinzip hat man aus einem iPod und einen Motorola Razr kombiniert. 

Kommentar von priesterlein ,

Echt mal, den Dienst iTunes und die damit verbundenen Verträge mit einem eigenproduzierten Smartphone gleichzusetzen, finde ich schon sehr übertrieben.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 4

Deine Zahlen sind falsch, denn der iPhoneumsatz ist nur ca. 70 %.

Die Macs, also die Computer machen auch viele Milliarden Umsatz und damit wird auch viel Gewinn gemacht. Für viele Apple User ist gerade das Gesamtpaket entscheidend. Wenn in meinem Betrieb und in unserer Bürogemeinschaft keine Macs laufen würden, würden wir eventuell auch keine iPhones nutzen, sondern schweren Herzens auf Android Geräte umsteigen, weil die mit Windows harmonieren.

Antwort
von PeterWolf42, 31

Ganz einfach, weil das iPhone nicht ewig laufen wird. Irgendwann wird es das nächste BigThing geben. Wenn Apple ein Produkt anbietet, wird es recht schnell zu Grunde gehen. Hinzu kommt, dass die Stärke von Apple ist, mehrere Geräte anzubieten (Macs, iPhone, iPad, TV etc.), die perfekt miteinander arbeiten können.

Und außerdem macht Apple mit nahezu jedem Produkt gewinn, und nicht allzu wenig. Jede andere Firma währe froh, solche Gewinne mit einem Produkt zu machen. Jedoch sind diese nicht mit dem iPhone zu vergleichen, wobei es wohl noch nie ein Produkt gab, dass annähernd die Gewinne eines iPhones hatte.

Kommentar von joyfulfy ,

Diese "Stärke" das mehrere Geräte "perfekt" miteinander funktionieren und arbeiten, ist meiner Ansicht nach eine Perfekte Marketing PR/ Illusion. Für die Vernetzung von Daten nutze ich diverse Dienste und kann kaum Unterschiede zu anderen Geräte feststellen. (Vorausgesetzt man das nötige Background) 

SELBSTVERSTÄNDLICH werden iPhone, überhaupt Smartphones ewig laufen! Seit 2014 gibt es bereits mehr Smartphones als überhaupt Deskopgeräte (Nur mal vor ab PC's werden seit den 80er Jahren gebaut) Die Geräte werden nach 2 bis 3 Jahren so abgenutzt, selbst wenn dies nicht der Fall ist, sorgt die Software künstlich nach (Unabhängig ob iOS, Windoof oder Android) wir werden daher quasi zum Konsum gezwungen.  

Also ich weiß nicht was für dich "Gewinn" bedeutet aber es ist ein großer Unterschied zu "Umsatz" denn reinen "Gewinn" macht das Unternehmen Apple eigentlich nur mit iPhone Geräte.. die restlichen Produktreihen wie vor allem die MacBooks, verursachen einfach zu gewaltigen kosten, ehe die Entwicklungskosten für eine Produktreihe gedenkt werden, kommt bereits das nächste Projekt auf dem Markt... Daher ist es viel eher ein 0 Summen Spiel. 

Kommentar von Lupulus ,

Diese "Stärke" das mehrere Geräte "perfekt" miteinander funktionieren und arbeiten, ist meiner Ansicht nach eine Perfekte Marketing PR/ Illusion. Für die Vernetzung von Daten nutze ich diverse Dienste und kann kaum Unterschiede zu anderen Geräte feststellen. ( Vorausgesetzt man das nötige Background)

Ich hab das Wichtige mal markiert. Bei Apple braucht's halt deutlich weniger "Background", damit's klappt. Und wenn dann der glückliche Mac-Benutzer (ja, der, der deiner Meinung nach bisher kaum Gewinn gebracht hat) ein Smartphone kaufen will, für welche Marke wird er sich wohl entscheiden?

SELBSTVERSTÄNDLICH werden iPhone, überhaupt Smartphones ewig laufen!

Selbstverständlich werden sie das nicht.

Antwort
von ma9rtin, 32

Weißt du wie sc***** das für die Leute währ? Ich nutze ein iPod, iPad und iPhone.. Wenn Apple nur noch iPhones produzieren währ das voll dumm..

Kommentar von joyfulfy ,

Ich verfüge ebenfalls das gesamte Apple Sortiment.. Apple ist aber kein Wohltäter, daher die Fragestellung.

Kommentar von priesterlein ,

Ja, das ist verständlich, aber nicht nur der momentane Gewinn sondern auch das Vertrauen in die Firma und ihre Aufstellung in verschiedenen Bereichen macht sie stabil und fördert bei den Investoren langfristig weiterhin dieses Vertrauen.

Kommentar von ma9rtin ,

Genau.. Und das soll auch so bleiben.

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