Frage von bachforelle49, 157

wieso private Krankenversicherung für Beamte?

private Krankenversicherung bedeutet ein Privileg, wie jedermann spätestens jetzt seit Einführung der Terminvergabe für zeitnahen Facharztbesuch weiß. Es sei ihnen natürlich gegönnt, den Dienern unseres Staates, aber warum eigentlich sind unabhängig vom Verdienst Beamte privat krankenversichert?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 114

Weil sie nicht zum versicherungspflichtigen Personenkreis nach § 5 SGB V gehören.

Und jeder der dort nicht drin steht, ist versicherungsfrei und hat damit freie Systemwahl (u.a. auch Angestellte über JAEG, Selbständige, etc.).

Aufgrund der Beihilfe ist es für Beamte meist sinnvoller sich privat zu versichern.

Kommentar von bachforelle49 ,

mag ja sinnvoller sein.. aber ich vermisse den Zusatz, daß jedes Familienmitglied extra versichert sein bzw. werden muss.. Unterm Streich ist das ja dann wieder ungünstiger, oder wird den Beamten suggeriert, im Leben Single zu bleiben? Jedes Kind kostet bei Privat extra, also möglichst wenig Kinder, denn dann wirds billiger im Gegensatz zur Gesetzlichen.. Vater Staat braucht Kinder, aber den selbigen Dienern wird durch dieses System der Privaten die Einkindfamilie nahegelegt.. Oder doch besser Gesetzliche? Was sind das für Widersprüche?

Kommentar von DolphinPB ,

"Unterm Streich ist das ja dann wieder ungünstiger, oder wird den
Beamten suggeriert, im Leben Single zu bleiben? Jedes Kind kostet bei  Privat extra, ..."

Wie wäre es wenn Du mal über Dinge herziehst von denen Du was verstehst, denn das oben Gesagte ist kompletter Unsinn.

Beispiel 1: Bruttogehalt des Beamten in NRW, 28 Jahre, 2 Kinder, 3000,- Euro Brutto, Beitrag in der gesetzlichen KV (inkl. Pflege) ca. 540,- Euro. Beitrag in der PKV (kein Billigtarif, inkl. Pflege), inkl. Kinder ca. 260,- Euro !!

Tatsächlich ist es z.B. in NRW so dass der Beihifeanspruch ab 2 Kindern um 20 % steigt. Also nichts von wegen Einkindfamilie.

Also, lass Deinen Sozialneid zu Hause und schreib´ nicht so einen Mist.

Kommentar von bachforelle49 ,

danke, bin nicht neidisch, sondern nur sozialkritisch gestimmt im Sinne von emotionslos..  . sorry :-)

Kommentar von kevin1905 ,

Dir ist schon klar, dass auch Kinder und nicht arbeitende Ehegatten einen Anspruch auf Beihilfe haben, der über 50% liegt?

Kommentar von bachforelle49 ,

kommt jetzt so rüber, als wäre die PKV super preisgünstig; dabei läßt sie die anderen Gehaltsempfänger in der freien Wirtschaft erst ab einer Versicherungpflichtgrenze von 4687.50 Euro " rein ".. aber der Crux ist die verlogene zeitferne Terminvergabe dieser Ärztementalität - daher wird die " private " immer im Focus der Kritik stehen!

Antwort
von basiswissen, 95

Zunächst einmal: Beamte sind nicht automatisch in einer privaten Krankenversicherung. Sie haben die freie Wahl in einer gesetzlichen Kasse versichert zu sein oder in einer privaten. Dies ergibt sich, wie hier schon von Kevin ausgeführt, aus dem Gesetz. Nun muss man wissen dass eine gesetzliche Krankenversicherung den Beitrag nach dem monatlichen Einkommen durch die Erhebung eines prozentualen Beitrags errechnet und eine private Krankenversicherung nach dem Eintrittsalter und der versicherten Leistung. Da Beamte eine Beihilfe von ihrem Dienstherrn erhalten und somit nicht 100 % versichern müssen (je nach ihrem Status 50 % oder 30 %-in einigen Bundesländern gibt es da abweichende Werte) ist es somit logischerweise meist kostengünstiger (und auch mit besserer Leistung) in einer privaten versichert zu sein. In den achtziger Jahren war dies noch anders, damals konnten auch die gesetzlichen Kassen eine anteilige Versicherung anbieten die die Beihilfe nur ergänzen sollte. Dies wurde jedoch unter der Regierung von unserem Kanzler Kohl gesetzlich geändert. Über das warum kann man nur Mutmaßungen anstellen. Ich hoffe ich konnte dir deine Frage ausführlich genug beantworten. Falls du noch Fragen dazu hast gerne per PN an mich.

Kommentar von Apolon ,

 In den achtziger Jahren war dies noch anders, damals konnten auch die gesetzlichen Kassen eine anteilige Versicherung anbieten die die Beihilfe nur ergänzen sollte.

In den Achtziger mit Sicherheit nicht mehr.

Denn damals hatte ich Beihilfeanspruch und das Angebot der GKV war der volle Beitragssatz (100 %).

Kommentar von basiswissen ,

Sorry, bin kein Geschichtslexikon. Fakt ist das es das mal gab.

Antwort
von SupraX, 49

Wie es gesetzlich aussieht und warum der Beamte überhaupt die PKV wählen kann wurde ja schon ausreichend erläutert.

Die PKV ist für viele Beamte (vor allem für Ältere) alles andere als ein Privileg sondern einfach nur eine (teuere) Notwendigkeit. Viele würden gerne wieder in die GKV wechseln. Junge Beamte können es sich jedoch überwiegend nicht leisten (nicht jeder Beamte wird fürstlich bezahlt wie das die Medien immer gerne behaupten) weil eben der Arbeitgeber keinen Beitrag leistet und somit der Beamte 100% der Beiträge alleine tragen muss. Ältere könnten es sich oft leisten, der Weg zurück wird ihnen aber verwehrt (einmal PKV, immer PKV - was eigentlich in vielen Fällen auch gut so ist).

Der Staat gewährt nur Beihilfe (70-50% der tatsächlichen Krankheitskosten), für den Rest muss der Beamte selbst aufkommen. Die gesetzlichen Kassen bieten keinen entsprechenden "Teiltarif" an und der Beamte muss 100% der Beiträge selbst tragen und verliert zudem den Anspruch auf Erstattung durch die Beihilfe (weil die GKV ja eine Vollversicherung ist). Also ein echtes Verlustgeschäft. Nur private Krankenkassen bieten entsprechende Beihilfekonforme Tarife an.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Beamte werden gründlich durchgecheckt und sind in aller Regel bei Verbeamtung gesund und fit. Der Staat spart es sich einfach für gesunde junge Menschen Millionen an Beitragsleistungen an die GKV abzuführen, kommt aber mit der Beihilfe dennoch seiner Fürsorgepflicht nach. Es geht schlicht ums Geld (meine eigene Meinung).

Allerdings gibt es ja nun seit, ich glaube  2011, die Möglichkeit als Beamter seine Beiträge für die Grundversorgung in der Krankenversicherung zu 100% von der Steuer abzusetzen. Das sollte die gesetzlichen Kassen wieder ein wenig interessanter machen.

Antwort
von Apolon, 71

 wieso private Krankenversicherung für Beamte?

Weil dies so gesetzlich geregelt ist.

Allerdings kann sich jeder Beamte auch in einer GKV versichern.

Nur würde er dort wesentlich mehr zahlen, denn er hat keinen Arbeitgeber, der sich an den Krankenversicherungsbeiträge beteiligt.

Antwort
von grubenschmalz, 64

Weil Beamte keine Arbeitnehmer sind. Und man kann sich auch natürlich auch gesetzlich versichern.

Antwort
von Ninombre, 89

Sind sie nicht automatisch, können es aber. Bezahlen müssen sie trotzdem- da die meisten (alle?) aber zumindest einen Teil über BEihilfe bereits abgedeckt haben, ist die priv. Krankenversicherung entsprechend günstig.

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