Frage von testxl, 33

Wieso muss man bei einer Shortposition an der Börse die Dividende selbst zahlen?

vorweg: ich weiss wie Leerverkäufe funktionieren, ich erhalte dabei ja die Aktie einer anderen Person und diese andere Person muss ja trotzdem die Dividende erhalten. nur da ich ja der kurzfristige Halter der Aktie bin müsste die Dividende doch eigentlich an mich ausgezahlt werden wodurch es durch meine Ausgleichszahlung zu +-0 kommen müsste. aber ich soll von meinem Kapital die Dividende selbst zahlen und erhalte nichtmal eine obwohl ich doch der kurzfristige Besitzer der Aktie bin. Streichen die Brooker da etwa die Dividende selbst ein oder warum ist das so?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Zappzappzapp, 4

So, hier bin ich wieder.

Du gehst von der falschen Annahme aus, dass Du bei einem Leergeschäft die Aktie "von einer anderen Person erhältst" und "der kurzfristige Besitzer der Aktie" bist. Du bist aber zu keiner Zeit Besitzer oder Halter der Aktie.

  1. Der Leerverkäufer, (also in diesem Fall Du) bekommt keine Dividende, weil ihm die Aktie ja zu keinem Zeitpunkt gehört und deswegen hat er auch keinen Anspruch eine Dividende. Der Leerverkäufer bekommt nur den "fiktiven" Verkauferlös gutgeschrieben und muss dann erst am Tag der vereinbarten Lieferung die Aktie kaufen und sofort "liefern". Also auch dann "besitzt" er die Aktie nicht wirklich.
  2. Das Leergeschäft wickelt ein Broker ab, der sich selbst die Aktie leiht, dann verkauft und Dir, dem Leerverkäufer den Erlös gutschreibt. In der Regel weiß weder der "Verleiher" noch der Käufer der Aktie von diesem Geschäft. Es gibt die Aktie in diesem Zeitraum sozusagen zweimal, einmal die "echte" Aktie, die für Dich verkauft wurde und die "fiktive" Aktie im Depot des "Verleihers" der davon gar nichts bemerkt. Wenn der Leerverkäufer (Du) die Aktie dann liefert, ist die fiktive Aktie wieder eine echte Aktie und alles ist wieder "glatt".
  3. Wenn jetzt in der Zeitspanne des Leerverkaufs eine Dividende anfällt, erhält sie natürlich derjenige, dem der Broker die Aktie verkauft hat, denn dem gehört ja die echte Aktie. Der "Verleiher" hat aber auch Anspruch auf eine Dividende, denn er hat die "fiktive" Aktie im Depot (für ihn ist sie echt, denn er weiss ja nichts von dem Geschäft). Da auf eine "fiktive" Aktie natürlich keine Dividende gezahlt wird, muss der Leerverkäufer also die Dividende an den Verleiher zahlen. Das gehört zu den Kosten dieses Leergeschäfts.
  4. Der Broker hat auch mit der Dividende nichts zu tun, der verdient sein Geld mit seinen Gebühren.
  5. Es gibt viele verschiedene Arten von Leerverkäufen (gedeckt, ungedeckt etc.), aber das Prinzip ist im Grunde immer ähnlich.

Es scheint kompliziert und ist anfangs etwas schwer zu verstehen aber wenn man ein wenig darüber nachdenkt erschließt sich die Logik.

Antwort
von Zappzappzapp, 5

Du scheinst eben nicht zu wissen, wie Leerverkäufe funktionieren, aber deswegen fragst du ja hier auch ;-)

Hier kannst Du alles nachlesen:

http://www.boersennews.de/lexikon/begriff/leerverkauf-einer-aktie/668

Kommentar von testxl ,

"Im Zeitraum, zwischen dem Erhalt des Verkaufserlöses und der Rückgabe der Wertpapiere ins ursprüngliche Portfolio, müssen, beim Leerverkauf einer Aktie, alle laufenden Auszahlungen aus der Aktie (z.B. Dividende) an den ursprünglichen Eigentümer des Wertpapier ersetzt werden." und das ist doch meine FRAGE!? wieso muss ich selbst zahlen (minus machen) und wieso wird an mich keine Dividende gezahlt die ich dann einfach weiterleiten könnte! da ich ja mit eigenkapital für die dividende aufkommen muss würde das doch eigentlich bedeuten, dass KEINE dividende gezahlt wird, was aber nicht sein kann

Kommentar von Zappzappzapp ,

Ich bin gerade etwas knapp mit meiner Zeit, ich komme noch mal drauf zurück!

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