Frage von KevinsLife, 76

Wieso muss immer erst das Schlimmste passieren, damit der Menschen in Bewegung kommt und aktiv wird?

Im Grunde interessiert es doch niemanden, wie es einem geht. Womöglich muss wirklich erst Not und Elend herrschen, bis die Menschen wieder zusammen finden

Antwort
von Dxmklvw, 39

Vielerorts passiert meistenteils Schlimmes erst gar nicht. Das liegt dann u. a. auch daran, daß die dort lebenden Menschen es bevorzugen, vorher zu denken anstatt hinterher zu jammern.

Doch ganz allgemein betrachtet drängt sich tatsächlich der Verdacht auf, daß die Mehrheit der Menschen den Verlust der körperlichen Gesundheit oder den Verlust von etwas Besitz als etwas viel schlimmeres ansehen als den Verlust der Vernunft. Warum das so ist, weiß ich aber auch nicht.

Wenn Menschen erst nach einem großen Unglück wieder zusammenfinden, dann halte ich das mehr für eine Verkennung. Schaut man genauer hin, dann zeigt sich fast immer, daß mit der Heftigkeit der Not auch der Gebrauch der Ellenbogen entsprechend heftig wird. Das auch diverse Ausnahmen dazwischen sind, tarnt die Realität lediglich ein wenig.

Antwort
von xMirage95, 19

Der Verstand denkt langfristig, dein Körper aber nicht. Der reagiert und passt sich dem an, was im "Jetzt" da ist und nicht im "Irgendwann". Und zu wissen dass eine Notlage kommen wird reicht eben nicht aus, um den Körper in die notwendige Notbereitschaft zu versetzen, die dann zum Handeln führen würde. Das muss tatsächlich erst erlebt werden. Mal pauschal gesagt. ;)

Kommentar von KevinsLife ,

Hattest eine Gehirnwäsche von Eckart Tolle erleiden müssen, deine natürlichen Impulse unterdrückt und dich falschen Zukunftsversprechen unterworfen ? Ihr klingt alle gleich.

Kommentar von xMirage95 ,

Wie siehst du es denn? Ich spreche da nur aus meiner Erfahrung.

Antwort
von Grimwulf78, 29

Danke!! Das hast Du perfekt erkannt!

Ein tolles Live-Beispiel hierfür ist unsere Ausbeutung der dritten Welt.

Wir lassen unsere Klamotten, Möbel, Elektronikartikel unter unmenschlichen Bedingungen produzieren und zerstören in Drittweltländern die Umwelt indem wir ganze Landstriche umgraben auf der Suche nach Bodenschätzen oder indem wir unseren giftigen Elektroschrott dort entsorgen. 

Wir verseuchen das Trinkwasser der Menschen mit den chemischen Abwässern unserer Fabriken und Nestlé baut dann "Wasserfabriken", die den Menschen vor Ort ihr eigenes Wasser verkaufen, falls sie das Geld aufbringen können. Der Rest wird halt krank.  

Wir fischen fremde Meere leer, Rotes Kreuz & Co. verkaufen unsere gebrauchten Klamotten in Afrika so billig, dass die Textilindustrie vor Ort keine Chance hat und dasselbe machen wir mit Geflügel.

Wenn dann die sozialen Unruhen aufgrund von Hunger und Verzweiflung so richtig groß werden, dann schicken wir ordentlich Waffen und einige CIA Ausbilder, damit die verzweifelten jungen Männer als "moderate Rebellen" unsere Rohstoffkriege im nahen Osten für uns kämpfen, äh, ich meine um den Frieden zu bringen.

Wir befreien dann weitere Länder, hauptsächlich von ihren Lebensgrundlagen, und erschaffen Millionen obdachloser, hungriger Menschen ohne Einkommen. Die machen sich dann mit Schlauchbooten auf den Weg über's Meer, wo wir ihnen beim absaufen zusehen oder stehen sich an der ungarischen Grenze die wunden Füße platt um in Erdolfs Gefang... äh Flüchtlingslagern zu enden.

Am Ende des Tages stehen wir fassungslos da, fragen uns wo die ganzen Flüchtlinge herkommen und was das alles mit uns zu tun haben soll.

WIR werden unser Verhalten erst ändern wenn es uns persönlich in Europa an den Kragen geht. Damit meine ich nicht die paar kleinen Problemchen über die wir grad so schimpfen. Ich spreche von Massenentlassungen, Hyperinflation, Zusammenbruch des Sozial- und Gesundheitswesens ...

Kommentar von KevinsLife ,

Der pure Wahnsinn, der sich vor unser aller Augen abspielt. Klar, stimmt schon wir gehören zu den (Mit)Tätern.  

Kommentar von Grimwulf78 ,

Trotz dieses Wissens sitze ich hier in Klamotten aus Taiwan und Bangladesch, trinke Kaffee aus Kolumbien, tippe auf einer Tastatur aus China, esse eine Banane die über den Atlantik geflogen ist, verdaue meine Currywurst, die bestimmt von handgestreichelten Schweinen stammt und mache auf Weltverbesserer.

Was muss also wirklich passieren damit man aktiv wird?!? Sehr gute Frage!! Ein Anfang wäre, die Heuchelei zu beenden und einfach dazu zu stehen dass unser System auf Ausbeutung beruht. Das ist doch ok! Wir wollen keine A***öcher sein, das will niemand, aber wir SIND es doch schon!! Da können wir doch auch das Kind beim Namen nennen.

Wir könnten sagen:

Passt mal auf Ihr Asiaten, DAS ist unser Lebensstandard und den wollen wir nicht aufgeben. Was ihr mit Euch machen lasst ist Euer kleines Sch***problem. Jeder kämpft hier für sich, also macht Euch an die Arbeit und zwar gefälligst etwas schneller!

Ein guter Mensch sein UND die Früchte von Sklavenarbeit genießen geht halt nicht zusammen, auch wenn die meisten mit ihrer Illusion ganz gut leben und die Schuld bei Anderen suchen.

Alles Liebe!!

Kommentar von KevinsLife ,

Regionalität könnte unser Ar sch loch-Image neutralisieren. Da muss dann halt auch klar sein, dass wir unseren importierten Luxus opfern müssen. Dafür können wir uns guten Gewissens gegenseitig in die Augen schauen und zusammen halten.  

Kommentar von Grimwulf78 ,

Richtig!  Das Angebot würde etwas weniger und etwas teurer werden und Manches würde ganz verschwinden. Aber unsere Vorfahren haben ja auch ohne Bananen überlebt und ich bin sicher wir fänden einen Weg bekleidet herumzulaufen und unsere HiFi-Geräte selbst zu bauen.

Mich würde ernsthaft interessieren wie groß hierzu die Bereitschaft in der Gesellschaft wäre.

Antwort
von rolfmengert, 21

Um sich mit dieser Frage auseinander zu setzen, ist zunächst zu klären, für wen dieses von Dir benannte "Schlimme" gelten soll. Ganz grob könnte man sich auf eine Einteilung in das private Übel, ferner das die Öffentlichkeit betreffende Übel und schließlich das globale Übel einigen.

Im Privatbereich bin ich nicht davon überzeugt, dass die Menschen hier allzu lange warten, ehe sie versuchen gegenzusteuern, um eine ungute Entwicklung abzuwenden. So gehen sie bei Schmerzen meist relativ schnell zum Arzt, obwohl man natürlich auch beobachten kann, dass manche Leute bestimmte eindeutige Krankheitssymptome lange Zeit verdrängen.

Problematischer ist der Kampf gegen Suchtstrukturen. Angefangen beim simplen Übergewicht, weiter führend beim Rauchen und beim Alkoholismus bis hin zu den harten Drogen findet man hier oftmals als Außenstehender die Katastrophe immer näher kommen, ohne dass der Betreffende irgendwie die Notbremse ziehen würde. Aber Sucht ist eben auch nicht über eine rationale Argumentation einzufangen. Sie ist so zwingend und überwältigend, dass unsere bescheidenen Willenskräfte hier wenig Spielräume haben.

Bei den öffentlichen Missständen unterliegen wir oftmals lange Zeit den Beschwichtigungsaussagen unserer Verantwortlichen. Bestes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist die diktierte Begeisterung, die die Menschen unseres Landes beim massenhaften Einströmen von Hunderttausenden aus uns völlig fremden Kulturkreisen gezeigt haben, ohne zu bedenken, dass so eine Entwicklung zur Aufgabe der eigenen Identität und Wertewelt führt. Die Invasionen von Fremden, die unsere Kultur verachten, kann einfach nicht gut gehen, und wird immer zur Selbstzerstörung führen, was die Menschen aber eben leicht viel zu spät erkennen. Hier kann ich Deinem in der Frage formulierten Sorgemotiv durchaus Recht geben, obwohl man ja auch in anderen Ländern da eine größere Wachsamkeit zur Wahrung der Identität beobachten kann. Vielleicht ist Deutschland auf diesem Feld auch besonders unempfindlich, weil wir immer noch unter der unbewusst nachwirkenden Kriegsschuld leiden, die jeder Abweisung von fremden Einflüssen grundsätzlich mit Schuldzuweisung begegnet.

Ganz schwierig wird die Angelegenheit aber bei den globalen Veränderungen, die der Einzelne unmittelbar gar nicht zur Kenntnis nehmen kann. Wenn er von einer Erwärmung um 2 Grad als einem bedrohlichen Szenarium hört, kann er auch kaum in eine Sorge fallen, weil es ihm im Grunde völlig gleichgültig ist, ob draußen nun 12 oder 14 °C als Temperatur anstehen. Auch wenn der Meeresspiegel nun 20 cm in den nächsten 30 Jahren steigt, ist schwer vermittelbar, dass wir deshalb zur Dämmung unseres Hauses mal eben 200000,- Euro aufbringen sollten. Und wenn in Kanada ein geflecktes Käuzchen bedroht ist, bringt uns das nicht in Fassungslosigkeit. Kurz gesagt: Die globalen Veränderungen, die von einigen Wissenschaftlern als sehr ernst zu nehmen angesehen werden, sind beim einzelnen Menschen am wenigsten geeignet, hier eine starke Motivation zum Gegensteuern auszulösen. 

Antwort
von manso84, 32

Ich denke der Mensch muss allgemein zuerst lernen abzuschätzen, was zu Chaos und Krieg führt und was zu Frieden und Wohlstand führt.

Vorallem sind diese friedlichen Wege mit viel Vernunft und Objektivität zu erreichen.

Zum Wohle aller Kinder, der Erde und allen Lebewesen auf der Erde sollte man Geburtenkontrollen und Familienplanung einführen. Da die gravierende Überbevölkerung eigentlich mehr oder weniger für die meisten Übel verantwortlich ist. Neben den vielen Sekten und Religionen, die mehr Krieg auslösen als dass sie etwas bringen, was auch die Geschichte deutlich zeigt.

Daher merkt der Mensch durch negative Erfahrungen mit der Zeit wie diese entstehen und wie er diesen entgegen wirken kann, dies benötigt jeoch viel Zeit. Und somit entwickelt sich Wissen und das Fähigsein zur vernünftigen Objektivität und Wissen muss man halt erarbeiten was Zeit braucht und sich durch negative Ereignisse eicht und sich somit verbessert.Während Religionen einfach geglaubt werden und die Menschen zur Verteidigung von ihren Weltfremden Ansichten alles mit sich reissen, nur um ihre Ansicht durchzusetzen, also bar jeglicher Vernunft.Ich denke die negativen Weltgeschehen spiegeln die Gedanken der Menschen wieder.

Kommentar von manso84 ,

Dazu auch hier einen Link: http://www.figu.org/ch/ueberbevoelkerung

Antwort
von Peterwefer, 32

Alles hat eben seine Nachteile! Auch unser Hang zur Individualität. Aber auch die Alternative, die Großfamilie, hat ihre Nachteile. Sie funktioniert nicht ohne einen "Diktator". (Bitte die Anführungszeichen beachten!)

Antwort
von Yodafone, 15

Glaubst du ernsthaft,dass sich andere für dich(oder andere) interessieren,wenn Not und Elend herrscht?

Sie tun es ja nicht einmal,wenn es allen gut geht ;-)

Kommentar von KevinsLife ,

Hab womöglich unglückliche Worte dafür gewählt. Ist natürlich nicht auf mich sondern auf alle Menschen bezogen. 

Kommentar von Yodafone ,

die Antwort bleibt die gleiche....in der Not denken die Menschen umso mehr an sich selbst

Kommentar von KevinsLife ,

in der Not denken die Menschen umso mehr an sich selbst

Wenn das wirklich stimmt, wäre der Mensch schon ausgestorben. 

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