Wieso meditieren so wenig Leute?

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5 Antworten

Ich bin Buddhist und habe mehrere Jahre Meditationserfahrung.

Meiner Meinung nach ist einer der Hauptgründe, dass die Praxis der Meditation etwas ist, dass für viele Menschen einfach völlig entgegen die bisherigen Gewohnheiten ist.

  • Wir sind gewohnt, angestrengt nachzudenken, zu planen, oder zu träumen. In der Meditation soll der Geist weder zu angespannt, noch zu entspannt sein.

und

  • Wir sind gewohnt, von Medien berieselt und von Informationen überflutet zu werden. In der Meditation gibt es keine derartigen Ablenkungen.

und

  • Wir sind gewohnt, dass Fortschritte, Verbesserungen und Optimierung gefordert werden. In der Meditation gibt es dieses Leistungsdenken nicht.

und

  • Wir sind gewohnt, ein Ziel zu haben, auf etwas hinzuarbeiten und zu erreichen. In der Meditation gibt  es kein Ziel und nichts zu erreichen.

und

  • Wir sind gewohnt, existentielle und tiefsinnige Fragen zu verdrängen. In der Meditation können wir mit diesen Sinnfragen konfrontiert werden.

und

  • Wir sind gewohnt, das "Ich" als Mittelpunkt und die Umwelt als etwas getrenntes anzusehen. In der Meditation gibt es diese Trennung nicht.

und

  • Wir sind gewohnt, uns mit unseren Denkens- und Verhaltensmustern völlig zu identifizieren. In der Meditation löst sich die starre Identifikation.

und

  • Wir sind gewohnt, uns über äußere Dinge wie Status, Beliebtheit, Anerkennung zu definieren. In der Meditation gibt es diese Bestätigung nicht.

Natürlich gibt es auch noch andere Gründe, die aber meiner Meinung nach nicht so tiefgreifend, sondern eher oberflächlich sind.

  • Meditation scheint Zeitverschwendung zu sein. 15 Minuten rumsitzen und nichts machen? Dabei könnte man sooo viele Dinge machen...

und

  • Meditation zeigt keine schnellen Erfolge. Es wirkt nicht so schnell wie eine Aspirin-Tablette? Dann ist es für viele zu langwierig.

und

  • Meditation wird teilweise als Weltflucht missverstanden, bei der man sich aus der Realität ausklinkt und in eine Traumwelt  flieht. Das ist jedoch keine Meditation.

und

  • Meditation wird mit dubiosen Sekten und Psychogruppen in Verbindung gemacht, man befürchtet irgendeine Art von Gehirnwäsche.

und

  • Meditation wird oft in die Esoterik-Ecke geschoben und erscheint manchen Menschen deshalb als etwas mysteriöses, unheimliches.

und

  • Meditation wird telweise als einfache Entspannungsübung missverstanden und als irgendein Wellness-Angebot angesehen.

Das sind nur einige Punkte, die mir spontan eingefallen sind. Ich hoffe, sie waren hilfreich. Sollte es noch Fragen geben, helfe ich gerne weiter.

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Kommentar von diablo99997
08.05.2016, 15:19

vielen lieben herzlichen dank!!! Wie lange würde\st\en du\sie mir empfehlen jeden Tag zu meditieren? :)

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Kommentar von Enzylexikon
09.05.2016, 14:57

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Mich würde das aggressiv machen. Ich kann nicht nichts machen, das ist purer Stress für mich. Deshalb meditiere ich nicht und werde es auch nie tun.

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Kommentar von diablo99997
08.05.2016, 14:30

das ist nicht nichts machen. Probieren geht über studieren. Oder was haben sie zu verlieren?

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Weil wir in einer Konsumgesellschaft leben, in welcher alles von außen rein kommen muss, statt dass man sich nach Innen wendet.

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Ich hätte dazu nicht die Geduld

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Kommentar von diablo99997
08.05.2016, 14:29

5 - 10 min. Am Tag... Jeden abend... Sie müssen nur anfangen und sagen wir 40 tage lang jeden abend, wenn es ihnen dann nichts bringt hören sie wieder auf.

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Weil sie es als unnötig erachten.

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