
Vielleicht wenn jemand eine Tat provoziert hat? Was anderes kann ich mir nicht vorstellen.

Aktuelles Beispiel: Der Amokläufer an der Virginia Tech ist m.E. ein schuldiges Opfer.
Es dürfte wohl nur darum gehen, die komplette Schuldlosigkeit (das Nicht-Beteiligtsein am Geschehen etc.) der Opfer zusätzlich zu betonen, ein Schuldbegriff, wie im (konstruierten) Gegenteil - "schuldige Opfer" - greift semantisch nicht.

Wer interessiert sich heute noch für Opfer? Unschuldige Opfer klingt einfach drastischer, erreicht in unserer verhärteten Zeit eher die versteinerten Herzen und...
verkäuft sich besser.
Schließlich sollen Nachrichten auch Werbung verkaufen. Deshalb werden die Nachrichten in den Medien auch gefiltert. Was nicht reißt fliegt raus. Gute Nachrichten verkaufen sich schlechter als schlechte. Je mehr Blut und Herzschmerz, desto mehr Kohle lässt sich damit machen.

Solche Pleonasmen sind leider häufig. Wirbelwinde verwüsten Landschaften auch immer "völlig", im Gegensatz zu "ein wenig". ;-)
Ist ja OK wenn das in der Umgangssprache mal reinrutscht, aber professionellen Journalisten sollten solche sprachlichen Schnitzer eigentlich nicht passieren.
Richtig. Ähnlich wie die "sinnlosen Zerstörungen" randalierender Jugendlicher.
Poindexter am 23. April 2007 18:47 @occident: Gutes Beispiel. Die Abgrenzung zu den "sinnvollen Zerstörungen randalierender Jugendlicher" hilft dem Verständnis ungemein.
@Cado: Pleonasmus = Sinnhäufung. Aber nichts gegen "Geld verdienen", das ist kein solcher!
Cador am 23. April 2007 18:28 Was sind denn Pleodingsbums? Das sind übrigens keine sprachlichen Schnitzer, sondern Kunstgriffe (siehe "Geld verdienen"). So Mancher hat für solche Pleodings schon den Grimmepreis u.ä. erhalten.

klar kann man was vorsätzlich provozieren das den anderen derat in Rage bringt dass er zuschlägt oder so.. genau dann ist man möglicherweise ein (mit)schuldiges Opfer ! Wenn ich so in dem Wetter in der Stadt diverse junge Mädchen und Frauen sehe wie aufreizend die sich geben.. also so total unschuldig sind die dann auch nicht als Opfer !

Ich denke (beispielsweise) die (Mehrheit der) Amis behaupten von jedem den sie in ihrem Justizsystem hinrichten lassen, dass er ein schuldiges (Hinrichtungs-) Opfer gewesen ist, wenn sie einen getötet haben.
viertelvordrei am 25. April 2007 23:49 Dat hab ich jetzt nicht verstanden...
Cador am 1. Mai 2007 20:16 Tröste Dich:
Dat verstehen die Amis selber nicht.

Das ist eine philosophische Frage. Du müsstest sie schon genauer stellen um zumindest scheinbar zu einem Diskussionsergebnis gelangen zu können.
Opfer in dem Zusammenhang, den ich meine, ist jemand der einen körperlichen Schaden erleidet. Wie kann jemand schuldigerweise so einen Schaden erleiden? Wieso sind die Opfer des Amokläufers unschuldige Opfer? Könnten Sie auch schuldig sein? Das verstehe ich nicht.
Kabark am 23. April 2007 12:47 Nö, occident. Unschuldig sind sie IMHO deshalb, weil sie einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Isabellla am 24. April 2007 11:26 Occident, du musst Eines bei solchen Fragen von vornherein verstehen: nämlich, dass sie nicht beantwortbar sind. Sie waren es bis jetzt in der langen Menschheitsgeschichte nicht, und werden es möglicherweise nie sein.
So :-) jetzt können wir weiter darüber diskutieren (und auch viel entspannter, weil der Druck wegfällt) :
Es gibt vier grundsätzliche Meinung: A) Das Opfer ist schuld, denn es hat diesen Ort aufgesucht, und das hätte es nicht tun müssen. B) Der Täter ist schuld denn er ist der Täter. C) Beide sind schuld denn sie haben sich getroffen. D) Keiner ist 'schuld', das Leben besteht aus Zufällen wir können sie nicht erklären.
>>Nächster Schritt ist jetzt, dass du dir eine der Meinungen aussuchst, die dir am besten gefällt - und die dann auch vertrittst. (So macht es jeder hier.)
... oder ein Opfer, daß sich nicht gewehrt hat, oder keine Chance, Gelegenheit oder Kraft dazu hatte? In Fällen z.B. wenn jemand sich gegen den Täter wehrt, wird auffälligerweise meist nur von Opfer, nicht von unschuldigem Opfer gesprochen.