Frage von Cherryredlady, 35

Wieso kümmere ich mich lieber um andere Probleme, als meine eigenen?

Mir ist in letzter Zeit sehr aufgefallen, dass ich lieber anderen helfe, als mich um meine eignen Probleme zu kümmern. Beispielsweise hatten ein guter Freund und ich am selben Tag schlechte Laune. Wir haben drüber geredet und uns erst gegenseitig getröstet, aber dann wollte ich mich nur auf seine Probleme konzentrieren. Er hat zwar versucht, auch mir zu helfen, aber ich habe drauf bestanden nur über ihn zu reden, weil es mir irgendwie wichtiger erschien. Oder als ein andere Freundin und ich in genau derselben Situation waren, tat ich alles daran ihr zu helfen, damit sie das Problem lösen kann. Als bei ihr alles geklärt war, hat sie noch angemerkt, dass ich mich um meine Sache ja auch mal kümmern müsste...aber das habe ich nie getan und ich habe auch jede Hilfe von ihr abgelehnt.

Geht es jemandem ähnlich? Woran kann das liegen? Bin ich zu hilfsbereit und selbstlos (bezweifele ich :D)? Oder fehlt mir ein Selbstwertgefühl und ich versuche mich vor meinen Probleme zu drücken?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NewKemroy, 24

Selbstbestätigung & Selbstschutz

Die Bestätigung eines Selbst, eines ICHs, was nur eine Anhäufung von Emotionen, Bildern und Empfindungen, gespeichert im Gedächtnis ist. Aber es gilt zu vermuten, dass es immer wieder eine Bestätigung benötigt um als echt, lebendig und stark zu erscheinen. Durch die Hilfe-Leistung bekommt man die Selbstbestätigung. Was glaubst Du warum ich um 2 Uhr morgens solche Texte schreibe?

Das Zweite ist die Vermeidung (Schutz) sich mit möglicherweise unangehnemen Tatsachen gezwungen zu sehen sich zu identifizieren. Niemand möchte sich mit schlechter Laune, Problemen, Krankheit, Langeweile usw. identifizieren.

Die beste Abwehrstrategie hierfür ist den Spieß umzuderehen und das Gegenüber zu fragen: Wie geht's? - Also über die Probleme des anderen zu sprechen, was Du ja instinktiv gemacht hast.

Kommentar von Barney123 ,

Wow, das Geschwurbel ist aus der Sicht von dir aus wohl nachvollziehbar, aber es ist moralisch  falsch, wenn der Andere das nicht möchte!

Und sowaas wird hier die hilfreichste Antwort.

Schaut mal hier:

https://goo.gl/C8CEE6

Gute Besserung!

Kommentar von NewKemroy ,

Es ist moralisch falsch. Ich tue das ja auch nicht. Andere tun es aber bei mir. Mich fragt täglich jemand, ob es mir gut geht und ich habe stets den Eindruck, die Person tut dies nicht weil sie um mich besorgt ist sondern, weil sie vermeiden möchte, dass ihre Probleme, Leiden, Wehwehchen und Unzulänglichkeiten zum Gesprächsthema werden.

Ich kenn die Länderkennung jetzt nicht von deinem Link.

Kommentar von Barney123 ,

Ach ja, schon mal was vom Helfersyndrom gehört? Tante Google wird Dir helfen!

Kommentar von NewKemroy ,

Stichwort Helfersyndrom. Wikipedia erwähnt hier (genau wie ich) das es auch ein Abwehrmechanismus ist und ferner, dass ein weiteres Motiv "das-gebraucht-werden-wollen" ist, was auf ein vermindertes Selbstwertgefühl zurückzuführen sei. Das entspricht dem von mir postulierten Motiv der Selbstbestätigung.

Kommentar von Barney123 ,

Das ist richtig NewKemroy,

Nun kannst Du plötzlich in ganz normalen Sätzen schreiben. Was sollte das Geschwurbsel in Deiner Antwort? Macht den Eindruck, dass das in Ordnung ist, und das ist es mit Sicherheit nicht!

LG

Antwort
von Barney123, 18

Hallo Cherryredlady,

habe da etwas erlebt, was das vielleicht erklären könnte. Während meiner Schulzeit habe ich Schach gespielt. In der Stadt, in der ich aufwuchs lebte ein Bundesligaspieler. Er ging oft in den Stadtpark, da gab es eine Ecke, in der sich die Schachspieler an Schachtischen getroffen haben. War auch öfter dort. Auch der Bundesligaspieler war immer wieder da. Wenn er spielte, es war klar, dass da kein anderer auch nur den blassesten Schimmer einer Chance hatte. Aber es kannten ihn nur wenige als Bundesligaspieler. Die beiden gerade aktiven Spieler, waren in das Spiel vertieft. Aber es gab immer wieder umstehende, die genau wussten, was der nächste Zug sein müsse. Aber die Spieler spielten ihr eigenes Spiel und hörten nicht auf die Kibitze. Nachdem der Bundesligaspieler, wie immer, gewonnen hatte, sagte er einfach zu demjenigen, der am intensivsten kommentiert  hatte: "Komm setz Dich, wir spielen eine Runde!" Wie zu erwarten, hatte er nicht die geringste Chance zu gewinnen.

Was will mir diese Geschichte sagen? Aus der Sicht des Zuschauers, scheint die Lösung immer klar und einfach zu sein. Dem Zuschauer wird nicht gezeigt dass er keine Ahnung hat. Im eigenen Leben ist das schon schwerer. Deshalb scheint es leichter zu sein, sich um die Probleme anderer zu kümmern, als vor der eigenen Haustür zu kehren.

http://goo.gl/iNIOTB

LG

Kommentar von Barney123 ,

Ach ja, mir fiel noch eine Geschchte ein: Habe von einem General gehört, der an einem sehr großen Standort war. dort hat er höchstpersönlich bei mehreren tausend geparkten Autos der Soldaten und Zivilangestellten das Reifenprofil geprüft. Hätte er leicht einen einfachen Soldaten losschicken können, das zu tun. Aber nein, er musste sich höchstpersönlich darum kümmern. Warum? Ganz einfach: Er war mit seinen eigentlichen Aufgaben hoffnungslos überfordert!

So was gibts!

Lach! Nein: ROFL!!!!!!

Antwort
von Surray, 23

vllt weisst du ja wie schlimm der schmerz wirklich ist und versuchst ihn/sie davor zu bewahren?

Antwort
von seestern333, 20

Das kann an hoher Hilfsbereitschaft liegen, aber auch an der Angst die Person zu verlieren (durch einbildenden Egoismus). :) habe dasselbe

Kommentar von Cherryredlady ,

Na ja ich hab das aber auch bei anderen Leuten, denen ich nicht unbedingt nahestehe

Kommentar von seestern333 ,

Angst unsympathisch dazustehen.

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