Frage von LuzifersBae, 96

Wieso kommt manchmal alles hoch dass ich nicht mehr leben will?

In den letzten Jahren ist so viel passiert. Es kommt mir vor als hätte ich die ganze Zeit geschlafen und ein Albtraum gehabt, und erst jetzt bin ich aufgewacht. Erst jetzt realisiere ich, was ich aus meinem Leben gemacht habe, wie sehr ich es versaut habe. Ich habe früher oft geweint, aber mittlerweile kommt nicht mal eine Träne raus weil ich zu kaputt bin von allem. In letzter Zeit passiert aber manchmal etwas in mir. So, etwas bedrückendes im Brust. Meine Gedanken fressen mich förmlich auf. Und ich will in solchen Momenten einfach nur alles um mich rum kaputt machen, alles und jeden schlagen einfach ausrasten .. Ich will weinen und ich will endlich dass das ganze aufhört. Was ist das? Was passiert nur mit mir? Wieso erst jetzt? Das beste, ich habe nicht viele Möglichkeiten mehr vieles zu ändern .. Ich hatte schon immer selbstmordgedanken und langsam werden die ziemlich ernst. Aber was ich nicht verstehe, wieso kommt erst jetzt alles hoch, wieso realisiere ich erst jetzt wie beschi.sen es mir die ganze Zeit ging?

Antwort
von Tasha, 40

Wenn ich mir Deine anderen Fragen ansehe: Du bist in der Oberstufe des Gymnasiums, vermutlich noch recht jung. 

Wenn ich mir Deine aktuelle Frage ansehe, hätte ich gedacht, dass Du im Seniorenalter bist und eine tödliche, unheilbare Krankheit hast.

Suche mal bitte aktiv nach Menschen, die Dich beraten können. Es gibt mehr als Du vielleicht denkst, und Du kannst irgendwo anfangen und immer nach weiteren Möglichkeiten fragen. Ansprechpartner können die Telefonseelsorge, Foren (Psychologie oder spezielle Foren zu Deinen Problembereichen), Lehrer, Berufs- und andere Berater etc. sein. Fang einfach irgendwo an, nimm die Tipps an, die zu Dir passen, suche nach weiteren Ansprechpartnern, die Dir Möglichkeiten aufzeigen, wie es doch weitergehen kann.Ich kenne und kannte einige Menschen, die dachten, es ginge nicht mehr weiter, bis hin zum Selbstmordwusch, und dann ging es doch irgendwie weiter und man fand neuen Lebensmut, neue Lebensziele. 

Meine Großmutter war in ihrer Heimatstadt unglücklich, hatte Probleme mit dem Vermieter, wurde von Ärzten schlecht behandelt (verletzende Worte etc.). Dann zog sie in die Nähe meiner Eltern in ein betreutes Wohnen, anfangs war alles besser, dann wurden ihre Augen schlechter. Sie war frustriert, dass sie ein Lesegerät brauchte, konnte damit nur Zeilenweise lesen. Dann wurden die Augen noch schlechter, das Lesen ging nicht mehr. Sie fing an zu malen, bis die Augen so schlecht wurden, dass auch das nicht mehr ging. Ich gab ihr dann ein Jahr lang meine Wellensittiche, die gaben ihr eine neue Aufgabe, dann fühlte sie sich überfordert, gab mir die Vögel zurück. Einige Zeit lang kümmerte sie sich intensiv um ihre Pflanzen, dann war auch das kein Anreiz mehr und sie sprach von Todeswünschen. Sie zog dann zu meinen Eltern in eine Einliegerwohnung, bekam eine Pflegestufe, meine Eltern bereiteten ihr das Essen zu. Anfangs war sie dort sehr depressiv, lag nur im Bett, meinte, es gäbe keinen Grund mehr zu leben. Dann fing sie an, Radio zu hören, und hatte so auch wieder Gesprächsthemen. 

Jedes Mal, wenn sie dachte, es ginge nicht mehr weiter, der Tod sei verlockender als das Leben kam doch noch etwas in ihr Leben, das ihr wieder Lebesmut gab. Ja, oft hielt dies nicht lange an aufgrund des verschlechterten Sehens etc., aber immer wieder fand sich doch noch ein neuer "Anker".Ich denke mal, dass Du nicht in so einer Situation bist, oder?

Du kannst noch über Dein Leben entscheiden, kannst Dich bewegen, selbstständig leben? Falls nicht - es gibt für alles Hilfen, die man nur oft als gesunder Mensch nicht kennt (z.B. Blindenverein, der Hilfsmittel und Selbsthilfegruppen für Leute bereitstellt, deren Sehfähigkeit stark nachlässt).Falls doch: Es gibt noch sehr viele Möglichkeiten in Deinem Leben. Vielleicht verläuft es nicht so, wie Du es dir jetzt gerade erträumst, aber vielliecht findest Du noch ganz andere Ziele, die Dich mehr erfüllen würden als die jetzigen? Man weiß das doch nicht! Es gibt für das meiste Alternativen, auch für Lebenswege. In meiner Oberstufe war kurze Zeit ein 33jähriger, der das Abi nachmachen und erst dann studieren wollte. Andere fangen mit 40 noch mal neu oder überhaupt erst zu arbeiten an (z.B. wenn sie vorher Kinder großgezogen haben oder im Gefängnis waren, arbeitsunfähig etc.).

Es gibt heute sehr viele Möglichkeiten, viele kennt man nicht, man kann aber aktiv danach suchen und oft bieten sich doch überraschende Alternativwege.Suche mal nach Menschen, die Dir in dieser Richtung weiterhelfen können.Depressionen etc. kommen oft in Situationen, in denen eine Sache (z.B. Schule) abgeschlossen ist und etwas ganz Neues beginnt. Man fühlt sich unsicher, weiß nicht, wie es weitergeht, es fehlt der Überblick, die Sicherheit, das Wissen um Möglichkeiten. Suche Dir Informationen über solche Möglichkeiten, besprich Deine Ängste mit verschiedenen Menschen, diskutiere verschiedene Alternativen, überlege, was Dir noch helfen könnte (auch für Dich - oft weiß man selbst doch am besten, was einem gut tun könnte).

Kommentar von LuzifersBae ,

Bin ich nicht. Ich war mal auf Gymnasium, vor 5 Jahren 2011, als mein Vater uns verließ. (nicht Tod) ich bin seit ich 11 bin stark depressiv und das realisiere ich erst jetzt. Ich war danach auf der Hauptschule, und jetzt habe ich nicht mal einen 9. klasse Abgangszeugnis, gar nichts. Es sind noch viele Dinge passiert, die ich hier nicht sagen möchte .. es ist keine normale Depression die mal schnell vorübergeht, es ist wie eine Sucht. Haha, weißt du was lustig ist? Eine Zeit (2015 Herbst) ging es mir so gut, ich wollte von neu wieder anfangen. Doch ich hatte Angst das wieder was passieren wird, was mich runterziehen wird und es ist passiert. 2016 werde ich wieder auf die Berufsschule gehen um mein Leben wieder aufzubauen, aber ganz ehrlich mir kommt das so lächerlich vor. Alles im Leben kommt mir so lächerlich vor, ich mein wofür? Wofür lebe ich, wieso versuche ich so verzweifelt etwas aus meinem hoffnungslosen Leben zu machen? Ich gehe seit 7 Monaten nicht mehr raus, kannst du dir das vorstellen..? Ich habe all meine Freunde verloren, nicht mal ein einziger interessiert sich für mich. Meine Familie hat auch die Hoffnung verloren, da ich ja eh alles falsch mache und helfen will mir niemand. Mache ich was falsch? Bin ich einfach selbst falsch, wieso hasst mich das Leben so sehr? 

Antwort
von Parnassus, 40

Das ist nicht ungewöhnlich manche Dinge erst Jahre später richtig zu realisieren. Du hast dein Leben selbst in der Hand und es klingt so als hättest du einiges aufzuarbeiten, evtll kannst du dir dabei professionelle Hilfe holen. Ich kenne einige Menschen die richtig viel vergeigt haben, aber trotzdem eine Kehrtwende geschafft haben. Manchmal ist es auch von Nöten dafür umzuziehen. Es kann besser werden,wenn du es willst

Kommentar von LuzifersBae ,

Bin erst 16. noch ziemlich jung ich weiß, aber dieses Gefühl will mich nicht loswerden. Ich lehne jede Hilfe ab - ohne es zu wollen. Ich weiß nicht wieso ich so bin. Mir kommt das alles so lächerlich vor, mein Leben an sich ist so lächerlich. Ich versuche verzweifelt aus dem dunklen Loch rauszukommen, doch dabei sinke ich immer tiefer und immer tiefer. Egal was ich mache, alles, wirklich alles mache ich falsch. 

Kommentar von Parnassus ,

Wieso denkst du das du alles falsch machst, wird dir das gesagt?  Mit 16 haben die meisten null Plan,aber das legt sich noch. Vielleicht hast du Pläne was deine Ausbildung betrifft, wenn nicht mache dir Gedanken und bleibe nicht im Moment stecken. Was hilft ist wenn du dich mal völlig auspauerst beim Sport ,das befreit den Geist. Gebe nicht auf ,nicht mit 16!

Kommentar von LuzifersBae ,

Mir wurde das am Anfang oft gesagt, wo ich noch auf Gymnaisum war(2011). Meine Mitschüler und Lehrer haben mich gemobbt weil ich damals gestottert habe und die einzige Türkin war. Dann auf der Hauptschule wurde ich als Versager abgestempelt, ich wurde bedroht und beleidigt, ich habe keine Ahnung wieso. Zuhause lief genau das gleiche ab "du bist ein versager" , " du machst alles falsch wieso bist du überhaupt auf die Welt gekommen?!" ... niemand wirklich niemand hat sich je für meine Gefühle interessiert oder überhaupt für mich eingesetzt. Ich bin jeden so s.heiss egal. 

Antwort
von RiniBeanie, 10

Ich weiß nicht, ob es dir weiter hilft, aber ..

..Du bist NICHT allein!

Du bist nicht allein mit deinen Gefühlen, Gedanken!

Du bist nicht allein! Und ich bin mir sicher, auch du wirst den Kampf gegen diese fiesen Psychischen Krankheiten gewinnen!! Du bist nicht allein und kannst das schaffen, so wie ganz viele andere es auch schon geschafft haben!

Liebe Grüße
von einer Mitkämpferin!

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