Frage von WhoNose, 56

Wieso können so viele so schlecht mit Ihrem Emotionen umgehen?

Was oft auffällt, ist dass viele zunehmend schlechter mit Emotionen umgehen können. Sowohl mit den eigenen, als auch fremden. Zum Beispiel Ritzen sich ja sehr viele und ich kamn mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das ein reiner Trend ist. Viele Geiern nach Aufmerksamkeit, indem sie Mitleid erregen wollen. Das fällt immer häufiger auf, finde ich. Und auch Depressionen und andere psychische Krankheiten kommen immer häufiger vor. 

Woran liegt das? An welchen Ursachen liegt es?

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Teenager, 51
  • Immer weniger Menschen erleben ein intaktes Familienleben, haben einen stabilen Freundeskreis und bekommen auch als Kinder nicht den angemessenen Umgang mit Emotionen beigebracht. Hier entgleist die Gesellschaft tatsächlich zusehends. 
  • Alle möglichen Gutmenschen-Reaktionen auf weltweite Katastrophen werden breitgetreten, aber die ganz normale, alltägliche Verarbeitung von Gefühlen in einer persönlich angemessenen und sozial adäquaten Form scheint abzunehmen. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind eher mit ihren Emotionen allein gelassen und bekommen adäquate Verarbeitung nicht mehr in ihrer Familie vorgelebt. 
  • Abgeschobe in Kita und Ganztagsschulen, verelendigt in zerrütteten Patchworkfamilien oder alleinerziehend mehr schlecht als recht großgezogen vereinsamen Kinder in einer unpersönlichen, lieblosen Atmosphäre von gleichgeschalteten Soll-Emotionen und mit aufgezwungenen Bezugspersonen, zu denen sie keine wirklich emotionale Bindung besitzen. Es mangelt ihnen an Vorbildverhalten von geliebten Erwachsenen, zu denen sie Urvertrauen fühlen und an denen sie sich hilfreich und leitend orientieren können.
  • Zugleich wird auch das Freizeitverhalten immer unpersönlicher und einem sozial-adäquate Umgang mit Gefühlen wird entwichen. Smartphones und Internet, Computerspiele und schulische Überlastung verhindern ein ausgleichendes Freizeitverhalten, in dem man alltäglich harmlose Konflikte erlebt und als normal und lösbar wahrnimmt, sich aber immer auf sein Elternhaus als vertrauensstiftenden Hintergrund verlassen kann und gemeinsam Lösungen erarbieten könnte, wenn dies nötig wird.
  • Eltern müssten weniger auf Leistung pochen und anstatt beträchtlich mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, auf Bildung und Erhaltung des Urvertrauens wieder erheblich mehr Wert legen und die Verarbeitung von Gefühlen alltäglich vorleben. 
Antwort
von Erdbeerregen, 39

Es liegt unter anderem an den stetig steigenden Erwartungen der Gesellschaft an den Einzelnen. Werden diese sehr hohen, oft auch übermenschlichen Erwartungen nicht erfüllt, führt das zu einem Gefühl, versagt zu haben.

Antwort
von MetIHaIPiIK, 56

Weil die Menschheit sich selbst zu sehr stresst, Stress schadet jedem. Und ich denke, dass du sehr rational an die Sache rangehst, auch gute Antworten wirst du wohl nicht so recht verstehen können, Kopfmensch halt ;)

Antwort
von kiniro, 36

Weil die Eltern und andere Erwachsenen mit der Devise "negative Gefühle wie Wut, Trauer usw. sollten nie gezeigt werden" groß wurden.

Dieses schädliche Bild geben sie an die Kinder weiter.

Besonders für die Deutschen galt für lange Zeit "seelischen Schmerz unterdrücken und weitermachen. Hauptsache, die Leistung stimmt - und wenn der Rest dabei zugrunde geht".

Kleine Korrektur: so sind etliche noch heutzutage drauf.

Antwort
von voayager, 21

Bedenke das wir nicht nur in einer sogenannten Leistungsgesellschaft (=Ausbeutungsgesellschaft) leben, sondern auch in einer Ellenbogengesellschaft.

Antwort
von AngelNr1, 47

Ich weis es auch nicht aber ist mir auch schon aufgefallen und finde es auch echt schlimm!

Antwort
von NosUnumSumus, 34

Gib auf Youtube "Eckhart Tolle" zusammen mit dem Begriff "Schmerzkörper" ein. ;-)

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