Frage von einAlien, 55

Wieso kann man mit dem Fachabitur nur an einer (Fach)Hochschule studieren?

Im Bundesland Hessen gibts ja andere Regelungen. Aber in den restlichen Bundesländern ist es ja so. Ob man jetzt an einer FH Maschinenbau studiert oder an einer Universität ist doch völlig egal oder BWL. Die Abschlüße sind ja im Endeffekt gleichwertig. Klar gibts Unterschiede, an einer FH ist es praktischer und an einer Uni eher theoretischer. Aber diese Regeln verwirren mich. Also gibt es einen triftigen Grund?

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Schule, 13

Die Bildungspolitiker (vor allem die linken) wollten bis zum Angang dieses Jahrtausends mal eine Zeitlang Abitur und Fachabitur in sogenannten "integrierten Studiengängen" an Gesamthochschulen zusammenfügen. Dabei sollten in dem gemeinsamen Grundstudium die Bildungsdefizite der Fachabiturienten mit nur drei Brückenkursen in Ma, De, En ausgeglichen werden.

Vor allem in NRW gab es sechs solche Gesamthochschulen. Diese waren zum Zeitpunkt ihres Bestehens den ausschliesslich beruflich vorgebildeten, vor allem den Meistern, Technikern und Fachwirten nicht zugänglich, den Fachabiturient aber schon, und zwar auch in Fächern wie Mathematik und Physik. Die Zwischenprüfung + Brückenkurse galt damals für Fachabiturienten als fachgebundene Hochschulreife, mit der dann auch Lehramtsstudiengänge zugänglich wurde.

Vor dem Hintergrund der enorm gestiegenen Abiturientenzahlen und einer neuen Diskussion über die Berufliche Bildung hat sich das Blatt nunmehr genau umgedreht.

Alle Gesamthochschulen in NRW wurden (ausgerechnet von der SPD !) im Jahre 2003 in Universitäten umgewandelt und damit nicht mehr mit Fachabi zugänglich, gleichzeitig wurde den "Beruflich Qualifizierten" durch einen KMK Beschluss im Jahre 2009 nunmehr der Zugang ermöglicht.

NRW hat die Trennung FH - Uni sogar noch forciert, indem weitere neue FHs gegründet wurden und vorhandene teilweise ganz dramatisch ausgebaut wurden. Durch diese Entwicklung hat jedoch in NRW das Fachabi deutlich an Attraktivität verloren.

Da viele Abiturienten nunmehr nicht mehr an Unis unterkommen können, weichen sie vemehrt auf (Fach-) Hochschulen (zum auch private !) aus.

Expertenantwort
von Kristall08, Community-Experte für Studium, 29

In Hessen gibt es auch viele andere komische Dinge, wie merkwürdige Sekten, die nirgendwo sonst Anerkennung finden....

Die AbschlüSSe von Universität und Fachhochschule sind nur nominell gleichwertig. Da braucht man sich nichts vorzumachen. 

Generell ist ein Fachabitur (FHR) ja eher als Ausweg für wenig an Geisteswissenschaften interessierte Leute gedacht gewesen. Es reicht zum Beispiel eine Fremdsprache. Da an den Universitäten aber die Geisteswissenschaften beheimatet sind, will man mit diesem Abschluss vermutlich eher nicht dort studieren. Und ich finde diese Trennung auch richtig so. Wer an die Uni will, muss eben ein Jahr länger zur Schule gehen und die Abiturprüfungen überstehen. Dafür hat er dann den angeseheneren Abschluss.

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