Wieso kann man Menschen so leicht in Gruppen einteilen und wieso wird man kritisiert, wenn man es tut ?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Na ja, es ist typisch, dass wir viele Merkmale beobachten, Schlüsse daraus ziehen und wenn wir andere mit diesen Merkmalen sehen, die Schlussfolgerungen auf sie übertragen. Beim Überleben unserer Vorfahren war das wichtig (gelb, Punkte, schnell: Leopard, weglaufen. Ach, nur eine Giraffe; die beißt nicht, Weglaufen war trotzdem richtig, hätte man gewartet, und es wäre ein Leopard gewesen, wäre man jetzt tot.

Schubladen: Man trifft so viele Menschen, dass man unmögliche alle komplett individuell betrachten kann. Also steckt man sie in Kategorien: Verwandte, Kollegen, Freunde. Partylöwen, Introvertierte. Hobbyfußballer, Zocker.

Das ist auch gut so, denn dann kann man schon aus der Gruppierung einiges über die Menschen wissen (Hobbyfußballer: Gesprächsthema gefunden! Zocker: Lass den mal in Ruhe, der interessiert sich nur für einen Computer!). Ja, manchmal trifft man daneben, aber man kann auch nie die Komplexität eines Menschen komplett erfassen, vielleicht nach vielen Jahren, die man mit ihm zusammengelebt hat. Man muss die vielen Menschen irgendwie kategoriesieren.

Das ist so lange nicht schlecht, wie wir nicht anfangen, unsere Wahrnehmung bzw. Vorstellung dieser Menschen als Maßstab anzulegen und sauer zu sein, wenn sie der Erwartung nicht entsprechen. So lange wir offen für Abweichungen unserer Vorstellungen sind und darauf auch eingehen können, dürfen wir mMn Menschen ruhig in Schubladen stecken, wenn es Schubladen sind, die man öffnen kann und die nicht fest verschlossen sind und wenn die Menschen auch die Schubladen wechseln können (früher Zocker, jetzt Hobbyfußballer: Lass uns mal gemeinsam trainieren! ;-) Das heißt nicht, dass er jetzt nicht mehr spielt, nur, dass ich ihn jetzt anders wahrnehme, nämlich (auch) als Fußballer.)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil grundsätzlich jeder von uns als Individuum gesehen werden will und weil jeder sich selbst für was Besonderes hält und weil jeder - egal wieviel er tut was Andere auch machen einzigartig ist.
Menschen in Schubladen zu stecken ist also nichts Anderes als sie abzuwerten, weil man sich entweder nicht die Mühe macht sie besser kennenzulernen und trotzdem so tut als würde man wissen wer sie sind, oder weil man sie nicht als Einzelperson sieht sondern nur als Eine von vielen.
Ich bezweifle dass du so behandelt/gesehen werden willst.
Bin sicher wenn man zu dir sowas sagt wie "du bist so ne Tussi" - knabbert das auch bei dir am Ego. Weil du keine Tussi "BIST" sondern dich nur wie eine verhältst. Aber das macht noch lange nicht deine komplette Persönlichkeit aus.
In dem Unterschied zwischen "du BIST" und "du TUST" steckt ein Riesenhaufen Wahrheit - und diese Minidifferenz ist der Unterschied den viele nicht kennen. Ein du "BIST" steckt jeden in eine Schulblade. Das ist der Satz an dem Kinder nach wie vor am meisten leiden zb. Weil man ihnen sagt wer sie sind und sich nicht dafür interessiert wer sie wirklich sind. Weiß nicht ob du den Unterschied verstehst. Ich musst das auch erst lernen :o

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es ist menschlich, dass man Leute erst mal pauschal einordnet, da es der eigenen Orientierung dient. Und so lange man nicht absolut an Vorurteilen festhält, sondern in der Lage ist sich auch mal eines Besseren belehren zu lassen, ist es auch absolut ok.

Demnach ist die Aussage deines Freundes "Schubladendenken ist nicht gut" doch ebenso ein Vorurteil. ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sicher kann man mit Vorurteilen recht haben. Man KANN, muss es aber nicht, und da liegt das Problem. Wir Menschen oder besser unsere Gehirne sind wohl so gestrickt, dass wir Muster erkennen und diese bestätigt sehen wollen, so nehmen wir die Welt nun einmal wahr und ordnen sie für uns ein.

Menschen allerdings einzuordnen ist problematisch, da man schnell dazu neigt, zu meinen, jemanden zu kennen oder zu wissen, wie er tickt. Das kann man jedoch nicht, schon allein, weil Menschen nie immer dieselben sind, sich ändern können und einfach nicht zu 100% vorhersehbar/voraussagbar sind.

Letztendlich verschließt man sich auch selbst vor der Möglichkeit, dass jemand anders ist, wenn man schon im Vorraus ihm das nicht zugesteht. Projektion ist da auch ein sehr guter Begriff, über den du dich mal informieren solltest (Projektion im Bereich Psychologie).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

dein letzter absatz zeigt schon, daß du eine etwas zu positive meinung hast.

wir leben keineswegs in einer gesellschaft, die auf gemeinsamen rahmenbedingungen fußt. da sind die regionalen unterschiede, persönliche einflüsse usw ... durchaus prägend. der rassismus hat da recht wenig mit zu tun. es geht vielmehr um orientierungshilfen. schubladen sind da ein eher simples, geläufiges einordnungskriterium.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hach ja, die guten alten Schubladen. Es ist einfach so, dass es in den meisten Fällen zutrifft.

Wieso das kritisiert wird? Weil die Menschen einfach alles gerne kritisieren, so einfach ist das^^

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von lmperiaI
12.07.2016, 23:58

Nur die dummen oder Deutschen. In meinem Land nicht hahaha

0

Das Kategoriesieren ist menschlich und zum Teil auch wichtig, um lernen und leben zu können.

Gefährlich oder zu kritisieren wird das erst, sobald du dein Verhalten aufgrund einer Schublade veränderst.

Also eine auffällig geschminkte Jugendliche ist doof und unreif, ergo spreche ich nur über Oberflächlichkeiten mit ihr.

Ein dicker Menschen, mag gewiss keine Bewegung, also treffen wir uns lieber zum Eis essen, statt zum Fußball spielen. 

...

Damit schadest du nicht nur der Person, sondern auch dir selbst, weil du die interessanten Aspekte einer Person nicht beachtest. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Jeder hat ein Schubladen denken. Ich bin zum Beispiel in der Goth-Szene. Ich bin mit 16 von Bayern nach Sachsen-Anhalt gezogen um dort meine Ausbildung und danach mein Fachabi zu machen. Sachsen-Anhalt hat ca. einen Monat eher Ferien als Bayern.

Nun bin ich ein anständiges Kind, dass gern auch mal die Eltern besucht in den Ferien.

So stand ich mit meinen 19 süßen Jahren am Bahnhof in Bayern, gerade angekommen mit Plateauschuhen und Lila Haaren, den Eyeliner bis zur Schläfe gezogen und hab mit meinem Koffer darauf gewartet, dass ich von meiner Mum abgeholt werde.

Es war gerade kurz nach 13:00 und die Schüler hatten gerade aus und es gibt dort viele, die dann den Zug nehmen, mit dem ich gerade angekommen war.

Es liefen drei Freundinnen in ihren Erdtonfarbigen Klamotten und standartisierten Haarfarben an mir vorbei und ich höre nur: "Ich finde solche Leute total assi mit ihren bunten Haaren und den Tattoos, die bekommen so nie Arbeit und gammeln nur doof rum"

- Zack - Schublade -

Deswegen find ich Schubladen Denken eher etwas suboptimal, obwohl ich andere Menschen auch in Schubladen stecke, was aber denke ich jeder macht, auch wenn er es anders angibt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Schubladendenken im Kleinen kann noch einigermaßen lustig sein. Im Großen wird es aer beängstigend. Hartzler sind zu faul zum arbeiten. Flüchtlinge kommen wegen der Sozialleistungen. Beamte sind faul. Die Griechen zocken Deutschand ab. Du siehst, dass sowas schnell gefährlich und ziemlich aburd werden kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung