Wieso kann man angst davor haben glücklich zu sein?

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9 Antworten

Also vornweg sollte man vielleicht mal erwähnen, dass Du die Annahmen in Deiner Frage auch erstmal irgendwie begründest. Hast Du das irgendwo gelesen, etc.?

Aber in diesem Fall gibt es auch so eine ganz gute Antwort:

Glück ist meistens etwas, das sehr nahe am Selbstbewusstsein angesiedelt ist. Will man das ganze mal psychologisch betrachten, sind Menschen nach Umfragen am glücklichsten (im europäischen Gebiet), wenn sie ein gut funktionierendes Sozialleben mit hohem Aktivitätslevel haben.

Dieses "Glück" ist aber als ein grundlegendes Gefühl verstanden. Es gibt eben auch noch andere emotionalen Zustände, in denen sich ein Mensch wohl fühlen kann - obwohl sie keine solide Grundlage haben. Als Beispiel nehme ich immer wieder gerne jemanden, der sich über viele Jahre einen tollen Online-Account in einem Computerspiel erschaffen hat. Dann hat er dort online Freundesersatz, bekommt Zuspruch und Bestätigung - muss dafür aber das reale Leben ausblenden.

Wenn Du jetzt über "Glück" sprichst, meinst Du wahrscheinlich ein Gefühl im wahren Leben. Aber selbstverständlich hat ein Online-Spieler dann riesige Angst, seine einzige Komfortzone zu verlassen und sich dort etwas aufzubauen, wo er schon seit Jahren keine Arbeit reingesteckt hat - wahrscheinlich hat er sogar sehr schlechte Erfahrungen und Ängste innerhalb der realen Welt gesammelt.

Für so eine Person ist es extrem schwierig, Glück überhaupt erkennen und greifbar machen zu können. Natürlich hat so jemand Angst zu scheitern und dafür sogar seien Komfortzone aufzugeben.

Wie Du schon merkst, ist das Thema aber auch stark davon abhängig, was mit Glück überhaupt gemeint ist.

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Kommentar von Apple991
14.06.2016, 13:34

Ich beschäftige mich ein wenig mit Kafkas Leben und habe erfahren, dass er Angst davor hatte glücklich zu sein. Das was du schreibst trifft eigentlich auf ihn zu. Er war eine sehr ängstliche Person, mit viel Selbstzweifel und Selbstkritik. Sein soziales Leben war auch nicht sehr gut. Er hatte nicht wirklich viele Hobbys gehabt, außer eben das Schreiben (wo er versuchte seine Angst zu verarbeiten). Isolierte sich von der Welt, nicht in die Onlinewelt, sondern in die Schreibwelt. Er hatte schlechte Erfahrungen mit seinem Vater und verlor wegen ihm sein Selbstbewusstsein. Er hatte Angst mit ihm zu sprechen und kam ins stottern wenn er es tat. Die Angst vorm Scheitern verfolgte ihn auch. Deine Antwort hat mir echt geholfen. :)

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Hallo Apple991,

einige Menschen sind von der Erziehung her so geprägt, dass sie es sich verdienen müssen, glücklich zu sein. Dann haben einige gelernt, dass es fast 'ungehörig' ist, glücklich zu sein. Andere haben die Erfahrung gemacht, dass nach einer Phase des Glücklichseins immer wieder auch eine des Unglücklichsein folgt.

Es gibt vermutlich noch einige andere Gründe, warum manche Menschen Angst davor haben, glücklich zu sein. Genauso wie manche Menschen Angst davor haben, zu leben, zu versagen oder nicht geliebt zu werden.

Angst an sich ist ja auch nicht Schlechtes - sie warnt uns vor Gefahren. Aber irrationale Ängste, vor allem, wenn man sich dieser Ängste gar nicht bewußt ist, können einem ziemlich den Spass am Leben und am Glücklichsein vermiesen ;-(

Ich versuche jeden Tag glücklich zu sein, auch wenn ich weiß, dass das Glück nicht ewig anhält. Denn warum sollte ich es mir vermiesen lassen, solange es doch da ist? Also einfach genießen, es geht irgendwann von allein weg ;-)

Glückliche Zeit wünscht Dir

Buddhishi

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Weil sie dann einen Schritt von sich weg - und auf andere zugehen müssten.

Nähe muss man zulassen wollen, was aber auch Verantwortung übernehmen beinhaltet. Und das wollen viele nicht. Sie leben lieber nach dem Motto "wasch mich, aber mach mich nicht nass".

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Ehm also ich kenn jetzt niemanden der so tickt aber naja jeder definiert das eigene Glück anders. Manche sind glücklich wenn sie keine finanzielle Probleme haben, bei anderen wären es dann die gesundheitliche Sicherheit. Aber eigentlich hat niemand Angst davor glücklich zu sein, das würd sich ja widersprechen denn Glück--> keine Ängste, wohlfühlen ^^

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When too happy, lieber Gott böse.


Frei nach dem Motto, das kann nicht lange gut gehen und dann kommt´s richtig dicke.



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Höchstens Angst davor, das Glück nicht bewältigen zu können.

Zuviel Glück, wenn man es nicht gewohnt ist kann auch anstrengend sein oder ins Gegenteil umschlagen. Man wird es überdrüssig und will, dass alles wieder in "geordneten Bahnen" läuft.

Wie ein Spruch zum Ausdruck bringt:

Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.

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Diese Menschen haben eigentlich keine Angst vor dem glücklich sein.

Sie haben Angst vor einer Enttäuschung.

Dagegen hilft nur, ein stärkeres Selbstbewußtsein.

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Glücklich zu sein bedeutet, das zu machen, was das Herz einen rät.

Das kann meist zu Komplikationen führen, da z.B. die meisten Eltern - von Geburt an - ein Ziel für ihr Kind im Kopf haben.

Außerdem muss man, wenn man "seinen eigenen Weg geht" für seine Fehler grade stehen & Verantwortung übernehmen. Das ist nicht so, wenn man einen konventionellen Weg geht wie z.B. Schule ---> Ausbildung oder Studium ---> Arbeit ---->Rente/Familie/etc. (Dieser Weg ist meist der normale Werdegang eines Jeden)

Jemand, der aber seinen eigenen Weg ergründet, wird feststellen, sich oft in einer Sackgasse zu befinden. Ihm gefällt es schlichtweg nicht mehr, dass zu tun, was ihm als "normal" verkauft wurde... Dazu kommen dann ggf. Abbrüche in Ausbildungen oder des Studiums, etc...

zumindest kam es mir grade so in den Kopf, als ich die Frage las =P

BG!

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wahrscheinlich, weil nach dem Glück auch immer wieder die Trauer bzw. die schlechte zeit kommt. und es ist schlimmer total glücklich zu sein und dann abrupt wieder abzustürzen, als die ganze zeit unglücklich zu sein.also so könnte ich mir das vorstellen. nachvollziehen kann ich das aber auch nicht. 

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