Frage von DerBaertigeBert, 76

Wieso kann ich nie glücklich sein?

Bei jeder größeren Entscheidung entscheide ich mir für das Falsche. Ich bin bie zufrieden mit dem was ich hab. Ich bring es ja nicht einmal fertig mich im Supermarkt zwischen zwei Schokoriegel zu entscheiden. Egal was ich mache, es ist immer falsch. Ich will so nicht leben.

Antwort
von Machtnix53, 37

Dein Problem ist nicht, dass du dich für das Falsche entscheidest, sondern dass ein Teil von dir, der Selbstkritiker, nicht zufrieden zu stellen ist und immer in Opposition geht zu dem Teil, der die Entscheidungen fällt.

Du hast diejenigen, die dich immer kritisieren oder kritisiert haben (zB Eltern,Lehrer, Mitschüler...) verinnerlicht. Um ihnen zu gefallen, kritisierst du dich selber.

Um glücklich zu sein, brauchst du aber Selbsteinigkeit, Einigkeit mit dir selber. Wer soll zu dir stehen, wenn du es selbst nicht tust? Sag deinem Selbstkritiker, er soll die Klappe halten. Und wenn er das nicht tut, schmeiß ihn raus.

Kommentar von Inkonvertibel ,

DH

Antwort
von Chaoist, 44

Menschen wollen immer das was sie grade nicht haben.

Wenn sie "solo" sind, sehen sie nicht die Freiheit, sondern die Einsamkeit.
Wenn sie verheiratet sind, sehen sie nicht die Geborgenheit, sondern dass sie unfrei sind.

In gewisser Weise ist das also kein Fehler von dir, sondern ganz "menschlich".

Ich kann mich beim Joghurt auch nur deshalb schnell entscheiden, weil ich irgendwann Prioritäten gesetzt habe, und auf Grund dieser eines gefunden habe, das ich jetzt immer kaufe.

Setze dir Prioritäten. Versuche heraus zu finden was dir wichtiger ist. Ja das bedeutet dass du dich entscheiden musst. Du kannst dich also irren. Dann entscheidest du dich später eben um. Aber mit der vorgeschalteten Prioritätenliste, bekommt alles eine neue Qualität.

Antwort
von Serela, 33

Das ist so einfach wie schwer: Wenn du so nicht leben willst, lebe anders. Das ist dann einfach, wenn du verstanden hast, wie es geht, bis dahin ist es schwer - aber durchaus machbar!

Sehr wenige Entscheidungen im Leben sind sehr drastisch und können wirklich falsch gemacht werden. Oft entsteht auch aus einer scheinbar falschen Entscheidung etwas Großartiges. Und oft ist man selbst auch der einzige, der etwas als falsch empfindet. 

Du gehst an dein Leben mit dem Glaubenssatz heran, dass alles was du tust, falsch ist. Und dann erlebst du es auch so, weil du daran glaubst, dass es so sein muss (sog. sich selbst erfüllende Prophezeiung). Nochmal: das ist nur ein Glaubenssatz, keine Tatsache! (Eine Tatsache wäre z.B.: "Ich habe auf hundert Schläge mit dem Tennisschläger fünf Mal den Ball getroffen". Das sagt etwas über den aktuellen Zustand aus, hat aber null Aussagekraft darüber, ob du je ein guter Tennisspieler sein wirst!) Jeder Glaubenssatz kann mit etwas Zeit und Anstrengung gegen einen anderen ausgetauscht werden (quasi wie eine freiwillige, reinigende Gehirnwäsche an sich selbst). 

Gewohnheiten sind wie Trampelpfade, dein Gehirn hat sich daran gewöhnt, den ausgetretenen Pfad von "ich kann nichts richtig machen" zu gehen, und obwohl er voller Dornen ist, geht es ihn am liebsten, weil es dann schon weiß, wo es langgeht. Wenn du den Weg von "ich treffe bewusste Entscheidungen und stehe dazu, weil ich mich selbst wertschätze und aus negativen Erfahrungen lerne" gehst, wird das erstmal schwierig, weil er bei dir ziemlich zugewachsen ist. Aber je öfter und je weiter du ihn gehst, desto freier wird er, und irgendwann kannst du ihn dann genüsslich entlangschlendern. 

Alles, was du jetzt noch tun musst, ist, dich dafür zu entscheiden, diesen Weg zu gehen. Und ich kann dir versprechen: damit kannst du nichts falsch machen ;)

Antwort
von amrita1, 24

Ich stimme Serela zu,  du gehst mit einen verkehrten Glaubenssatz an die Sache heran, wie wäre es, zu sagen: "Ich  treffe  immer die richtige Entscheidung!"

Glaubenssätze entstehen in unserer Kindheit und sie können uns in unserem Leben unterstützen oder behindern auch Glaubenssätze, wie "keiner mag mich", "die anderen sind besser dran als ich" können uns das Leben ziemlich schwer machen, sie lassen sich aber durch Selbstkonditionierung in positive Glaubenssätze umwandeln.

Du könntest einmal alle negativen Glaubenssätze, die dir einfallen, aufschreiben und in positive Glaubenssätze umwandeln und versuche diese in dein Leben zu integrieren. "Funktioniert nicht von jetzt auf gleich" aber "steter Tropfen höhlt den Stein."

Antwort
von tlenz21021993, 32

Wie sagten schon die alten Lateiner: Irren ist menschlich =Jeder Mensch macht Fehler!!! 

Machen Sie sich wegen einem falschen Schokoriegel NICHT VERRÜCKT. Jede Entscheidung, die sie treffen, haben sie aus GRÜNDEN getroffen (bewusst oder unbewusst). Jede Entscheidung hat auch ihre positiven Seiten, davon bin ich fest überzeugt. 

Allgemein hilft DANKBARKEIT. Hier in Deutschland fehlt es uns eigentlich an nichts essentiellen. Das beste Buch zum Thema Dankbarkeit(und fasten) ist m.E.  "7 Wochen mit großartigen Kleinigkeiten"  welches sie für 7,99€ im Handel finden. Das ist vermutlich die kostengünstigste Variante zur Lösung ihrer Probleme... LG 

Antwort
von StrikingEagle, 44

Naja, dass wirst du wahrscheinlich schon oft gehört haben, aber vielleicht ist es das beste, wenn du einen Psychologen aufsuchst. Auch gut währe es, mit Familie und Freunden darüber zu reden. Ich wünsche dir aber alles Gute auf deinem weiteren Weg :)!

Antwort
von JoachimWalter, 18

Wir haben Auto gekauft, Jahreswagen. Da muß man ja immer Kompromisse machen. Wir haben eine Liste erstellt was sein sollte, was sein kann und was wir nicht brauchen. Heut haben wir ihn gesehen, einfach TOPP! Hat zwar paar Dinge, die nicht unbedingt sein müssen, aber man gewöhnt sich dran.

Grundsätzlich sind wir da entscheidungsfreudiger. Kann sich meine Zarte beim Einkauf nicht zwischen zwei Kohlrabis entscheiden, dann nehm ich einen und leg den in den Korb. Und fertig.

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