Wieso kann ich nicht reden?

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8 Antworten

Ob du nicht reden kannst, weiß ich nicht - ok, du beschreibst das so, und ich glaube dir das. Aber schreiben kannst du weit besser als die meisten in deinem Alter. Ich denke, auch viele Erwachsene schreiben nicht so gut wie du. Aber ok, die Frage dreht sich ja ums Reden, und ums Freunde finden usw.

Die Situation mit dem "abseits wohnen" kenne ich sehr gut, mir ging es damals (mit 16) sehr ähnlich. Viele Freunde hatte ich nicht, was auch einfach damit zusammenhing, dass es in meiner Umgebung nur eine kleine Zahl Gleichaltriger gab (und auch das Dorf war fast 2 km weg).

Ich bin damals in einen Tennisverein gegangen, und zwar auch deshalb, weil mir das Spiel gefiel. Aber ich sehe auch ein, dass einem das Spiel oder der Sport gefallen sollte. Ich bin auch alleine laufen gegangen, aber dabei lernt man auch eher weniger Leute kennen. :)

Du hast geschrieben "Aber mit dem Thema, in welchem ich mich wohlfühle, werde ich bei anderen nicht weit kommen." - was wäre das denn für ein Thema (falls wir das erfahren dürfen)?

Du hast auch geschrieben, dass du wenige Interessen hast. Das war bei mir anders. Ich hatte mich sehr gut alleine unterhalten können. Entweder mit irgendeinem Allein-Sport, mit Chemie, mit Schach, mit Musik, Kunst oder irgendeinem schrägen Frickelkram (auch Mathematik hab ich öfters mal just for fun gemacht, einfach so, das war aber auch nur eine Phase...).

Natürlich galt ich als "schräg", aber ich hatte auch schon immer einen gewissen Humor, der zwar oft völlig abstrus ist, aber auch oft Leute zum Lachen gebracht hat. Noch heute mit 46 lese ich Comics, amüsiere mich über Helge Schneider, Walter Moers, Ralph Ruthe, Joscha Sauer und viele andere "kindliche" Sachen...

Obwohl ich sicher "anders" war, gab es doch viele Gleichaltrige, die etwas mit mir anzufangen wussten, da ich fast immer eine eigene Sicht auf die Dinge hatte, und ich es auch nicht übel nahm, wenn man sich mal über eines meiner (zahlreichen) Missgeschicke amüsiert hatte.

Mit Humor kommt man oft weiter als mit trockenem Überlegen. Ich weiß nun nicht, ob ich da nun hilfreich war, ich hab einfach mal drauf los geschrieben.

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Kommentar von FelixNeumayer
15.11.2016, 22:58

Einfach mal drauf los schreiben ist gut. Dabei kommt das zu Stande, was man denkt und ich finde das für meinen Teil meist hilfreicher, als diese typischen, verallgemeinernden Antworten, wie: Man solle sich einen Psychotherapeuten suchen. Klar, hatte ich ja vor, aber in vielen Fällen hat man Angst davor, oder es ist einem schlichtweg nicht möglich.

Was mein Schreiben betrifft... nunja, wenn ich meiner Deutschlehrerin Glauen schenke, ist mein Geschreibsel fast noch schlechter, als meine mündliche Arbeit. Ohne jeden Zusammenhang, "kein roter Faden erkennbar". Wirklich erstaunlich, dass ich von Deutschlehrer zu Deutschlehrer mal Vierer mal Zweier im Zeugnis habe... (Ironie)

Wo ich wohne, gibt es vielleicht gerade einmal 4 Personen in meinem Alter. Einer davon ist mein Bruder. Der Rest lässt sich nicht blicken. Es gibt weder einen Dorfladen, noch einen Sportplatz. Mein Bruder spielt Tennis, und er sagt, dort sind alle recht nett und es mache Spaß. Aber es sind keine Plätze mehr frei. Außerdem glaube ich nicht, dass Tennis mein Sport wäre. Ich habe so viel Gefühl für den Ball, wie ein Elefant für Porzelan. Wie gesagt, viele Ideen, was ich machen soll, habe ich momentan nicht. Meistens schlage ich die Zeit zu Hause irgendwie mit Lernen oder Serien tot. Serien überwiegen dabei aber ^^'.

Das Thema, was ich meinte, war das hier. Also das, worüber ich hier meine ganzen Fragen stelle. Man könnte es als Depression oder als Psychologie bezeichnen. Je nach Einstellung.

Ich wäre schon froh, wenn ich jemanden hätte, der mir antwortet, wenn ich denjenigen nach einem Treffen frage. Hätte ich meinen Bruder nicht, würde ich mich das ganze Jahr in Einsamkeit und Geduld üben. Dabei hat er ganz ähnliche Probleme. (er ist übrigens mein Zwilling, falls du dich schon gefragt hast, wie das möglich ist :P). Trotzdem kann ich nicht sagen, dass wir uns blendend verstehen. Er erzählt mir nichts von sich, ich nichts von mir. Er wendet sich dabei immer ab und versucht, das Thema zu wechseln.

Missgeschicke, wie Sprachfehler oder sonstige passieren mir auch ständig. Jedoch amüsiert sich niemand. Wie gesagt, bei sowas verzeiht meine Klasse keine Miene. Also... nur bei mir versteht sich. Ich versuche immer wenigstens ein bisschen Witz in Angelegenheiten zwischen mir und Klassenkameraden einzubauen, damit die Spannung nicht zu groß wird. Das geht allerdings nach Hinten los und das Gegenteil ist der Fall.

Tja, ich hoffe, mein Text wird nicht zu lang... ach was rede ich, das ist er schon. Ich höre hiermit auf. Liebe Grüße, Felix.

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Hallo,

ich habe mir gerade deinen Text durchgelesen.

Dabei musste ich an meine Schulzeit denken, die jetzt schon lange zurückliegt. (Ich bin fast 60).

Ich ich ging damals nicht gerne zur Schule, und um Referate hatte ich mich immer gedrückt. Das ging sogar bis zur Leistungsverweigerung - das hieß, manchmal musste man ein Referat machen, aber ich hab es nicht gemacht.

Damals ging mir besonders Smalltalk auf den Senkel, bzw. ich konnte damit nichts anfangen. (Das hat sich im Laufe der Jahrzehnte geändert ^^ ).

Ich fühlte mich nicht zur Klasse zugehörig und ich wollte auch nicht dazugehören.

Als wir in Deutsch Interpretationen von Texten machten, wusste ich nicht, was der Lehrer von mir wollte. Ich las sehr gerne Bücher, aber bei einer Buchinterpretation habe ich mich in der Klasse nie beteiligt.

Erstens war für mich das Lesen eine sehr persönliche Sache und meine Gedanken dazu ging niemanden etwas an.

Zweitens verstand ich nicht, was es da zu "interpretieren" gab - es stand doch alles im Text, was wichtig war. Was sollte ich mir da noch zusätzlich aus den Fingern saugen?! Also habe ich geschwiegen.

(Im Laufe der Jahre hat sich das bei mir geändert)

Bei uns gab es einen Mann, der im Fahrradkeller der Schule auf die Fahrräder der Schüler und Lehrer aufpasste und sich damit ein bisschen Geld verdiente. Nachts schlief er heimlich in dem Fahrradkeller, da er keine Wohnung hatte.

Irgendwann hat der Hausmeister der Schule das gemerkt und es dem Schuldirektor gepetzt. Dadurch verlor der Mann seinen Job und seinen Schlafplatz und war damit gänzlich obdachlos. Er hatte sich dann eine notdürftige Hütte aus Plastikplanen und Kartons neben einer Autobahn gebaut, zwischen Gebüsch und unter Bäumen. Dort verbrachte er seine Nächte

Manchmal besuchte ich ihn dort, brachte im was zu essen und zu trinken mit, manchmal alte Sachen zum Anziehen. Ich glaube, ich verstand miich mit ihm gut, weil er ein Außenseiter war und ich mich als Außenseiter gefühlt habe. Außerdem war er sehr belesen. Er hatte im Krieg viel Schlimmes erlebt und kam nicht darüber hinweg. Irgendwie hat er mich berührt.

Ich tu mir dermaßen schwer auch nur die Mindestanzahl an Seiten voll zu kriegen und schaffe es meistens nur durch eine Menge Absätze.

Oder bei Aufgaben, in denen ich meine Meinung begründen soll, habe ich
so meine Probleme. Ich glaube einfacher gesagt, habe ich Probleme mit
allen Formen von Aufgaben, in denen ich auch nur ein bisschen
ausführlich werden muss.

Ich vermute, dass du keine Lust hast, irgendwas zu sagen oder zu schreiben.
Vielleicht magst du dich nur über Sachen austauschen, die du als wesentlich empfindest. Nicht einfach nur reden um zu reden um die Stille mit belanglosen Worten zu füllen. Kann das sein?

Allerdings ist mir eines in deinem Text aufgefallen: für jemanden der nicht viel sagt und in Hausaufgaben (oder Klassenarbeiten?) kaum eine Seite vollschreiben kann, hast du dich hier sehr klar ausgedrückt und einen längeren Text geschrieben.

Ich übertreibe es mal: du schreibst  ich kann nicht kommunizieren, ich weiß nicht was ich sagen oder schreiben soll - und dann schreibst du einen Text der sich gut liest und in dem wichtige Sachen drinstehen. Daraus folgere ich, dass du durchaus was zu sagen hast.

Das brachte mich auf die Idee, dass du vielleicht mit Menschen, die fast nur nichtssagende Sachen sagen, so wie Rumalbern, oder Höflichkeitsgelaber,  oder Verlegenheitsgerede, nichts anfangen kannst oder willst.

Eventuell könnte sich das ändern, wenn du jemanden kennenlernst, der mehr wesentliche Sachen zu sagen hat. Wie und wo du einen solchen Menschen kennenlernen kannst, weiß ich natürlich nicht.

So, ich mach mal Schluss.

Gruss

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Kommentar von FelixNeumayer
15.11.2016, 18:44

Stimmt, in manchen Punkten muss ich dir Recht geben. Zum Beispiel in diesem, dass meine Überschrift unpsasend ist. Ich kann reden. Allerdings fällt mir zu alltäglichen Dingen und sonstigen Gesprächen leider herzlich wenig ein. In dem Text habe ich mich gerade einmal versucht selbst zu reflektieren. Mehr nicht. Ich habe das aufgeschreiben, was ich glaube, was es am besten beschreibt. Ich habe neulich erst einen langen Text geschrieben und als Frage auf dieser Seite formuliert. Als Antworten habe ich öfter zu lesen bekommen, dass ich mich gut selbst reflektiere. Zumindest hat man das behauptet. Wie viel davon wahr ist, weiß nicht mal ich, denn ich verdreh dauernd etwas aus der Realität.

Im Gegensatz zu dir, will ich dazu gehören. Aber mit dem Thema, in welchem ich mich wohlfühle, werde ich bei anderen nicht weit kommen.

Was Aufsätze betrifft, schaffe ich es zwar immer mich irgendwie dafür zu begeistern (aus irgend einem Grund macht es mir manchmal sogar Spaß) aber mir fällt schlicht weg nichts ein. Ich habe bei Kommentar und Erörterung die größten Probleme, weil ich nie genug Argumente finde. Aber ich will die Seiten voll bekommen.

Was du über den Mann erzählt hast, war wirklich rührend ^^ auch, wenn ich niemanden so ein Schicksal wünsche, bleiben mir solche oder ähnliche Begegnungen leider erspart. Er schien ja wirklich ein netter Kerl zu sein.

Liebe Grüße, Felix.

Ich hoffe du liest das noch.

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Das kenne ich nur zu gut! Ich selbst hab das alles auch schon durch. ^^

Es kann sich jetzt ein Kreislauf ergeben: Wenn du Angst hast, dich zu blamieren, dann überträgt sich das auf die anderen. Das heißt, wenn du im Unterrricht dran kommst, entsteht auch bei ihnen eine innere Spannung und sie fühlen so etwas wie "Hoffentlich geht jetzt nichts schief!" Und diese Spannung überträgt sich wieder auf dich...

Für dich ist es jetzt wichtig, zu erkennen, dass dein Wert nicht von anderen abhängig ist. Nicht von ihrem Beifall, nicht von launigen Bemerkungen, nicht von funktionierendem Smalltalk.

Du bist du. Und das genügt auch.

Versuch nicht so zu sein wie die anderen. Andere gibts ja schon genug.
Versuche nicht, krampfhaft an Gesprächen teilzunehmen, wenn dir das nicht liegt.

Du schreibst, dass du nichts erlebst, worüber du reden könntest.

Dann erlebe etwas! Unternimm was! Wenn nicht mit anderen, dann für dich alleine. Entwickle Interessen, pflege Hobbies, engagiere dich irgendwo.

Das werden dann auch nicht die Themen sein, mit denen du bei deinen Kollegen punkten kannst, denn ich nehme an, dass du andere Interessen hast als gerade Parties oder was die sonst noch machen.

Mach du dein eigenes Ding.

So habe ich es auch gemacht. Und ich habe dabei "meine" Freunde kennegelernt. Leute, die meine Interessen hatten und mit denen ich mich austauschen konnte. Das haben dann auch die Leute aus meiner Klasse gemerkt. Sie haben gemerkt, dass ich frei und unabhängig von ihnen war. Und einige haben mir dann irgendwann gestanden, dass sie das heimlich bewunderten.

Und mal so zwischen uns... *flüster* ...die geheimnisvollen, schweigsamen Jungs sind so was von faszinierend... ;-)

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Kommentar von FelixNeumayer
15.11.2016, 15:26

hmm... was könnte ich denn machen. Spazieren gehen! Super! Mehr ist leider nicht drin. Dieses sche** Dorf ist einfach nur öde. Es gibt einfach nichts. Der Bus fährt einmal die Stunde und braucht 45 Minuten bis in die Stadt. Aber was soll ich alleine in der Stadt machen? Ich könnte in einen Verein gehen, aber blöder Weise interessiert mich nichts.

Ich weiß, dass ich ich selbst sein soll, und dass ich mich akzeptieren soll, aber es geht nicht! Ich will gute Freunde, also versuche ich auch ein guter Freund zu sein, aber mein Charakter sträubt sich quasi dagegen. Ich hasse mich richtig dafür und ich will mich dafür auch nicht akzeptieren. Das kann man vielleicht so verstehen, wie sich jemand anderes jedes mal dafür schämt, dass es seine Diät nicht eingehalten hat, so schäme ich mich für mich selbst.

Ich habe keine Interessen und mich zieht es auch nicht nach draußen. Was soll ich denn groß in diesem Dorf unternehmen?

Ich habe schon Boxen, Fußball, Leichtathletik, Tennis, und Karate ausprobiert... viel mehr gibts nicht in der Nähe...

Sind schweigsame, geheimnisvolle Jungs auch noch faszinierend, wenn sie sich fast vor Angst in die Hose machen, weil sie die Antwort auf die Frage des Lehrers nicht wissen? Bzw, garnicht antworten?!

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Wenn du dich mit den Themen der anderen icht auskennst, frag doch in der Runde nach? Vllt ergibt sich für dich ein spannendes Thema. Wenn anderen beispielsweise über ihre Erlebnisse in der Freizeit reden und du dann etwas Interesse zeigst, kannst du es ja auch mal ausprobieren.

Gemeinsame Interessen verbinden.

Du hast doch sicherlich auch Dinge du gern machst? Lenk das Thema mal darauf. Vllt. liegen genau da eure Gemeinsamkeiten.

Bis dahin, lass den Kopf nicht hängen!

Liebe Grüße

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Kommentar von FelixNeumayer
15.11.2016, 15:01

Eben nicht. Ich habe zur Zeit nichts, was mich begeistert oder was mich vom Alltag ablenkt... oder zumindest von meinen Gedanken. Mich interessiert irgendwie einfach nichts.

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Du bist zu sehr schüchtern, genau wie ich. Ich habe Freunde, aber dieser Kreis besteht aus normalen Freunden und festen Freunden. Ich hasse es auch extrem ein Referat zu halten, oder wenn jede Aufmerksamkeit an mir ist. Im Freundeskreis bin ich lustig und sehr gespächig, aber wenn irgendwas in der ganzen Klasse ist, kann ich nichts sagen. Du musst dich mit irgendwem anfreunden und den ersten Schritt machen. Wenn dir jemand was sagt, dann sag nicht ein paar Wörter sondern rede viel. Such dir Hobbies, kickboxen oder was weiß ich was

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Kommentar von FelixNeumayer
15.11.2016, 15:03

Ich habe doch gesagt, dass mir nichts einfällt, was ich sagen könnte! Wie soll das dann bitte funktionieren? 

Ich habe keine Hobbys geschweige denn Interessen. Ich habe zwar ein paar Dinge, die mir gefallen würden, aber die sind leider nicht möglich. Entweder, weil es zu teuer ist, oder nichts dazu in meiner Nähe. Manchmal auch beides zusammen.

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Vorhin funzte der Link nicht. Zweiter Versuch:

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Kommentar von FelixNeumayer
16.11.2016, 09:02

Wie soll mir das weiterhelfen? o.o

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Es ist schön zu sehen Felix, dass du trotz deiner Schwäche so ausführlich werden konntest.

Das ist es was ich DENKE:

Ich denke du entwickelst eine extreme Schüchternheit. Das deckt sich mit deinen Aussagen und mit meiner Erfahrung. Die müssen dich nicht zwangläufig nicht mögen, sie wissen einfach nur nicht, wie sie mit dir umgehen sollen.

Die Depression wird durch die Einsamkeit geschürt, diese wiederum hat Ursache in deine aufkommende Schüchternheit.

Belese dich ein bisschen über alltägliche Themen, so dass du ein wenig mitreden kannst. Du musst auch gar nicht viel sagen, solange du anderen ein Gefühl vermittelst, dass du zuhörst und dabei bist.

Wenn du möchtest können wir uns ja mal unterhalten und Freunde werden.

 

Du musst nicht einsam und allein sein!

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am liebsten würde ich die ganze Woche nur zu Hause bleiben und mich verkriechen...

... und das ist genau die falsche Idee.

Du schreibst selber, dass Du nichts erzählen kannst, weil Du nichts erlebst. Und genau dort musst Du ansetzen. Du brauchst ein Hobby, welches Dich erfüllt und Dich aus Deinem kleinen Kämmerchen holt.

Es gibt doch bei Dir in der Nähe bestimmt einen Sportverein, wo unterschiedliche Sportarten angeboten werden. Da ist doch mit Sicherheit auch eine Sportart dabei, welche Dich interessieren würde und dann ist es ganz automatisch so, dass Du auch Anschluss findest, weil Du eben etwas erlebst.

Ansonsten schau doch mal, ob es bei Euch in der Nähe ein Jugendzentrum gibt, wo sich Jugendliche nach der Schule treffen können oder hast Du eine musische Ader? Dann wäre ein Chor oder eine Band das richtige für Dich.

Wenn Du allerdings schon von Suizidgedanken schreibst, wäre es sehr wichtig, dass Du eine Psychotherapie machst. Hast Du eine erwachsene Person, mit der Du Deine Probleme besprechen könntest? Diese Person kann Dir auch dabei helfen, einen Psychotherapeuten zu finden. Zusammen mit dem Psychotherapeuten kannst Du dann überlegen, wo die Ursachen dafür liegen, dass Du nur noch so schwer Anschluss zu Gleichaltrigen findest. Da wird es ja irgendein Schlüsselerlebnis geben, wo etwas nicht so gelaufen ist, wie Du es Dir gewünscht hättest.

Vielleicht kannst Du auch hier etwas Hilfe bekommen:

https://www.nummergegenkummer.de/

So schwer es auch ist, aber Du darfst nicht darauf warten, dass die anderen auf Dich zukommen. Du selber musst den ersten Schritt machen und auf die anderen zugehen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die anderen unsicher sind und nicht wissen, wie sie auf Dich zugehen sollen. Du schreibst, dass es immer ganz ruhig wird, wenn Du im Unterricht etwas sagst. Ich denke, dass sie alle nicht wissen, wie sie in dem Moment reagieren sollen. Sie wollen Dich nicht durch falsche Bemerkungen verletzen und sagen dann lieber gar nichts.

Versuche mal die Dinge aus der Sicht Deiner Mitschüler zu sehen und Dich in ihre Lage zu versetzen. Vielleicht hilft Dir das, in bestimmten Situationen anders zu reagieren. Ich denke aber schon, dass Du langfristig Hilfe in einer Psychotherapie benötigst, damit Du wieder aus diesem tiefen Loch heraus kommst.

Nur Mut ... Du schaffst das!

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg.

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Kommentar von FelixNeumayer
15.11.2016, 14:59

Oh, wow. Das sind so ziemlich alle 0815 Antworten in einer vereint. Ich habe natürlich schon versucht in irgendeinen Verein zu kommen, aber nichts hat mir so gut gefallen, dass ich das zusätzlich neben Schule noch machen wollen würde. Mich interessiert eigentlich fast garnichts und nur wirklich wenige Dinge wecken mein Interesse. Ich wohne in nem kleinen Dorf, wo es nichts gibt und ich müsste für alles mit dem Bus fahren. Allerdings fährt nur ein einziger und dann auch noch über 40 Minuten. Es ist wirklich extrem umständlich. Wir sind gerade erst hier her gezogen und werden auch nicht so bald wieder umziehen. Die Mitschüler sind trotzdem die selben!  

Nummer gegen Kummer wird mir auch nicht weiterhelfen können.

Wenn sie mich durch ihr Schweigen nicht verletzen wollen, was ist dann bei denen bitte schief? Was erhoffen die sich dadurch? Ich meine, denken die sich ernsthaft es fühlt sich toll an, wenn man angeschwiegen wird?! 

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