Wieso kann die PKV, die private Krankenversicherung, nicht wie die GKV (die gesetzlichen Krankenkassen) direkt mit den Rechnungsstellern abrechnen?

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5 Antworten

Dies hat mehrere Gründe,

bei der GKV sind die Grund-Leistungen bei allen Krankenkassen gleich und somit, kann auch der Arzt nicht erhöhte Beiträge in Rechnung stellen.

Bei der PKV entscheidet der Kunde welche Tarife er wählt. Bedeutet, dass nicht alle erforderlichen medizinischen Leistungen im Vertrag versichert sein müssen. Außerdem gibt es hier auch die Möglichkeit einen Selbstbehalt zu wählen, damit er seinen mtl. Beitrag kostengünstiger gestalten kann.

Darüber hinaus kann der Kunde selbst wählen ob er die Rechnungen von der PKV erstattet haben möchte, oder für dieses Jahr lieber eine Beitragsrückerstattung haben möchte.

Beispiel: der mtl. Beitrag der PKV beträgt 500 € - er hätte einen Anspruch auf eine Beitragsrückerstattung von 4 Monatsbeiträgen = 2.000 €

Die Arztrechnungen belaufen sich aber nur auf 1.000 €.

Der schlaue Kunde wird die Arztrechnungen selbst zahlen und sie bei seiner PKV nicht einreichen.

Es gibt noch mehrere Gründe, aber diese alle aufzuzählen würde an dieser Stelle keinen Sinn machen.

Gruß Apolon

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Wieso muss man sich über Dinge beschweren die man nicht ändern kann?

  • Hat man dich gezwungen in die PKV zu gehen?
  • Hat man dich gezwungen dein Geld in soweit auszugeben, dass du keines mehr für die PKV hast um ein bisschen in Vorleistung zu gehen?
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Kommentar von wolfgang1956
12.11.2016, 14:19

Das war nicht die Frage!

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Wieso kann die PKV, die private Krankenversicherung, nicht wie die GKV (die gesetzlichen Krankenkassen) direkt mit den Rechnungsstellern abrechnen?

Das ist ganz einfach:

Wenn du zum Arzt gehst und sagst, du seiest privat Versichert, schließt er mit dir einen Vertrag. Er behandelt dich und du musst ihn für seine Leistungen bezahlen. Ob du bei einer Krankenkasse tatsächlich versichert bist, braucht ihn nicht zu interessieren! Der Vertrag besteht zwischen ihm und dir!

Die Kasse kann zwar anbieten, die Rechnung gleich auf sein Konto zu bezahlen, aber es besteht trotzdem das Problem, dass deine Kasse Kürzungen vornimmt. Der Arzt kann durchaus darauf bestehen, dass du dann den Rest bezahlst.

Genau deswegen wendet sich dann der Arzt, sofern er nicht einen Rechnungsdienstleister zwischenschaltet, direkt an dich. Deine Kasse und auch deine Einzeltarife ist ihm egal! Warum sollte er sich mit Versicherungsdetails befassen, die ihn nicht einmal interessieren?

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Das kommt auf den Tarif und die Gesellschaft an. Es ist durchaus möglich auch die Rechnungen direkt an den Versicherer zu geben und der zahlt an den Rechnungssteller.

Das geht natürlich nur, wenn es sich um einen Volltarif ohne Selbstbeteiligung handelt.

Viele Versicherte sammeln aber auch die Kostenrechnungen und wägen ab, ob es nicht günstiger ist, eine Prämienrückgewähr zu bekommen. 

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Hallo,

zwischen der GKV und den Leistungserbringern sind im SGB V genaue Regelungen für die Abrechnung vorgeschrieben.

Zwischen Leistungserbringer und PKV bestehen keine rechtlichen Beziehungen. Der Leistungserbringer und das einzelne PKV-Unternehmen könnten nur direkt abrechnen, wenn:

- zwischen beiden ein Vertrag abgeschlossen würde, in dem alle Abrechnungsfragen genau geklärt wären. Das ist aber aus verschiedenen Gründen relativ kompliziert:

+ die Leistungsansprüche sind je nach Tarif sehr unterschiedlich (auch beim gleichen Unternehmen)

+ ggf. hat der Versicherte Selbstbehalte vereinbart

+ ggf. prüft die PKV bei Versicherten in den ersten Jahren auch, ob im Versicherungsantrag alle Gesundheitsfragen zu 100% korrekt angegeben wurden

+ die PKV prüft, ob die Leistungen das Maß des Notwendigen überschreiten

-> Fazit: der Leistungserbringer kann vorher kaum abschätzen, welcher Betrag bezahlt wird. Aktuell ist das ein Problem des Privatversicherten bzw. des Privatpatienten. Bei einer Direktabrechnung zwischen Leistungserbringer und PKV wäre das ein Problem des Leistungserbringers.

Gruß

RHW 

 

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