Frage von notmyrlname, 29

Wieso ist man psychisch krank, wenn man sich umbringen will, wenn ein Mensch nicht mehr will ist das doch nicht schlimm, außer für Familie & Freunde?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Digarl, 15

Bei dem Wort "krank" geht es nicht darum, ob das schlimm für irgendwelche Leute ist. Dabei geht es um den psychischen oder körperlichen Gesundheitsstatus einer Person. Leider wird das Wort "krank" zu oft missbraucht (z.B. für Mörder die eigentlich nicht krank waren).

Man kann es so begründen, dass du den Selbsterhaltungstrieb damit brichst. Eigentlich versucht nämlich jedes Lebewesen in allen Situationen (bzw. die meisten. Männliche Gottesanbeterinnen z.B. nicht immer) sein Leben so lange wie möglich zu bewahren. Selbst wenn es dabei verkrüppelt wird. Einer schnitt sich beispielsweise sogar eine Hand ab, als er in einer Gletscherspalte stecken blieb. Das war Aron Ralston. Der ist heute immer noch Bergsteiger, trotz seiner extrem negativen Erfahrung. Und viele Menschen bezeichnen Menschen, die nicht nach diesem Prinzip folgen (Überlebenstrieb), als psychisch krank und verbieten deshalb den Suizid oder gar die aktive sowie die passive Sterbehilfe. Ich persönlich finde, dass dies völliger Quatsch ist. Meiner Meinung nach soll jeder Mensch selbst entscheiden, wann und wie er sterben will. Nur bei einer Sache sollte er sich eventuell doch lieber zurückhalten. Dann wenn er noch minderjährige Kinder hat! Er/Sie setzte diese Kinder in die Welt und hat sich somit indirekt verpflichtet diese großzuziehen und für sie da zu sein. Doch wenn Er/Sie keine Kinder oder schon Erwachsene Kinder (also damit meine ich aber über 20 jährige) hat, dann ist es seine/ihre Entscheidung.

Oft sind Menschen die Suizid aus niedrigeren Beweggründen (z.B. "schlechtes Leben") begehen wollen wirklich krank. So haben viele beispielsweise Depressionen. Doch Menschen die beispielsweise Krebs o.Ä. haben sind psychisch oft gesund und wollen dennoch Suizid begehen, für mich absolut verständlich. Deutschland ist da leider etwas ***

Ich denke durchaus, dass nicht jeder der Suizid begehen möchte krank ist. Viele haben ihre Gründe. Doch "ein schlechtes Leben" zu haben, ist keiner davon. Zu sagen "Ich tue das weil ich selbst jemanden ermordet habe und ich der Strafe entgehen möchte" ist ein verständlich Grund, wenn auch ziemlich ... naja (mir viel grade nichts besseres ein). Aber ich denke, du verstehst was ich meine.

Kommentar von Digarl ,

Vielen Dank für den Stern!

Antwort
von xDodix, 10

Wenn jmd keinen wirklichen Sinn in seinem Leben sieht und versucht sich umzubringen nimmt er keine Rücksicht auf die Umwelt weil ein Selbstmord viele Menschen verstört wie Familie, Freunde etc. deswegen gefährdet man halt das Wohlergehen seiner Mitmenschen und wird therapiert. Ebenfalls ist es, denke ich mal, heutzutage als Krankheit angesehen, weil es eben meistens heilbar ist und die Gesellschaft, bei uns zumindest, schon darauf Wert legt das es den Menschen gut geht. 

Antwort
von DanielDuHu, 8

Theoretisch hast du Recht, aber es ist ein Instinkt das wir überleben wollen und dann ist es nunmal "krank" wenn man es frühzeitig beenden möchte. Jedoch bei einigen Fällen verständlich.

Kommentar von notmyrlname ,

Einer der mich versteht, danke. Ja ich verstehe das schon :)

Antwort
von putzfee1, 10

Wenn man in der von dir beschriebenen Situation ist https://www.gutefrage.net/frage/ich-bin-15-zufrieden-mit-meinem-leben-ein-glueck... in der es eigentlich keinen ersichtlichen Grund für einen Suizid gibt, dann können und werden da wahrscheinlich durchaus psychische Störungen dahinter stecken.

Hinterfrag doch erst mal selber, woher bei dir der Wunsch zu sterben kommt und ob es nicht doch eine weniger endgültige Lösung für deine Probleme (die du mit Sicherheit hast) gibt.

Antwort
von Knutschpalme, 12

Ist man nicht unbedingt. Manche Leute wählen das als Ausweg aus einem Leben voller körperlicher Schmerzen, oder bizarrer, psychischer Beeinträchtigungen (Letzteres finde ich im übrigen besser nachvollziehbar als gutwillig dahin zu vegetieren, während du recht- und hilflos tun musst was Andere für dich entscheiden). Viele Leute machen das halt aber auch aus einem Impuls heraus, nicht wirklich weil sie nicht mehr leben wollen, sondern weil sie ihre Leben "ändern" möchten. Es ist sehr tragisch wenn das passiert und hinterher gab's dann immer "Anzeichen" und irgendjemand hat's garantiert auch schon geahnt.

Ich glaube viele Leute, auch ein paar hier, versuchen es durch die Laiendiagnose abzuwerten, bzw. die Schuld alleine bei den Leuten zu suchen, die sich für den Suizid entschieden haben, damit sie sich nicht damit auseinandersetzen müssen wie kaputt unsere Gesellschaft ist - so kaputt dass manche Leute lieber tot sind.

Antwort
von Gwennydoline, 7

Doch ist es.
Weil es gewisse Mängel zeigt, die eine humanistische Gesellschaft nicht mit ansehen möchte und helfen möchte.

Wenn du nachts spazieren gehst und siehst, dass sich jemand (eine wildfremde Person) von der Brücke stürzen möchte, dann machst du doch auch irgendwas.

Kommentar von notmyrlname ,

danke für die antwort :) natürlich würde ich sowas nicht gerne sehen wollen und klar würde ich da helfen, dass derjenige sich nichts antut, aber im Großen und Ganzen, wenn er Sterben möchte ist es ja seine Sache und hat meiner Meinung nach nichts mit einer psychischen Krankheit zu tun, sondern mit dem Wunsch eines Menschen.. jeder hat dazu ja eine andere Meinung, deswegen frage ich & nein, ich würde mich nie selbst umbringen.

Kommentar von Gwennydoline ,

Mhm...
Es kommt drauf an.

Ich ziehe da eine Unterscheidung zwischen Sterbehilfe und Selbstmord.
Wenn eine Person kerngesund sein könnte (es also noch Hilfe gibt), sollte eine Gesellschaft immer versuchen sie zu retten. Es wiederstrebt zudem allem Leben auf der Welt freiwillig sterben zu wollen.
Wenn jemand aber unheilbar krank ist (egal ob psychisch oder körperlich), kann ich den Wunsch nach dem Tod verstehen.

Trotzdem sollte eine Gesellschaft den frei gewählten Tod wenn überhaupt nur als riesengroße Ausnahme akzeptieren. Denn ansonsten würden irgendwann Gesetze diesbezüglich umgeschrieben werden, Ärzte freier handeln können., etc... kannst dir ja vorstellen was dann passiert.

Antwort
von Ruffy5286, 7

Weil das nicht dem gesunden Menschenverstand entspricht sein Leben vorzeitig zu beenden. Ein psychisch gesunder Mensch würde das nicht tun.

Antwort
von nowka20, 5

da hilft nur erkenntnis, was ein selbstmord eigentlich ist.

---selbstmord ist immer ein falscher ansatz um probleme zu lösen.

---denn wir sind auf der erde, um alles zu lernen, was sie uns bietet.

---wird der körper des menschen von ihm selber unbrauchbar gemacht, so muß er nachtodlich so lange auf seinen selbstmord schauen, wie er noch zu leben gehabt hätte.

---er sieht dann alles, was er noch zu erledigen die chance gehabt hätte.

---das versäumte muß dann in einem nächsten leben unter erschwerten umständen nachgeholt werden, da sich alles auf der erde inzwischen weiterentwickelt hat.

---ich habe mich schon häufig mit diesem text wiederholt, aber die frager wechseln ständig. und auch die haben ein recht auf gute informationen.

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