Frage von Jockgrim, 12

Wieso ist Kohle Schwefel-, Blei und teilweise sogar Uranhaltig?

Steinkohle und Braunkohle beinhaltet Schwefel, aber auch Blei und radioaktive Stoffe wie Uran. Bei der Verbrennung der Kohle werden diese Stoffe - sofern sie nicht gefiltert werden - freigesetzt.

So soll die radioaktive Belastung in der Nähe von Braunkohlekraftwerken höher sein, als neben einem Atomkraftwerk. Es muß also ja in der Kohle eine gewisse Menge radioaktiver Substanzen sein.

Meine Frage ist jetzt, wie kommen diese Stoffe in die Kohle? Kohle entstand ja im Grunde durch Torf, welcher durch tektonische Verschiebungen in die Tiefe gelang und immer weiter "gepreßt" wurde. Heißt das dann, daß die Pflanzen, die damals vor Millionen von Jahren wuchsen, diese Stoffe aufgenommen haben?

Und: Hieße das dann auch folglich, daß damals zur Zeit der Dinosaurier in der Atmosphäre viel mehr Schwefel und andere nicht besonders gesunde Stoffe vorhanden waren? Würde der heutige Öko Panik kriegen, wenn er die Luft aus dem Jahr 65 Mio. vor Christus atmen müßte, um es mal überspitzt zu sagen?

Dann stellt sich natürlich die Frage: Warum nahm der Anteil dann langsam aber stetig ab? Hat Braunkohle dann weniger dieser "Zusatzstoffe", als die ältere Steinkohle? Haben wir im Vergleich zu prähistorischen Zeiten frische Bergluft?

Ich finde auf einschlägigen Suchmaschinen dazu nichts, nur "Kinderseiten" die erklären, wie Kohle überhaupt entsteht aber nicht wie das Zeug da reinkam.

Vielleicht kennt sich damit bißchen aus, würde mich einfach mal interessieren.

Antwort
von TorO0o, 5

Gute Frage, lieber Joachim.

Schwefel ist Bestandteil auch von jeder Pflanze, somit wäre das schon mal geklärt. Und für die Schwermetalle gilt, dass die Kohle ja oft mit normalem Gestein so Misch-Schichten bildet. Und wenn sich Kohle bildet, ist es in der Regel heiß und ein hoher Druck herrscht - da kann schon mal das eine oder andere Erz, das natürlich im Gestein enthalten ist (Blei, Uran, Quecksilber, Cadmium, aber auch Schwefel), ein Stück weit in die Kohle übertreten.

Und dazu kommt, dass Kohle eine sehr hohe innere Oberfläche besitzt. Und damit saugt sie Schwermetalle wie ein Schwamm an, denn Schwermetall-Ionen können sehr gut an die Oberfläche der Kohle andocken. Das nennt man Adsorption. Deswegen kann man mit (speziellen) Kohlefiltern zum Beispiel auch Schwermetalle aus dem Trinkwasser oder auch aus der Luft bekommen.

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