Wieso ist es so schwer, das Leben einfach zu leben?

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6 Antworten

Ich bin auch einer von denen die alles kaputtdenken, doch wirklich glücklich wird man so leider nicht.

Die Wahrheit ist, dass wir rein gar nichts über Realität und Existenz unserer Selbst wissen und es jede Sekunde mit uns zu Ende sein kann. Das ist verwirrend und beängstigend und es gibt Leute die sparen Geld in der Hoffnung es im Alter ausgeben zu können und nen Tag vor ihrer Rente sind sie tot. Genau so gibt es Leute denen es anders rum ergeht und die bis sie 80 sind in der Gosse hocken, weil sie dachten es wäre Klug im Moment zu leben.

Ich sage immer, gut und schlecht ist Empfindungssache. Das sieht jeder anders und somit relativiert sich der Sinn dieser Bezeichnungen. Dinge sind halt wie sie sind. Sterben tun wir eh alle und was danach kommt weiß keiner.

Am glücklichsten sind die, die sich über sowas nicht den Kopf zerbrechen. Wenn man nur so weit denkt, dass man damit ganz einfach durchs Leben schlittert und hier und da mal nen Erfolg und ne Niederlage verzeichnet reicht das doch voll und ganz.

Ich glaube die Wahrheit ist, dass wir alle Angst vor dem haben was danach kommt und das hindert einen dann am Leben. Man erfindet sich dann Hypothesen wie Gott um für später auszusorgen, denn so ist der Mensch halt gestrickt - es geht um Lebens- und Arterhaltung.

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Kommentar von emmaaluise1
13.08.2016, 01:31

wow, danke für diese antwort! endlich mal jemand, der nicht nur noch fragen mit irgendeinem mist beantwortet, um punkte zu sammeln...

schöne und wahre worte von dir, das hat mich wieder zum denken angeregt hm... :)

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Hallo emmaaluise1,

ich hatte beides gehabt :)

zum einen die Unzufriedenheit, Angst, Sorge und Wut vor und über alles in mir und um mich.

Zum anderen die wunderschönsten Augenblicke erlebt, die man nur erleben konnt, deswegen liebe ich mein Leben.

ich vermute das es ein inneres und äußeres Wechselspiel ist, warum wir Menschen der Situation entsprechend, fühlen und handeln.

Die wunderschöne lebende Erde wird sich noch sehr lange drehen. Da werden wir vielleicht schon lange nicht mehr da sein. Was mit uns passiert, kann ich Dir nicht sagen. Aber es muss ja nicht unbedingt das eintreffen, was die Wissenschaftler voraussagen. Vielleicht passiert auch etwas ganz anderes. Wir wissen es nur nicht, was ich nicht als schlimm empfinde :)

In der Zeit, wo schwer depressiv war, kommt mir Dein Text sehr vertraut rüber. Denn genauso habe ich auch empfunden. Ich habe zuviel gegrübelt und im Endeffekt nichts erreicht. Dadurch kam die Unzufriedenheit und auch die Apathie, die sich dann wie ein Gift um alles in und um mich eingefressen hat und mich Stück für Stück zersetzt hat, so dass ich handlungsunfähig wurde. Ich konnte im wahrestn Sinne des Wortes nichts mehr tun.
Nichts ist schön! Alles ist hässlich! Die Menschen sind unfreundlich,
kalt, böse, gemein. Die Arbeit ist hart, nur Stress beim Einkaufen, mein
Partner ist vielleicht nicht treu, meine Ursprungsfamilie distanziert
sich von mir - war eh immer nur das schwarze Schaf, wenn ich etwas
Schönes sehe, macht es mich traurig, oder neidisch. usw. usf.

Es gibt jedoch Auswege daraus:

Es gibt immer mindestens zwei Sichtweisen im Leben. Die eine ist die, dass ich das Schöne um mich bewundern kann, ohne Trauer und ohne Wehmut, sondern mit Dankbarkeit und Wärme. Ich kann diese Dinge bestaunen, in die Hand nehmen, eine Katze streicheln, Berührung zu lassen, an einer wilden Rose riechen, ich kann den Gesang eines Vogels zu hören, ich kann den Sonnenaufgang bestaunen und morgens schon in meiner schönen Wohnung dazu tanzen, zu meiner absoluten Liebelingsmusik. Ich kann mit meinen Lieblingsmenschen zusammen sein, und lachen, träumen, lieben und leben.

Also das Leben kann man leben und genießen, wenn man sich darauf einlässt. :)

Die andere Sichtweise ist die aus der schwarzen Brille, die ich oben beschrieben habe. Die ich absetzen kann, wenn ich möchte, dann habe ich den Blick für die wirklichen und schönen Dinge frei und kann auch wieder das Lächeln in den Gesichtern der Menschen wahrnehmen.

Ich kann beide Seiten nebeneinander stehen haben: Licht und Schatten.

Wobei der Schatten ein Mangel an Licht ist,

so wie die Angst, der Zorn, die Apathie und Kraftlosigkeit und Hoffnungslosigkeit der Mangel an Liebe ist!

Und zwar die Liebe zu mir selbst und zu meinen Mitmenschen.

Die Frage könnte man theoretisch auch so stellen?

Lieben sich die Menschen noch? Besteht Hoffnung? Kann ich selbst ein Licht in der Dunkelheit sein und die Menschen lieben, die sich im Schatten verirrt haben?

Ich glaube nämlich, wenn wir Liebe untereinander teilen, dass sie sich vermehrt und dass wir das Leben lieben können. Denn das ist dieses Leben ja wert, da es einmalig, wundervoll, interessant, lehrreich, lebendig, fröhlich, traurig und großzügig in all seinen Bereichen ist :)

was uns zu mehr Tiefe verhilft, so wir die anderen Mitmenschen verstehen können und mehr Empathie füreinander haben.

Eigentlich eine schöne Sache, oder?

Ich wünsche Dir alles Gute,

Mondkind

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Ein Wort reicht: Menschen.

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Ich Denke es ist einfach die Zeit. Extrem Schnellebig und sehr oberflächlich ! Es ist keine Zeit mehr da für schöne Sachen, weil einen der Alltag auffrist.

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du wirst es mir nur schwer glauben, aber es liegt daran, dass die menschen zunehmend weniger draußen körperlich aktiv, und weniger kreativ sind.

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Diese Blindheit, von der du sprichst, und die uns antrainiert wurde im Laufe unseres Lebens, wird uns zeitlebens behindern zu leben, zu erkennen, zu sein.

Du hast sehr schoen dargelegt, dass die Gedanken eine Hauptrolle des nicht-geniessen-koennens spielen. Sie lenken uns alle vom eigentlichen Leben ab, was sich da vorne immer vor uns abspielt.

Aber anstatt dem Leben leben zu geben, sind wir uin unsere Gedanken versunken, was passieren koennte , was man nicht geschafft hat und was noch kommen koennte.

Um unser Leben leben zu koennen, muessen wir als erstes erkennen, dass der Verstand ueber unsere Gefuehle und das Erleben bestimmt, ohne dass wir ueberhaupt etwas wahrgenommen haben.

Wir stellen uns unser Leben vor, in Gedanken, waehrend das eigentliche Leben an uns vorrueberlaeuft. Wir leben nie richtig und aus vollem Herzen wie als Kind, sondern sind misstrauisch, zurueckhaltend und gelangweilt, weil wir immer auf die Interpretation der Gedanken warten.

Aber das Leben hat keine Zeit fuer Interpretationen, es fliesst jede Sekunde, ob wir denken oder nicht.

Immer wenn es schnell gehen muss und du keine Zeit hast nachzudenken, dann fliesst das Leben und du fragst dich nachher, wie das alles so geschehen ist, wieder musst du auf die Gedanken warten, aber die Action ist bereits vorbei, du wunderst dich.

Diese Magie des Lebens ist durch den Verstand nicht zu verstehen, noch zu interpretieren, das Leben lebt, die Gedanken fabulieren, ueber was auch immer.

Eigentlich ist der Verstand da, sehe ihn als Biocomputer, um dich vor Gefahren zu warnen und vor negativen Erlebnissen zu beschuetzen. Leider hat er heutzutage in dieser logischen Welt die Oberhand ueber unser Erleben gewonnen.

Aber das Leben ist nicht logisch, das wuenscht sich der Verstand, der vom Leben nichts wissen kann, es trotzdem dir zu  erklaeren versucht und dich warnt, obwwohl es keine Probleme gibt, dich aber so vor wichtigen Erfahrungen wegbeschuetzt!

Viele Worte um Nichts!

Mein Rat:

Weise die Gedanken in ihre Schranken und sehe sie als Vorschlaege, auf keinen Fall als Wegrichtung, Du bist jenseits der Gedanken, obwohl du dich mit ihnen vielleicht identifiziert hast, aber die Gedanken bist nicht Du.

Du bist das ewig waehrende Bewusstsein, dass bei seiner Reise durch die Ewigkeit, Menschsein erfaehrt und die Dominanz des Verstandes durch Gedanken.

Erkenne dich als Beobachter deiner Gedanken, das ist der erste Schritt zur Freiheit zu leben und nicht zu denken! Viel Erfolg!

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