Frage von Beantworter1112, 106

Wieso ist es fremdenfeindlich wenn ein deutscher patriotisch ist und wenn es ein Ami ist, nicht?

Ich meine.. ja, "patriotisch", man kann davon halten was man will. Natürlich kann mans auch übertreiben, ich finde es auch etwas "überflüßig", aber das ist ein anderes Thema.

Aber was ich ansprechen möchte, wenn ein deutscher sowas sagt, dann ist er definitiv schon mal rechts, nicht gleich radikal, aber rechts. Zumindest ist das meine Erfahrung.

Aber in der USA, nehmen wir mal Wrestling als Beispiel.. Da kommt ein Bulgare (natürlich ist es gewollt von der WWE, dass er ausgebuht wird) und wird mit "USA USA USA" angeschrien... in Deutschland wäre sowas tabu..

Liegt es eher an der deutschen Vergangenheit, oder an dem Ruf der USA?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dxmklvw, 37

Solange sich Äußerungen und Verhalten innerhalb notwendiger Grenzen bewegen, liegt das alles im Auge des Betrachters.

"Fremdenfeindlich" ist etwas keineswegs dadurch, daß es die lautesten Schreihälse so bezeichnen oder daß es in Medien so behauptet wird, und es wird auch nichts dadurch "fremdenfeindlich", daß eine einem vermeintlichen Mainstream folgende Masse etwas so bezeichnet.

Ich meine, eine Vielzahl von Äußerungen, die irgendwo als fremdenfeindlich bezeichnet wurden, wurden tatsächlich nur als etwas empfunden, das dem Gruppendenken oder der persönlichen politischen und/oder gesellschaftlichen Gesinnung der Beurteilenden entgegensteht.

Der Begriff "fremdenfeindlich" wird also in diversen Fällen auch als Totschlagargument instrumentalisiert.

Dagegen gibt es aber auch Menschen, die tatsächlich allem Fremden von vornherein nur deshalb feindlich gegenüberstehen, weil es nicht "deutsch" ist.

Doch auch das möchte ich nicht als streng einordnungsfähige Gesinnung bezeichnen, denn es gibt z. B. auch Politiker, die jedwede und auch jede gute Sache prinziepiell nur deshalb ablehnen, weil die entsprechenden Vorschläge nicht von der eigenen Partei gekommen sind.

Daß in Deutschland bei alldem aufgrund der deutschen Vergangenheit eine besondere Empfindlichkeit entstanden ist, glaube ich nicht. Vielmehr denke ist, daß in Deutschland einzelne Gruppen zweckgerichtet die deutsche Vergangenheit instrumentalisieren, um daraus für sich selbst Vorteile aufzubauen und Gegener zu schwächen.

In den USA ist die Sache anders, weil dort die persönliche Meinungsäußerung viel weitreichender als in Deutschland definiert und per Gesetz geschützt ist.

Zwar gibt es den Schutz für die freie Meinungsäußerung auch in Deutschland, jedoch gibt es hierzulande auch größere Gruppen, die genau diesen Schutz differenzieren wollen in dem Sinne, daß nur das als freie Meinungsäußerung gilt, was diesen Gruppen genehm ist.

Ein zusätzliches deutsches Dilemma ist es, daß aufgrund der Vergangenheit die deutschen Regierungen bemüht sind, daß im Ausland nicht der Eindruck eines Rückfalls in alte Zeiten entsteht. Wo solche Bemühungen überstrapaziert werden, so daß Teile des Volkes zunehmend ihre zukünftige Identität gefährdet sehen, da bildet sich zwangsläufig mindestens als Speerspitze ein heftiger Widerstand in Form von auch übersteigertem Patriotismus.

Antwort
von vitus64, 20

Leider gibt es ja Leute, die ihren Fremdenhass für Patriotismus halten (PEGIDA, ...). Das wäre für die USA dann natürlich genau so zu beurteilen.

Jemanden, der zum Wrestling geht, kann ich ohnehin nicht ernst nehmen.

Antwort
von Schnoofy, 34

"patriotisch", man kann davon halten was man will.

Genau das kann man eben nicht. Die Grenze zwischen Pariotismus und Nationalismus ist eng gefasst.
Und viele die glauben sich auf das Fleckchens Patriotismus zurückziehen zu können haben sie längst überschritten und weigern sich hartnäckig das zuzugeben obwohl die Indizien erdrückend sind.

Kommentar von Beantworter1112 ,

Mit "man kann davon halten was man will" meinte ich, man kann es gut oder schlecht finden (dafür sein, dagegen sein, jeder seine Meinung). Nicht etwar, es in den Dreck ziehen zu dürfen/können..

Kommentar von Sagittarius1989 ,

enau das kann man eben nicht. Die Grenze zwischen Pariotismus und Nationalismus ist eng gefasst.
Und viele die glauben sich auf das Fleckchens Patriotismus zurückziehen zu können haben sie längst überschritten und weigern sich hartnäckig das zuzugeben obwohl die Indizien erdrückend sind.

halte ist für falsch deine aussage

Kommentar von Schnoofy ,

Wenn das Deine Meinung ist.

Trotzdem würde ich es spannend finden dafür eine Begründung zu lesen.

Antwort
von Grimwulf78, 33

Ja, ich denke es ist unsere Vergangenheit. Seit dem "Sommermärchen" hat sich die political correctness diesbezüglich zwar etwas verändert aber in den Köpfen der meisten Menschen auf der Welt liegen die Begriffe "Deutscher" und "Nazi" noch in der gleichen Gedankenschublade oder zumindest im selben Schrank...

Die Siegermächte haben nach dem zweiten WK die Medienlandschaft, das politische und juristische System und die Bildungsinhalte an unseren Schulen dahingehend gestaltet, dass alle Begriffe, die die Nazis zu Propagandazwecken benutzt haben extrem negativ besetzt werden. Es ist viel effektiver die Strukturen in den Köpfen der Menschen entsprechend zu prägen als im Alltag ständig Strafen zu verhängen, wenn jemand Nazi-Gedankengut aufgreift. Die Strafen gibt's zwar auch aber sie müssen nicht oft angewendet werden, da bei den meisten Deutschen die Nazi-Allergie schon ab der ersten Klasse eingeimpft wird.

Ganz ehrlich: Wenn wir uns anschauen wie viel Ärger wir über die Jahrzehnte TROTZ dieser Konditionierung mit dem braunen Abschaum hatten, dann mag ich mir gar nicht ausmalen wie es ohne gelaufen wäre. Ich bin zwar eigentlich gegen Gehirnwäsche aber in unserem Fall war die Gehirnwäsche ja schon zuvor passiert.

Unter den aktuellen Umständen plädiere ich auch weiterhin für eine Unterdrückung und Dämonisierung solcher Begriffe, da der Mist ja offenbar immer noch auf fruchtbaren Boden fällt, wie wir an den Montagsdemos sehen.

Antwort
von gripmotorz1, 53

Ich denke die deutschen sind einfach viel fortschrittlicher und demokratischer als die Amerikaner Man muss aber auch sagen dass die deutschen immer mehr an ihrem Nationalen Stolz verlieren.Die Amis sind stolz auf ihr Land genauso wie die Türken.(sonst würden sie jedenfalls nicht Überfall Flaggen aufhängen) .

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 23



Wieso ist es fremdenfeindlich, wenn ein deutscher patriotisch ist und wenn es ein Ami ist, nicht?

Die Fragestellung ist, freundlich formuliert, vollkommen unsinnig!

Patriotismus hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, im Gegenteil! Ein Patriot kann nur der sein, der sein Leben nach den Werten des Grundgesetzes, unserer Verfassung, ausrichtet - Fremdenfeindlichkeit hat da keinen Platz!


Aber was ich ansprechen möchte, wenn ein deutscher sowas sagt, dann ist er definitiv schon mal rechts, nicht gleich radikal, aber rechts.

Nein. Wer soetwas sagt, sei er Deutscher oder was auch immer, dann ist er schlicht und ergreifend dumm!




Aber in der USA, nehmen wir mal Wrestling als Beispiel.. Da kommt ein Bulgare (natürlich ist es gewollt von der WWE, dass er ausgebuht wird) und wird mit "USA USA USA" angeschrien... in Deutschland wäre sowas tabu..

Liegt es eher an der deutschen Vergangenheit, oder an dem Ruf der USA?


Nehmen wir mal die Spiele der Fußballnationalmannschaft: die deutschen Fans bejubeln ihre Mannschaft und feuern sie mit "Deutschland, Deutschland ..." gegen ihre Gegner an!



Und nun?

MfG

Arnold


Antwort
von zehnvorzwei, 32

Also, Beantworter 1112, "patriotisch" mit "rechts" zu identifizieren, finde ich diffamierend. Als christlich-demokratisch und sozial gesinnter Mensch, der sich zur Hilfe gegen jeden in Not geratenen Menschen bekennt, liebe ich das Land meiner Väter, das Land unserer Mütter und das meiner Kinder von Herzen und leide an dem Ungemach, das ihm in der Vergangenheit widerfahren und heute durch radikale Schreier angetan wird. Ich widersetzte mich gegen jeden Versuch der rechtsradikalen Vereinnahmung, gegen jede nationale Überheblichkeit und gegen jede Form von Diffamierung anderer ~~ auch gegen modernistische Attitüden von links, deren Inhaber angeblich höherer Weisheit ganz ordentlich von den Pfründen des Nationalstaates leben, den sie ach so verachten. Und so. Grüße! 

Antwort
von voayager, 14

Deutsche kennen selten einen Patriotismus, meist artet es nämlich in Ausländerfeindlichkeit aus.

Antwort
von Geraldianer, 58

Die Amerikaner bekommen ja auch zu Recht in der Weltöffentlichkeit Prügel für ihr Verhalten. Es geht vor allem um den imperialistischen Anspruch, wie beispielsweise in Libyen oder dem Irak von der Bush-Familie vorgegangen wurde.

Die Übergriffe der Polizei gegen Schwarze und Hispanics sind auch in den USA ein Thema.

Wobei Fremdenfeindlichkeit ja nichts mit Patriotismus zu tun hat. Als deutscher Patriot schäme ich mich für die Leute von PEGIDA und der AfD, die unsere nach dem Krieg erkämpfte pluralistische und menschliche Grundhaltung abschaffen möchten.

Antwort
von baindl, 36

Du verwechselst da etwas.

Lies diese Weisheit von Johannes Rau.


Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland
liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen
verachtet.






Kommentar von Beantworter1112 ,

In Deutschland wird ja beides meist gleich gesetzt..

Kommentar von baindl ,

Nein, das ist der nächste Fehler.

Nationalisten betrachten sich als Patrioten, die sie natürlich nicht sind.

Antwort
von OlliBjoern, 16

Analysieren wir mal den Satz "wenn ein Deutscher sowas sagt, dann ist er...". Was sagt er denn? Du verrätst es uns nicht, sondern du machst lediglich unscharfe Andeutungen. Nun muss ich also raten, was du im Kopf hast.

Dann nimmst du ein Sportevent als Beispiel. Und dann wird halt "USA" gerufen, was mich nun nicht wundert. Und beim Fußball, wenn die USA gegen Deutschland spielen, wird halt auch mal "Deutschland" gerufen. Das ist normal, und auch nicht schlimm.

Und nun soll ich über "sowas" referieren? :)

In gewissem Sinne bin ich auch patriotisch. Zum Beispiel, was die deutsche Sprache, die Rechtschreibung, und die Ausdrucksweise angeht. Da bin ich einigermaßen konservativ. Politisch sieht es aber anders aus.

Und du schreibst ja, man könne es auch übertreiben. Das finde ich übrigens auch. Aber warum denkst du, dass das ein anderes Thema wäre?

Antwort
von Wurzelstock, 36

Bitte erklär doch mal, was Du unter "patriotisch" überhaupt verstehst. Oder gefällt dir nur das Fremdwort so gut?

Kommentar von Beantworter1112 ,

Ich verstehe darunter jemanden, der sein Vaterland liebt und dafür etwas tun würde. Was er tun würde, hängt von der größe der "Liebe" ab. In Deutschland wird das aber immer irgendwie als rechts bezeichnet.. wobei da nichts so schlimmes dahinter steckt..

Kommentar von Wurzelstock ,

Dahinter steckt weder was Schlimmes noch was Gutes, sondern garnix. Es sind Begriffe, die von Demagogen erfunden wurden, um die Masse, die sich einen feuchten Kerricht dafür interessierte, für ihre Ziele zusammenzutrommeln.

Diese Ziele konnten schlecht oder gut sein, was man immer erst nachher weiß. Das hat sich von der Erfindung an bis heute nicht geändert. So, wie auch der Begriff "Demagoge" ursprünglich kein moralischer war, sondern einfach nur die Bezeichnung eines Anführers für die Volksmasse.

Ich habe jetzt und hier, an der Stelle, an die mich das Schickal positioniert hat, meine Aufgaben zu erfüllen - anteilig für die Welt/Europa/Deuschland/Bundesland/Gemeinde oder die umgekehrte Reihenfolge.

Da ich an der gesetzlichen Gestaltung dieser Aufgaben - ebenfalls anteilig - beteiligt bin, brauche ich keine abgehalferten Begriffe aus Kaisers Zeiten mehr, die ihre Überzeugungskraft auch damals ausschließlich durch den Trommler vorneweg bezogen: Je schmissiger, desto schneddererdeng! (Auf den Volksfesten höre ich es auch gern:)

Sollten aber die alten abgedroschenen Phrasen wieder aufmarschieren, so werde ich Flagge zeigen: Ich werde wieder mit sämtlichen katholischen Prozessionen mitlaufen, obwohl ich ein notorischer Dissident bin. Denn deren Vaterland ist nämlich die ganze Welt, wie der Name besagt.

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