wieso ist eine vorderlader pistole nicht waffenscheinpflichtig?

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3 Antworten

Salue Funmichi

Es gibt ja viele Gebrauchsgegenstände, die lebensgefährlich sind. Eine Vorderladepistole gehört dazu. Seinerzeit, als man damit Kriege geführt hat, war eine solche Pistole dann auch eine echte Schusswaffe.

In der heutigen Zeit allerdings darf man ruhig sagen, für einen Verbrecher ist sie schlicht ungeeignet. Bei einem Banküberfall würde er damit wohl eher von den Angestellten ausgelacht.

Das Schwarzpulver ist relativ schwach, das Nachladen ist umständlich, die Präzision lässt auch zu wünschen übrig.

Die Gefahr, die von einer solchen Waffe ausgeht, ist also recht unbedeutend und auch nicht grösser als manch anderes Ding, welches wir heute ganz selbstverständlich verwenden.

Es ist daher durchaus vernünftig, wenn man sich bei der Gesetzgebung auf Schusswaffen konzentriert, die tatsächlich häufig missbraucht werden.

Das ganze Zeremoniell zum Schiessen mit einer solchen Vorderladewaffen hingegen kann viel Spass machen und es ist bestimmt ein schönes Hobby.

Es grüsst Dich

Tellensohn

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Weil die Regelung halt so ist. Der Gesetzgeber hat Waffen, die vor dem 1.1.1871 entwickelt würden, von der Erlaubnispflicht ausgenommen.

Allerdings wäre die Munition ein Problem. Wäre die Waffe geladen oder du führst Schwarzpulver mit dir mit, könnte das ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz darstellen.  

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Auch wenn´s sich nach Haarspalterei anhört, aber deine Frage ist so nicht korrekt.

Ein Waffenschein ist eine Erlaubnis zum führen einer Schußwaffe, also zum herumtragen in geladenem Zustand in der Öffentlichkeit ( zur Selbstverteidigung ).

Und um eine Vorderladerpistole geladen und zugriffsbereit mit sich herumzutragen benötigt man durchaus theoretisch einen Waffenschein, außer für Waffen mit Lunten-oder Funkenzündung.


Eine Erwerbserlaubnis in Form einer Waffenbesitzkarte braucht man tatsächlich für bestimmte Vorderladerwaffen nicht......: nämlich solange sie einschüssig sind und das Modell von vor 1871 stammt.

Dies führt zum Beispiel auch dazu, daß moderne Inline-Vorderlader oder Waffen wie z.B die " Tingle-Pistole " erwerbsscheinpflichtig sind, obwohl sie nix besser können als ein historischer Vorderlader.

Sie haben eben bloß kein historisches Vorbild oder sind vor 1871 entstanden.


Mehrschüssige Vorderlader sind hingegen schon wieder erlaubnispflichtig.....: hier insbesondere mal wieder durch die speziell beim Waffengesetz beliebte Anlaßgesetzgebung in Form von dümmlichen Restriktionen.

Bis in die 70er Jahre konnte man auch Vorderladerrevolver ohne weitere Erlaubnis erwerben, das änderte sich im Zuge der RAF-Hysterie.

Da hatte man dann wohl die lächerliche Angst, die Baader-Meinhof Bande könnte mit Schwarzpulverrevolvern ausgerüstet die Regierung stürzen.


Im übrigen basieren sämtliche Restriktionen im deutschen Waffengesetz auf den oftmals paranoiden " könnte-ja-sein "-Phantasien vorzugsweise sachlich ahnungsloser Ministerialbeamter, aber von einschüssigen Vorderladern haben wohl selbst die sich nicht bedroht gefühlt ( noch nicht ).



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