Gibt es da keine Norm?
Über diese Frage hat schon jemand nachgedacht (http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/117/ , ein amüsanter und informativer Beitrag, aber ohne klares Ergebnis ).
Schon seit 1977 gibt es einen Vorschlag, den das Deutsche Institut für Normung (DIN) veröffentlicht hat. Die jetzt gültige Fassung ist:
Normenausschuß Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) im DIN, Titelblätter und Einbandbeschriftung von Büchern = Title and cover inscrption of books = Feulles de titres e inscriptions des reliures des livres. Entwurf März 1996. Berlin : Beuth, 1996, 6 Seiten
Danach soll die Beschriftung des Buchrückens beim aufrecht stehenden Buch von oben nach unten verlaufen (liegend also von links nach rechts). Dies empfiehlt auch der Verleger-Ausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. International entspricht dem die ISO 6357 (Documentation. Spine titles on books and other publications, 1985) der International Standard Organization.
Diese Norm ist allerdings nur eine Empfehlung, keine Vorschrift, deren Nichtbefolgung geahndet wird. Die Verlage bzw. die Graphiker in den Druckereien haben unterschiedliche Vorstellungen. Bei mir kommen im Regal sogar quer angebrachte Beschriftungen vor.
Ein Vorteil der Beschriftung des Buchrückens von oben nach unten (bzw. von links nach rechts) ist die Lesbarkeit der Titel flach auf einem Stapel liegender Bücher. Der einzige Vorteil der Beschriftung von unten nach oben (bzw. von rechts nach links) liegt darin, die Buchrückenbeschriftungen im Regal von links nach rechts eingeordneter mehrbändiger Werke der Reihe nach lesen zu können. Ein klarer Nachteil der unterschiedlichen Beschriftungen ist die durch unbequemes Kopfverdrehen längere Dauer des Lesens von Buchrücken in einer Bibliothek.
England/USA von oben nach unten Deutschland (Europa?) von unten nach oben www.squarekopp.de
In meinem Bücherregal, in dem es überwiegend deutschsprachige Bücher gibt, kann ich von das nicht nachvollziehen. Daher die Frage.