Frage von fellyp, 147

Wieso ist Berlin so groß geworden?

Ich habe mich gefragt, wieso ausgerechnet Berlin so stark gewachsen ist im Vergleich zu allen anderen deutschen Städten. Denn eigentlich spricht ziemlich viel dagegen:

  • Berlin liegt an keinem Meer
  • Berlin liegt an keinem großen Fluss
  • in Berlin gab und gibt es keine großen Vorkommen an Bodenschätzen
  • Berlin liegt in einem ziemlich dünn besiedelten Gebiet (im Vergleich zu den anderen Metropolen Deutschlands)
Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MrHilfestellung, 111

Berlin war Hauptstadt des wichtigsten (oder zweitwichtigsten) deutschen Staates, der gleichzeitig auch die Ansiedlung von Migranten wie bspw. den Hugenotten gefördert hat.

Später wurde Berlin dann Hauptstadt des Deutschen Reiches und wurde somit politisches und kulturelles Zentrum des Deutschen Reiches, was natürlich Zuzug gefördert hat. Auch heute ziehen ja viele Menschen nach Berlin, weil es kulturell sehr viel zu bieten hat.

Berlin ist aber heute immer noch kleiner als vor dem Zweiten Weltkrieg.

Kommentar von fellyp ,

Danke für die Antwort :) Also war praktisch der Ursprung des großen Wachstums die gezielte Einwanderungspolitik der damaligen Herrscher. Der Rest ist dann auch logisch, denn wenn die Stadt damals bewusst zur Großstadt und später zur Hauptstadt gemacht wurde, kommen ja automatisch immer mehr Menschen.

Kommentar von atzef ,

Nein.

Nach Berlin UND Brandeburg kamen damals ca. 20.000 Hugenotten. Die brauchte man, um die immer noch präsenten Spätfolgen des Dreißigjährigen Krieges auch bevölkerungspolitisch auszugleichen.

Kommentar von RonnyFunk ,

"Berlin ist aber heute immer noch kleiner als vor dem Zweiten Weltkrieg"

Das stimmt so nicht. Im Grunde genommen ist Berlin sogar noch größer, da ja Teile Hönows mit der deutschen Vereinigung offiziell zu Berlin kamen.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Ich meine auch von der Bevölkerungszahl her.

Antwort
von dadamat, 44

Berlin ist erst 1920 stark gewachsen, als es aus mehreren Städten gebildet wurde, die einzeln schon weit über 100000 Einwohnern hatten. Durch die Industralisierung wurden viele Arbeitskräfte gebraucht, die hierher zogen. Und als Hauptstadt hat es immer eine höhere Anziehungskraft als ander Städte.

Antwort
von soissesPDF, 58

Friedrich II (der Große) "jeder soll nach seiner Facon glücklich werden" brauchte ein Volk, jedenfalls mehr als Preußen einst davon hatte.
So kamen die Hugenotten und Flamen in die preußischen Kurlande Brandenburg, ebenso die Juden.
Aber auch andere, wie Künstler und Philosophen (Voltaire).

Die s.g. Preußen waren nur selbst keine, sondern Hohenzollern, ursprünglich ansäßig in Schwaben.
Die Preußen selbst waren Prussen, eben genau dort (Kaliningrad) ursprünglich ansässig, ihrerseits missioniert durch die Deutschordensritter.
https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen

Antwort
von JBEZorg, 35

Berlin ist auch spät gross geworden. Eben aus diesen Gründen. Und letzendlich weil Preussen die führende Macht der Vereinigung Deutschland zum Kaiserreich war.

Antwort
von RonnyFunk, 45

Man hatte in Berlin die Vororte eingemeindet. Berlin ist ja Hauptstadt, lockte viele Menschen und die Eingemeindung war vorteilhaft, auch wenn mental die Spandauer immer noch nicht damit einverstanden sind - trotz der Vorteile, die es zwischen 1945 und 1990 hatte, nicht wirklich "bei Berlin" zu sein.

Wenn ich es richtig mitbekam, durfte ursprünglich die Eisenbahn auf dem Berliner Stadtgebiet ursprünglich weder Gleise, noch Bahnhöfe haben. Sie endete unmittelbar vor der Stadt und die Reisenden mussten auf anderen Wegen weiterfahren.

Der S-Bahn-Ring verband diese ganzen Bahnhöfe miteinander und gibt eine Vorstellung, wie groß Berlin ursprünglich war.

Berlin hatte keinen Hauptbahnhof, sondern Bahnhöfe in bestimmte Richtungen.

Friedrichshain war Stadtrand, östlich der heutigen Warschauer Str. war das Gut "Boxhagen" (der Straßenname "Boxhagener Str." erinnert daran), Lichtenberg war ein Dorf, Köpenick eine selbstständige Stadt.

Als die heutige U2 gebaut wurde, führte diese durch Berlin, aber auch die Vororte. 

Pankow wünschte keine Hochbahn, also musste es eine U-Bahn sein.

Prenzlauer Berg tolerierte die Hochbahn, Berlin-Mitte wiederum nicht.

Kreuzberg erlaubte den Hochbahnviadukt, Charlottenburg nicht.

Spandau wiederum erlaubte den Hochbahnviadukt.

Auf der U2 spiegelt sich eben diese Geschichte wider.

https://de.wikipedia.org/wiki/Groß-Berlin

Antwort
von archibaldesel, 28

Weil Berlin preußische Hauptstadt war und Preußen lange Zeit der beherrschende deutsche Staat war. Nach der Reichsgründung wurde Berlin Reichshauptstadt, da der preußische König gleichzeitig deutscher Kaiser wurde.

Aber Berlin war im Vergleich zu anderen Großstädten in Deutschland nie so dominant wie es London in GB und Paris in Frankreich war (ist).

Antwort
von atzef, 39

Als Hauptstadt Preußens und später des deutschen kaiserreichs lag Berlin in ziemlich zentraler geogrphischer Lage in Deutschland.

Als hauptstadt ist Berlin wiederum ein Magnet für Verwaltugsbürokratie, aber auch Wissenschaft, Kultur und schlussendlich Wirtschaft. Das akkumuliert sich...

Antwort
von 01079, 65

Naja klein ist die Spree jetzt nicht unbedingt, aber Berlin ist halt die Hauptstadt, sehr Urban & Multikulti, das hat auf viele aus kleineren Städten eine große Anziehungskraft 

Antwort
von Harald2000, 68

Berlin hat sich durch die Weltkriege enorm verkleinert, z.B. durch die Abwanderung der Zentralen bedeutender Firmen (Siemens etc.). Früherer Zuzug kam auch durch Einwanderung und Flucht aus verlorenen preußischen Gebieten zustande (Westpreußen, Schlesien etc.).

Antwort
von AlinaMiLy, 35

Berlin ist die Hauptstadt und für ziemlich viele ist es wohl die Stadt und sie Träumen davon herzukommen, weil sie wohl denken sie könnten hier frei sein. Berlin soll wohl in den nächsten x-Jahren (ich glaube es waren 10.. oder 20?) um eine Kleinstadt größer werden.


Antwort
von Sillithiya, 69

Kultur & definitiv die Vergangenheit

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