Frage von Referendarwin, 135

Wieso ist beim Handball der Anteil von deutschen Spielern mit Migrationshintergrund so gering?

Wenn ich zum Beispiel die deutsche Nationalmannschaft im Handball mit der deutschen Fußaballnationalmannschaft vergleiche, wundert mich das immer.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Chrisgang, 57

Der Vergleich Fußball-Handball hinkt! Fußball ist als Sportart besonders dafür bekannt, dass er weltweit sehr populär ist und fast überall auf der Welt gespielt wird! Handball ist eher in West und Nord-Europa, sowie dem ehemaligen Ostblock verbreitet.

Eine Sportart die man nicht kennt wird man also als Junge/Mädchen mit Migrationshintergrund eher seltener spielen. Gerade, wenn deine Eltern Afrikanischen oder Türkischen Ursprungs sind, wirst du also eher Fußball und nicht Handball spielen, weil Handball in den Herkunftsländern deiner Eltern nicht so bekannt ist!

Ich kann übrigens sagen, dass in meinem Handballverein durchaus Menschen mit Migrationshintergrund waren, aber diese waren eben aus Frankreich, Spanien, Dänemark und Ungarn. Diese fallen auch nicht so sehr äußerlich auf. Das könnte also ein weiterer Punkt sein, den du eventuell vernachlässigt hast! Wenn deine Eltern aus Ghana kommen sieht man dir das sofort an; kommen sie aus Dänemark wird das niemand merken.

Antwort
von wfwbinder, 24

Das ist aus meiner Sicht eher das Phänomen, dass es im Fußball überproportional viele mit Migrationshintergrund gibt.

im Handball wenige, hast Du festgestellt.

im Hockey, in der Spitze gar keine.

im Tennis, bei den guten nur Dustin Brown

im Golf, keine

Kommentar von vereinsmayer ,

Dustin Brown wurde in Celle geboren; hat nur seine Staatsangehörigkeit geändert. Und damit hat er in etwa soviel "Migrationshintergrund" wie beispielsweise Angelique Kerber, deren Vater aus Polen stammt.

Und im Fußball, in der Nationalmannschaft, hat(te) Miroslav Klose noch am meisten "Migrationshintergrund".
Boateng (* Berlin), Can (* Frankfurt/Main), Gómez (* Riedlingen), Khedira (* Stuttgart), Mustafi (* Bad Hersfeld), Özil (* Gelsenkirchen) oder Tah (* Hamburg) sind allesamt in Deutschland geboren. 

Kommentar von wfwbinder ,

Das Dustin Brown in Celle geboren wurde ist mir bekannt, ich bin slebst aus dem Landkreis Celle. Allerdings hat Dustin Brown viele Jahre seines Lebens in Jamaica verbracht und auch schon für Jamaica gespielt und sich erst danach für Deutschland entschieden.

Angeliques Eltern sind beide Polen udn sie hat auch die polnische Staatsangehörigkeit zusätzlich. Die Polen sind ihr etwas böse, weil sie die Anfrage für Polen zu spielen negativ beschieden hat.

Natürlich sind die Fußballer (fast) alle  in Deutschland geboren, daher haben sie sich ja vermutlich auch dafür entschieden für Deutschland zu spilen, obwohl sie zum Teil die Wahl hatten. Özil haben das wohl viele Türken übel genommen, das er eben nicht für die Türkei spielt.

Antwort
von 1988Ritter, 36

Beim Handball ist es wie bei allen anderen Sportarten auch, geringes bis gar kein finanzielles Entlohnungssystem.

Lediglich beim Fussball kann man viel Geld verdienen, was dann auch wahrgenommen wird.

Dieser Umstand ist aber nichts neues. Erst kürzlich kamen bei den olympischen Spielen massive Beschwerden von Trainern und Sportlern. Man verlangt da Bestleistungen, aber wie das dann finanziert wird, dass interessiert dann keinen.

Antwort
von howelljenkins, 78

ich vermute, dass es daran liegt, dass es in deutschland wesentlich mehr fussballvereine als handballvereine gibt und es damit auch insgesamt mehr fussballspieler als handballspieler in deutschland gibt. entsprechend weniger mit migrationshintergrund.

Kommentar von Referendarwin ,

Ich meine natürlich anteilig.

Antwort
von Agentpony, 51

2 Hauptgründe:

1. ist Handball ein eher europäischer Sport. Du wirst genauso wenige Migranten beim Korbball oder Fechten finden. Es fehlt also einfach das Interesse. Dazu muss man sich quasi aktiv fürs Handballspielen entscheiden, während der Fußball die meisten Jungen einfach vom Garten über den Bolzplatz in den Verein führt.

2. ist in Deutschland Handball ein Spiel der Vorstädte und ländlichen Regionen. Schau dir nur mal an, wieviele kleinere Städte und Käffer in der ersten und zweiten Bundesliga spielen.

Migranten hingegen, insbesondere aus dem Türkisch-arabischen Raum, ziehen vermehrt in die größeren Städte.


Antwort
von AaronMose3, 27

Jetzt wundert es Menschen nicht mehr, das es so viele Menschen mit Migrationshintergrund gibt, sondern zu wenige. 

Wird ja immer besser.

Kommentar von PeterSchu ,

Es gibt schon einen Unterschied zwischen "so wenige " und "zu wenige".

Kommentar von AaronMose3 ,

Mein Kommentar war auch mehr ironisch gemeint, als alles andere.

Antwort
von PeterSchu, 18

Handball ist nur in wenigen Ländern der Welt verbreitet, und die meisten davon sind in Europa.

Außerdem sind viele der ausländischen Fußballer keine migranten, sondern Profis, die ihren Beruf vorübergehend in Deutschland ausüben.

Antwort
von hummel3, 10

Ich sehe darin keine Besonderheit und nichts Auffälliges. Wenn wir genügend deutsche Spieler haben, brauchen wir keine dunkelhäutigen, muslimischen Migranten. - Vielleicht ist denen das Handballspiel ganz einfach zu schnell.

Aber vielleicht klärt uns ja noch ein Experte auf, der es genauer weiß. - Ich bin aber auf jeden Fall gegen eine Zwangsquote!

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