solf1 am 03.04.2007 um 13:01 Uhr
... allerdings wenn Berichte aus China oder Japan kommen wo die Menschen z.b. Hunde , Delphine , Kröten oder so essen gehen alle auf die Barrikaden. Was mag dies auslösen ? Ist denn ein Hund " mehr " Wert als ein Schwein ?

Vielleicht liegt's am unterschiedlichen Werteverständis der einzelnen Kulturen. Hunde sind bei uns der beste Freund des Menschen, Delfine kennen wir in erster Linie aus "Flipper" oder von irgendwelchen Therapien und den Kröten wird bei uns über die Straße geholfen. Da schüttelt der Asiate den Kopp und der Afrikaner wundert sich. Dafür gibt es bei uns eher Vorbehalte gegen Insektenmenues...

Wenn die Menschen schon Tiere essen, ist es mir auch egal, welche sie essen. Tier ist in dem Fall Tier. Wichtig ist nur, dass diese Tiere nicht qualvoll geschlachtet werden. Soviel Ehrfurcht sollte der Mensch vor der Kreatur haben! Ein Tier sollte niemals lebend in kochendes Wasser geworfen (Schalentiere) oder ihm die Gliedmaßen bei lebendigem Leibe abgerissen (Frösche) oder ihm bei lebendigem Leibe die Hirnschale geöffnet und das Hirn ausgelöffelt werden (Affen). Da hört mein Verständnis völlig auf.
critter am 3. April 2007 14:37 Ich war ca. 30 Jahre lang Vegetarier aus vielerei Gründen (Haltung/Futter/meine Gesundheit/Tiere leben lassen usw.). Eines Tages kam ein solcher Heißhunger auf ein Steak, dass ich nicht mehr widerstehen konnte. Und langsam aß ich hier und da wieder ein Stückchen Fleisch oder Wurst. Seit etwa 10 Jahren esse ich alle paar Wochen mal Fleisch - aber NIE OHNE den Gedanken, dass da ein Tier für sterben musste. Der Gedanke ist fest verankert.

Es ist die Gewohnheit, Kultur etc. Wäre das Essen von Hunden bei uns Gewohnheit, würde sich niemand daran stören, ausser vielleicht andere Kulturen. Ein Bekannter von uns hat eine kleine Tierzucht (Nutztiere), unter Anderem auch Kanninchen, die schlachtet und verkauft er, ausser Bommel, der ist zum streicheln. Wenn man den Tieren erst einaml einen Namen gegeben hat und anfängt sich näher mit ihnen zu beschäftigen, kann man sie auch nicht mehr schlachten.

Biologisch gesehen sind wir Menschen Früchtefresser mit einem gewissen Hang zu fleischlicher Kost. (Auch unsere nächsten Verwandten gehen ab und zu auf Beutejagd.)
Je nach "Angebot" und "Kultur" sind nun mal die Essgewohnheiten weltweit unterschiedlich. Der Aborigine, der genüsslich eine dicke fette Made lutscht, wird im Iran, wo Hirten das Blut lebender Ziegen trinken, sicher genauso auf Unverständnis stoßen wie die schon zitierten Affenhirn-Löffler und Hunde-Futterer hier bei uns.
Wem unser Fleisch-Essverhalten sauer aufstößt, kann ich nur ahnen.
Ist halt so.
solf1 am 3. April 2007 14:29 Was meinst du damit ?
UlfDunkel am 3. April 2007 14:52 Womit?
solf1 am 3. April 2007 14:56 Wem stösst unser Fleisch - Essverhalten sauer auf ?
UlfDunkel am 3. April 2007 14:59 Das weiß ich eben nicht genau, da ich viele andere Kulturen auf der Welt nicht kenne. Daher schrieb ich, ich könne das nur ahnen.
Z.B. kann ich mir vorstellen, dass viele Muslime und Juden unseren "unkoscheren" Fleischkonsum nicht gutheißen. Viele Buddhisten werden überhaupt mit unseren Unmengen an Fleisch und der rabiaten Tierhaltung und Massenschlachtung Probleme haben. Inder werden bei unserem Rinderkonsum sicher das Grausen kriegen und so weiter. Aber ich kann das nur ahnen -- nicht wissen. Ich maße mir nicht an, alle Kulturen dieser Welt zu kennen.
solf1 am 3. April 2007 15:09 ja klar.. danke
krubi am 6. April 2007 00:54 Lieber Ulf, ich kann viele deiner Kommentare nachvollziehen, aber dass der Mensch von Anbeginn nicht nur ein Früchtesammler, sondern auch ein Jäger war, gibt uns doch schon eine lange Tradition als Fleischfresser :-)

die "Wertigkeit" eines Tieres kann man nicht einordnen, vielmehr ist dies eine gesellschaftliche Sache, während bei uns sog. "Nutztiere" wie Schwein und Rind als Nahrungsmittel schon immer gegeben waren, sind z.B. Hund nur als Haustiere bei uns die Norm, entsprechend reagieren Menschen dann "komisch", wenn es in anderen Gesellschaften anders ist. In Indien sind z.B. Kühe heilig.
Unterscheiden möchte ich auch noch, ob Tiere getötet werden als Nahrungsmittel, die speziell darfür gezüchtet werden wie Rind und Schwein oder ob man bedrohte Tierarten wie Wale jagt (Japan angeblich aus "Forschungsgründen" - ha ha) und diese damit fast ausrottet.

Hi solf1 ! Ich kann, genau wie du, nicht verstehen, warum man den Tieren unterschiedliche Lebensberechtigungen einräumt, je nach Kultur und Nationalität. Da diese Unterschiede für mich nicht existieren, bin ich Vegetarierin geworden. Ein Schwein hat das gleiche Recht auf Leben wie mein Hund. Gruß
Heeeschen am 3. April 2007 14:05 Ich bewundere jeden, der sich dazu entscheidet, Vegetarier zu werden. Mir gelingt es leider nicht - ich werde mit meiner "Doppelmoral" leben müssen.

Ist doch die Frage des Kulturkreises und was von haus aus als "normal" erachtet wird? Das Essen von Tieren als solches ist doch im Normalfall "anerzogen"? Ich esse selbst Fleisch, aber ein Bambi oder Kalb würd ich ablehnen zu essen, weil ich sie zu niedlich finde und es nicht übers Herz brächte, es aufzuessen. So verhält sich das bei anderen Tieren sicher auch für andere Kulturkreise.
Alles eine Sache der Erziehung.
Damit ist auch der kulturelle Aspekt zu erklären. Wenn man ehrlich ist und das ganze objektiv betrachtet, ist es völlig dämlich überhaupt Fleisch zu essen.
Man tut es aus reiner Gewohnheit und Unwissenheit. Unwissenheit über eine gesunde ausgeglichene Ernährung, die das Leben jedes Lebewesens respektiert.
Es ist vielleicht etwas anstrengender vegetarisch zu leben, jedoch wesentlich ehrlicher und moralischer. Man denke nur daran, wie mit den "Schlachttieren" umgegangen wird. Massentierhaltung, grausame Tötungen, etc...
Für mich macht es keinen Unterschied, welches Tier für den Mensch umgebracht wird. Jedes Tier hat ein Recht auf Leben. Und jeder, der angeblich Tiere mag, müßte eigentlich logischerweise Vegetarier sein!

Das liegt an der Herkunft und der Tradition. Meine Kollegin musste aus Höflichkeit (und Rücksicht auf den Gastgeber) bei einem Geschäftsessen in Taiwan auch essen, was auf dem Teller lag - es war Hund! Und zu ihrem eigenen Erstaunen schmeckte es ihr. Meine Mutter ist Asiatin, und ich wundere mich immer, was sie ohne mit der Wimper zu zucken isst...ich eben eben in Europa geboren und aufgewachsen - mit SchniPoSa... :-)
Heeeschen am 3. April 2007 13:52 Nun ja MUSSTE kann wohl nicht stimmen: Wer etwas nicht essen möchte, muss dies nirgends auf der Welt tun... man kann sich immer auf religiöse Gründe zurückziehen, aus denen man etwas nicht essen möchte oder darf. Verlogen ja klar, aber es funktioniert. Im übrigen mag jeder auf der Welt zu sich nehmen, was er mag - eines jedoch darf es einfach nicht geben: Kreaturen zu quälen, damit sie besser schmecken (Adrenalin) oder der Geschlechtsapparat des Essenden besser funktioniert. Und da sind - das steht wohl ausser Frage - die Asiaten weltweit traurige Führer...
critter am 3. April 2007 14:06 Dann gehe mal in einige chinesische Regionen. Wenn Du da nicht isst, was Dir angeboten wird, stößt Du den Gastgebern so gewaltig vor den Kopf, dass Du nur noch flüchten kannst. Teilweise ist man dort noch nicht soweit, dass man mit denen über unsere Essgewohnheiten diskutieren kann.
Heeeschen am 3. April 2007 14:13 Die Erfahrung einer Freundin ist tatsächlich, dass man in China und Taiwan alles mit religiöser Begründung höflich zurückweisen kann. Dies wurde Ihr sogar - sie war mehrere Monate beruflich dort - in einem Vorbereitungskurs vermittelt und hat auch funktioniert.
bommel65 am 4. April 2007 14:04 Kann durchaus sein, aber bei Geschäftsessen, wo es eventuell auf eine Vertragsabschluss ankommt, würde ich auch nicht ablehnen - klingt komisch, wird dir aber jeder gute Geschäftsmann bestätigen - nichts für ungut, ich esse ohnehin nur, was mir schmeckt... :-)

Ich glaube auch, dass dies eine Frage des Kulturkreises ist. Mich macht nur wütend, wie die Tiere teilweise in anderen Ländern gehalten bzw. getötet werden. Gut, hier in Deutschland bekommt man auch nicht alles mit, aber zusammengepferchte Hühner in einem kleinen Stall auf dem Markt sind hier z. B. verboten. Es ist hier auch verboten, Katzen und Hunden bei lebendigem Leib das Fell über die Ohren zu ziehen, weil die Fleischqualität sonst leiden würde. Es sollte hier in Deutschland auch endlich ein Gesetz eingeführt und durchgesetzt werden, welches die Massenhaltung von Tieren beendet (z. B. Legebetriebe). Das Schlimme ist nur, jeder regt sich auf, aber im Supermarkt greifen dann wieder alle zu den Eiern aus Legehaltung, "weil sie ja billiger sind"! Ich zahle auch gern 30 Cent mehr, wenn ich damit auch nur ein bisschen helfen kann!!