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Wieso ich und warum nur?

gefragt von SebastSebast am 01.08.2008 um 8:00 Uhr

Support
Kommentar zur Frage vom Support

Liebe/r Sebast,

welchen Rat suchst du? Bitte achte doch in Zukunft darauf, Deine Frage aussagekräftiger zu formulieren und nutze das Beschreibungsfeld um zu erklären, worum genau es Dir geht. Du erhöhst so die Chance auf hilfreiche Antworten.

Viele Grüße

Marie vom gutefrage.net-Support

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Baiana
beantwortet von Baiana am 1. August 2008 08:12
9x
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Weil jeder seine subjektive Sicht auf die Welt hat.

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Objektiv betrachtet stimmt "Wieso (immer nur) ich (und nie die anderen)?" nicht - da die Kontingenzen des Lebens (wie plötzliche Erkrankung, Tod von lieben Menschen, "ungerechtes" Schicksal) jeden einzelnen treffen. Aber jeder ist mit seinem Schicksal letztlich allein, egal, ob es auch andere trifft.

Tolstoi hat das in der Kurzgeschichte "Der Tod des Iwan Iljitsch" schön zum Ausdruck gebracht: Sokrates ist ein Mensch, alle Menschen sind sterblich, also ist Sokrates sterblich. Das ist soweit klar - natürlich ist Sokrates sterblich. Aber doch nicht ich! Ich selbst bin doch etwas ganz anderes, als der Mensch als Gattungswesen. Ich bin doch etwas ganz besonderes, man kann doch mich nicht mit einem "Fall von Menschseit" vergleichen!

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In der philosophischen Anthropologie ist dies ein wesenhafter Zug des Menschseins: Jeder Mensch hat Anteil am allgemeinen Menschsein, aber jeder Mensch ist wesenhaft verschieden. Diese wesenhafte Unterschiedlichkeit macht den Menschen erst zur Person. Bei Bleistiften ist es egal, ob ich den einen oder den anderen nehme, ob 10 Bleistifte vor mir liegen, die alle gleich aussehen. Bei Menschen ist dies anders - jeder einzelne ist als Individuum wesenhaft.

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Dadurch entfaltet sich auch die subjektive Innenschau, das Gefühl, das jeden von uns manchmal beschleicht, dass ich etwas ganz Besonderes bin. Und damit hängt zusammen, dass das Leid, das Unglück, das mir wiederfährt, ein ganz anderes ist und ganz anders zu bewerten ist, als das Unglück, dass anderen geschieht.

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Das "Warum?" ist nicht zu beantworten. Das Leben ist nicht gerecht - jedenfalls nicht aus einer subjektiven Perspektive heraus.

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Eine konstruktionistische oder sogar konstruktivistische Sicht auf die Dinge, auf die Welt und auf das, was mit mir passiert, kann helfen. Wenn ich in einer Situation bin, die mir missfällt, dann habe ich wenig Möglichkeiten: Ich kann das Schicksal so hinnehmen wie es ist und darunter leiden. Und ich kann versuchen, die Situation so zu ändern, dass ich das Schicksal als Aufgabe an mich annehmen kann. Oder ich versuche, meine Sicht auf die Dinge zu verändern und so mit einer neuen Perspektive die Dinge anders wahrzunehmen und zu bewerten.

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Kurz: Die Welt ist so, wie Du sie siehst. Jedenfalls für Dich.

Oder in einer anderen Fassung, die am Morgen gute Laune macht (Lautsprecher an!): http://www.efraimstochter.de/songs/song_deutsch.shtml

Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 1. August 2008 08:15

Korrekturblatt:

  • "Fall von Menschseit" ist frühmorgendliches Thüringisch für "Fall von Menschsein".

Und eine Ergänzung zu den verschiedenen Möglichkeiten, mit einer Situation umzugehen: Beim Leiden an der Situation steht im Hintergrund der olle Kierkegaard. Die Situation entsprechend anzupassen passt in den Pragmatismus. Meine Sicht auf die Dinge zu ändern ist eine gute konstruktivistische Sichtweise.

Kommentar von A9fcc5456f76832d2967c1d84f7b13bcsmalljabberwakky am 1. August 2008 08:15

Schon wach?Kaffeerüberschieb

Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 1. August 2008 08:17

Moin! Ist auch Tee da? Earl Grey wär mir recht! trotzdemamkaffeenipp

Noch nicht so richtig wach, wie man sieht - ich steh auf und meine gleich Dinge!

Kommentar von A9fcc5456f76832d2967c1d84f7b13bcsmalljabberwakky am 1. August 2008 08:22

Für Dich sicher Earl Grey,Bitteschön.Guten Morgen,Baiana

Kommentar von A61b3756ced7ec69acac7ec824d98606smallmagda77 am 1. August 2008 08:49

Nicht schlecht!

Kommentar von 48e949d55590991e852b980f0b3aa124smallSebast am 1. August 2008 11:16

Danke!

Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 1. August 2008 11:24

Sehr gern geschehen! :-)


Gartenheinie
beantwortet von Gartenheinie am 1. August 2008 08:01
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Das leben bestraft die dummen.

Kommentar von 1079a100179c7e88556a9448df89ed3dsmallKabark am 1. August 2008 08:04

Ich kann eher das Gegenteil feststellen.

Kommentar von 3abd5ed48d7bfd175a21ba7495e654f9smallGartenheinie am 1. August 2008 08:05

?? Wieso?? wenn er nicht beschreibt was er meint, ist er doch selbst schuld!


Vollstrecker
beantwortet von Vollstrecker am 1. August 2008 08:16
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Das Leben ist eins der härtesten.


anonym
beantwortet von Mcruay am 1. August 2008 08:28
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warum nicht du?

Besser du als ich... :-)


MikeMolto
beantwortet von MikeMolto am 1. August 2008 08:04
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Wer sonst? Darum!


Nachtflug
beantwortet von Nachtflug am 1. August 2008 08:06
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Wieso Du? Ich doch auch!


Sebast
beantwortet von Sebast am 1. August 2008 08:10
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Du erst recht, könnte es an Gestern gelegen haben?

Kommentar von support3 am 1. August 2008 16:27

Liebe/r Sebast,

bitte achte in Zukunft darauf Reaktionen zu einer Antwort auch in Form von nachträglichen Ergänzungen Deiner Frage über den Link "Antwort kommentieren" hinzuzufügen. So ist sichergestellt, dass der Zusammenhang im Nachhinein nicht verloren geht, da die Antworten durch die Bewertungen ja ständig in Bewegung sind.

Viele Grüße

Marie vom gutefrage.net-Support


jabberwakky
beantwortet von jabberwakky am 1. August 2008 08:14
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Ich,Ich darf ich schuld sein.Quatsch,manchmal hat man eben die A....karte. Sometimes Shit happens.


anonym
beantwortet von GERLauer am 2. August 2008 12:01
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Lieber Vollstrecker, dieses Zitat kenne ich noch nicht. Der dt. Comedian (so nennt man heute die Kabarettisten)Ralf Schmitz (einer von den 7 Zwergen)sagte mal: "Das Leben ist eines der schwersten Dinge im Leben!" Aber ich will ja hier nicht dozieren, wie Baiana. Ihr und ihrem philosophischen Diskurs zum Dank wissen wir ja jetzt alle Bescheid! Dem ist nur noch hinzu zu fügen, dass man diese Frage auch Theodizee nennt - also die Frage nach einem gerechten Gott, der alles zurecht rückt - oder auch nicht. Ein Freund von mir, der inzwischen an Krebs gestorben ist, stellt mir bei meinem letzten Besuch die Frage: "Warum gerade ich?" und ich hätte dann herumschwafeln können, wie es manche (auch Pfarrer) sehr gerne tun: "es ist Gottes unergründlicher Ratschluss ... die Pfade des Herr sind für uns Menschen manchmal nicht nach zu vollziehen." Hätte ihm das was geholfen? Nein! Es zeigt aber nur eins für uns: "Keiner soll sich selbstzufrieden zurücklehnen und glauben, er habe sein Leben voll im Griff. Ein Schicksalschlag und es fällt in sich zusammen wie ein Kartenhaus!" In der Bibel heißt es: "Das Leben des Menschen ist wie Gras. Wenn der Wind darüber weht ..." Wer kann mir helfen, wo steht's und wie gehts weiter ... ?


Sebast
beantwortet von Sebast am 3. August 2008 00:45
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