Wieso hinterfragt kaum ein Mensch seine eigene Kultur?

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10 Antworten

In der Pupertät hinterfragen die meisten Jugendlichen ihre Kultur.

Das Feieren oder nicht Feiern eines Geburtstages würde ich jetzt aber nicht zum Kulturgut einer Gesellschaft zählen.

Es zwingt Dich niemand Geburtstag zu feieren. Gönne es aber denen, den es Spaß macht.

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Kommentar von Solnnis
20.03.2016, 13:34

Wozu würdest du es denn zählen? 

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Zum Thema Geburtstag-insofern richtig,persönlicher wäre es ja,den Tag der Zeugung zu feiern! Für die meisten von uns einmalig,-gewinnen wir an diesem Tag ein Rennen gegen Millionen Andere!! (Wenn Papa gesund ist) Man könnte sich,ähnlich wie bei der Weihnachtsgeschichte,immer wieder gern erzählen,wie es dazu kam,welches Auto eine Rolle spielte z.B.,und wie Papa evtl.nur gerade so den Zug zur Fremdenlegion verpasst hatte. Neue Wege alter Traditionen-"Dein Zeugungskuchen! Blas' wenigstens DU mal anständig" Vielleicht auch neue Begriffe? Statt "Geburtstag.." .. "Poppinka?" Der Eintritt ins sauerstoffdominierte Leben wird meines Wissens doch in den meisten Kulturen zelebriert,vielleicht,um sich bewusst zu sein,wie weit man es gegen alle Risiken bis hierher gebracht hat. So,"Dreh dich mal um,von da bist Du losgelaufen.."
Interessant wäre,was,wenn wir immer wüssten,wann wir sterben werden..? (Cesare Zavattini,Liebenswerte Geister)
Eine "Betrachtung von Außen" auf so felsenfest scheinende Abläufe unseres Lebens,Kultur,ist immer interessant,nur muss man nicht unbedingt andere verprellen oder verunsichern. :)

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Nur kurz vorab zu Geburtstagen: Nein, sie sind kein Grund zum Feiern. Wenn wir keinen Kalender hätten, dann zählte man nur seine Jahre (also z.B. seine Sommer); und wenn wir noch so tief verwurzelte und straff angebundene Katholiken wären (wie vor gar nicht so langer Zeit, als man überwiegend alles streng war: katholisch, evangelisch oder jüdisch), dann ehrten wir noch immer den Namenstag deutlich höher. Denn an sich bedeutet der Namenstag eine Weihung des Geborenen unter einem bestimmten „Motto“: Die Heiligen (so man einen christlichen Vornamen hat oder vergibt) verkörpern ja stets einen bestimmten Lebenslauf, eine Lebensaufgabe, einen persönlichen Opfergang… Und die Namensgebung wird dann zumindest bei jenen Katholiken, die es ernst nehmen, und nicht nur dem Klang des Namens folgen, eine Widmung: Das Kind wird in einen Sinn gestellt.

Aber nun zu Deiner eigentlichen Frage: Weshalb hinterfragt niemand die eigene Kultur?
Ich möchte nicht behaupten, dass es „niemand“ tut. Ich denke, jeder hinterfragt irgendetwas seiner eigenen Kultur – und ändert es ggf. auf seine persönlichen Bedürfnisse hin ein wenig oder lässt ganz die Finger von diesem oder jenem Detail. Aber im Großen und Ganzen hinterfragt „man“ einfach seine Kultur nicht, weil man damit aufgewachsen ist: Tag Null – und von da an hinein in eine Kultur, die man sich nicht aussucht, die aber so ist wie sie ist. Man hält sie also instinktiv erst einmal für richtig, für angemessen. Man wächst im Wortsinn hinein. Die Eltern leben es so, die Eltern leben es vor, die Eltern motivieren, bestimmte Handlungen anzunehmen und gar aktiv zu pflegen. Irgendwann tun auch all die vielen Kinder um einen herum dieses und jenes.
Und bald sind es (fast) alle Erwachsenen, die um einen herum dasselbe tun. Schlimmer noch: Der persönliche Wert wird auch daran bemessen, OB man es tut und WIE GUT man es tut.
Das ist „Kultur“. Das ist das, was wir frech „Zivilisation“ nennen.

Wer nicht mitmacht, ist auch nicht ein vollwertiger Teil der Gesellschaft. Wer nicht mitmacht, hat es also schwerer. Oder wer noch weniger mitmacht, wird gleich ganz rausgeworfen: wird benachteiligt, zurückgesetzt, als bald auch nicht mehr aktiv einbezogen.

Alle beklagen sich über „Vorurteile“ und rühmen sich selbst, ja ach so weltoffen zu sein, nichts gegen „Fremde“ zu haben usw. Aber wenn einer aus der Mitte nicht mitmacht, wie es alle tun, dann ist dieser allmählich noch schlechter dran als ein „Fremder“. Der Fremde ist ja nur noch nicht integriert, assimiliert. Wer aber aus dieser Kultur stammt und bestimmte Rituale und Gepflogenheiten dieser Gesellschaft und dieser Kultur nicht mitträgt, der hat sich selbst und aktiv dagegen entschieden. Den „darf“ man dann rauswerfen, schneiden – und mit bloßem Misstrauen beäugen.

Der Umkehrschluss? Selbst Leute, die diesen oder jenen Kult nicht gut finden oder zumindest für übertrieben halten, machen ihn „angemessen“ kleinteilig mit, um nur ja nicht mitten in der Gesellschaft an der Gesellschaft vorbeizuschrammen. Und wenn das Umfeld dann allmählich dazu zwingt, voll mitzumachen? Shit happens – man macht dann eben mit. Geht ja vorbei. Und ach: Ist ja irgendwie auch ganz nett.

Und so kommt das dann. Auch das mit den Geburtstagen. Um die immer mehr Tamtam gemacht wird, und um den jeweils eigenen herum jeder allen anderen zeigen kann, dass er noch irgendeinen Clou mehr in der Tasche hat als all die anderen…

Vor allem aber – das ist GANZ wichtig: FREUEN!!! Aber ich gebe Dir Recht: Worüber denn? Die Gesellschaft nährt das Freuen an sich. Grund braucht das nicht. Und wer schon nur nach dem Grund fragt, der ist ein Spielverderber, ein Miesmacher, Griesgram.

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Menschen von der Sorte, die immerzu zwanghaft alles "hinterfragen" müssen, und sei es die eigene Kultur, kenne ich schon viel zu viele!

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Wenn du das so siehst, darf man eigentlich nichts feiern, da alles irgendwo sinnlos ist! ein Geburtstag ist der Grund dich selbst zu feiern.

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Also ich denke, dass es durchaus einige gibt, die so etwas machen (mich eingeschlossen) aber keiner veröffentlicht seinen Gedanken im Internet. Dadurch kann für dich der Eindruck entstehen, dass das keiner tun würde.

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Von der Warte aus betrachtet sind alle Feste, ob Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Silvester usw. "sinnlos"......zur Freude der Arbeitgeber, die nicht ihre Mitarbeiter bezahlen müssten, während diese zu Hause irgendein Fest feiern.....

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Wenn du so aufgewachsen bist und das alles so gewohnt bist und nichts anderes kennst, wieso solltest du es hinterfragen?

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Kommentar von Solnnis
20.03.2016, 13:31

 Weil vielleicht manche Aspekte der eigenen Kultur völlig sinnlos und nervig sind, wie für mich Geburtstagsfeiern? 

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Ich beglückwünsche da meistens auch die Mütter, immerhin haben sie die ganze Arbeit und den Stress damit gehabt 

In anderen europäischen Ländern wird zB zum Namenstag heftig gratuliert 

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Na das ist Dein Privatvergnügen und hat mit Kultur nicht viel zu tun, wenn Du Dich nicht freust darüber, geboren zu sein!

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Kommentar von Solnnis
20.03.2016, 13:32

Du verwechselt da was. Man kann sich darüber freuen, geboren zu sein, ohne Geburtstage zu feiern. Und Geburtstage gehören ganz klar zur westlichen Kultur. 

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