Wieso hatte ich als Kind eine Störung?

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5 Antworten

Nach Deiner Beschreibung hattest Du vor allem motorische Auffälligkeiten. Wobei ich mich sehr schwer tue, hier eine Störung zu sehen. Du magst Dich anders verhalten haben als andere, das aber als Störung zu sehen, würde bedeuten, dass alle Menschen die gleiche körperliche und geistige Entwicklung nehmen müssten. Warum sollte das so sein?

Ich vergleiche das gerne mit dem Lesen- und Schreiben lernen. Durch die Schule machen wir die Erfahrung, dass man damit in der ersten Klasse, also mit sechs Jahren anfangen und in den Folgejahren eine immer größere Kompetenz entwickeln müsste.

Bei Menschen, denen das nicht vorgegeben wird, ist das viel unterschiedlicher. Die Zeitspanne, wann sie anfangen Lesen und Schreiben zu lernen, liegt ganz grob zwischen dem vierten und zwölften Lebensjahr; wobei niemand auf die Idee käme, das vierjährige Kind als hochbegabt zu bezeichnen und dem zwölfjährigen zu unterstellen, es hätte Legasthenie. Es liegt an den unterschiedlichen Gründen und Motivationen, dass sie es zu sehr unterschiedlichen Zeiten lernen.

Es gibt auch Kinder, die schreiben Buchstaben und haben mit dem Lesen noch überhaupt nichts am Hut. Für die ist Schreiben wie eine Buchstabengirlande zu malen und nicht um Wörter zu schreiben. Andere Kinder kommen beispielsweise über das Vorlesen zu dem Wunsch, die Buchstaben selber entziffern zu wollen. Da steht das Lesenkönnen im Vordergrund und nicht das Schreiben.

Nichts von all dem ist unnormal oder eine Störung. Unnormal ist es, alle Kinder im gleichen Alter zu zwingen, mit dem Lesen- und Schreibenlernen zu beginnen. Es ist überhaupt nicht natürlich und einzig und allein der Organisationsstruktur der Schule geschuldet. Leider glaubt eine Mehrheit immer noch, es sei richtig, die Menschen an die Schule anzupassen, anstatt es umgekehrt zu organisieren.

Gruß Matti

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Kommentar von Buecherschrank9
19.08.2016, 11:31

Danke für die gute Antwort.

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Kommentar von Kuhlmann26
02.09.2016, 07:46

Ich danke Dir für den Stern.

Gruß Matti

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Der eine fängt eben eher einen Ball und ist motorisch geschickt. Dafür hakt es mit der Sprache. Oder eben umgekehrt. Bei manchen erfolgt die Entwicklung "nach Plan" auch das soll es geben. Ich kenne einige Kinder die Defizite haben, die sich aber auch ohne Therapie gegeben haben - manchmal genügt einfach etwas Gelassenheit der Eltern und deren spielerische Förderung

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Kommentar von Buecherschrank9
18.08.2016, 19:40

Woher kammen damals die ganzen Ticks. Ist so was angeboren?

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Kleinkinder können allesamt nicht stillsitzen, können die Hände noch nicht ganz benutzen und Bälle fangen können sie auch nicht.

Was Deine Eltern da sagen, das ist keine Störung, das ist normales Kleinkindverhalten.

Du warst also ein völlig normales Kleinkind, das sich völlig normal weiterentwickelt hat.


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Kommentar von Buecherschrank9
18.08.2016, 19:42

Mit Kleinkind meine ich so ca 5 Jahre alt

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Ich nehme an du warst damals einfach nur ein fröhliches und aufgewecktes Kind und deine Eltern haben das etwas falsch gedeutet. Wenn es dir heute gut geht wird es, denke ich nichts dramatisches gewesen sein. 

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Deine Eltern müssten doch eigentlich wissen warum Du in Therapie gewesen bist!?

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Kommentar von Buecherschrank9
18.08.2016, 19:39

Kannst du nicht lesen?! Ich war nie in Therapie.

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