Wieso hat uns keine Behörde mitgeteilt, das meinen Schwiegermutter verstorben ist?

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8 Antworten

1. Du bist als Schwiegerkind nicht gesetzl. Erbin oder Pflichtteilsberechtigte und damit völlig außen vor.

2. Dein Mann wäre es, wenn die Verstorbene seine leibliche oder Adoptivmutter wäre und er keinen notariellen Erbverzicht erklärte oder erbunwürdig wäre.

3. Das Nachlassgericht ist kein Erbenermittler. Ohne Vorliegen eines Testamentes geht es davon aus, dass die gesetzlichen Erben, also Kinder und Ehepartner, den Tod eines Menschen ihres engsten Umfeldes mitbekommen, den Nachlass ordenlich sichten und nach Abzug aller Verbindlichkeiten einvernehmlich quotal verteilen und informieren insofern gar niemanden. Dafür gibt es offizielle und öffentliche Sterberegister der Standesämter.

4. Richtigerweise könnte dein Mann sich als Erbe i. S. d. Pkt. 2. als gesetzl. Erbe n.  § 1924 BGB beim Nachlassgericht am Amtsgericht melden, das für den Sterbeort seiner Mutter zuständig ist und einen Teilerbschein beantragen. Es bleibt ihm gleichwohl nicht erspart, sich mit den übrigen Erben, mit denen er ein Gesamthandsgemeinschaft bildet, in Verbinbdung zu setzen und die Nachlassunterlagen selbst zu sichten.

5. Es mag der erklärte Wunsch der Verstorbenen oder Konsens der übrigen Familie gewesen sein, ihn von ihrer Beisetzung auszuschliessen. Nach Meinung Vieler ist das letzte Gedenken kein Ort falscher Tränen oder Heuchelei. Inwieweit das bei euch zutrifft, könnt ihr nur selbst beurteilen.

G imager761

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Zunächst mal mein Beileid.

mein Schwager ( der Bruder meines Mannes) hat uns beides erst ca.einen
Monat später brieflich mitgeteilt, wir wurden absichtlich ausgeschlossen. Er verlangte eine Kopie des Ausweises meines Ehemannes um ihre Konten aufzulösen.Natürlich haben wir keine Kopie zu ihm geschickt und seitdem hat er sich nicht mehr gemeldet.

Na toll...

Wir haben keine Sterbeurkunde oder Mitteilung vom Nachlassgericht erhalten.

Das ist im Länderrecht sinnfreierweise leider unterschiedlich gelöst. Je nach BL stellt das Nachlassgericht keine Erbenermittlung an; es ist dann Sache der Erben, sich direkt mit dem Nachlassgericht in Verbindung zu setzen zwecks Ausstellung des Erbscheins. In Bayern gibt es diese amtliche Pflicht zum Beispiel sehr wohl (geregelt in Art.37 BayAGGVG).

Wer kann mir raten, was wir für Schritte unternehmen sollen?

Nachdem hier bereits Monate ohne Aktion verstrichen sind, ist unverzüglich eine Beratung mit einem auf Erbrecht spezialisierten Anwalt aufzunehmen (abgesehen von den o.a. Urkundenbeschaffungen). Auch für eine Erbausschlagung wäre es jetzt zu spät (6 Wochen ab Kenntnisnahme des Erbfalls). Es ist hier zur Erbauseinandersetzung ein Vermögensverzeichnis etc. mit Stichtag des Ablebens aufzustellen; dazu sind u.a. die Kontostände vom Todestag bankenseitig nachzufordern. Das Vorgehen des Schwagers ist leider ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier sehr wahrscheinlich viele Dinge bereits verschwunden oder verschoben worden sind.

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Kommentar von beangato
11.07.2016, 14:54

Du lehnst Dich ganz schön weit aus dem Fenster.

dass hier sehr wahrscheinlich viele Dinge bereits verschwunden oder verschoben worden sind.

Vlt. war es einfach der Wunsch der Schwiegermutter, dass der Bruder so gehandelt hat.

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Kommentar von imager761
11.07.2016, 19:41


In Bayern gibt es diese amtliche Pflicht zum Beispiel sehr wohl (geregelt in Art.37 BayAGGVG).

Falsch. Auch im Freistaat Bayern ermittelt das NLG nur im Rahmen der Gerichtsbarkeit Erben, aber nicht automatisch bei jedem angezeigten Erbfall.

Wie der Name schon sagt, denn [Art. 37] AGGVG meint "Gesetz zur Ausführung des Gerichtsverfassungsgesetzes [über die freiwillige Gerichtsbarkeit] und von Verfahrensgesetzen des Bundes".

G imager761


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Welche Behörde soll denn die ganze Verwandtschaft eines Verstorbenen kennen? 

Und warum soll man die Verwandtschaft über den Tod informieren? Das ist doch Sache der Familie!

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Kommentar von FordPrefect
11.07.2016, 14:24

Welche Behörde soll denn die ganze Verwandtschaft eines Verstorbenen kennen? 

Naja, im Prinzip ist das einfach nur eine Auswirkung des Melderechtes. Bei im Ausland lebenden Nachfahren wird es natürlich schwierig, aber im Inland kann eine Behörde sehr wohl die gesetzlichen Erben von Amts wegen feststellen. Und je nach BL erfolgt das eben auch.

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Kommentar von Wupperwitch666
12.07.2016, 11:57

Nicht sehr hilfreich.

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Soweit ich weiß, ist das keine Behörde zuständig. Sowas wird innerfamiliär geklärt.

Ich wurde nur vom Nachlassgericht angeschrieben, als der Vater meines Kindes verstorben war. Zu ihm hatte ich keinerlei Kontakt.

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Kommentar von FordPrefect
11.07.2016, 14:21

Nicht ganz. Je nach BL gibt es eine amtliche Erbenermittlung, oder eben nicht.

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Hatte denn Dein Mann keinen Kontakt zu seiner Mutter und seinem Bruder?

Wenn sich Dein Schwager um seine Mutter gekümmert hat, hatte er sicher auch vor, sich nach deren Ableben um die Beerdigung und den Nachlass zu kümmern. Dazu war vielleicht auch die Unterschrift Deines Mannes notwendig.

Das Nachlassgericht informiert nicht in jedem Fall. Wenn das Nachlassgericht von keinen erbfolgerelevanten Urkunden (Testament) Kenntnis erlangt, tritt die gesetzliche Erbfolge ein.

Das Nachlassgericht ist dann in der Regel nicht verpflichtet, die Erben von Amts wegen zu ermitteln.

Man erbt auch, wenn man vom Tod des Verwandten späte oder keine Kenntnis hat.

Ich find's ehrlich gesagt traurig, dass offensichtlich kein ausreichender Kontakt bestand, aber jetzt Panik aufkommt, weil einem vielleicht etwas durch die Lappen gehen könnte... Um es mit Deinen Worten zu sagen "dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht"... (Sorry dafür - ist nur meine persönliche Meinung.)

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Kommentar von FordPrefect
11.07.2016, 14:26

Wenn sich Dein Schwager um seine Mutter gekümmert hat, hatte er sicher auch vor, sich nach deren Ableben um die Beerdigung und den Nachlass zu kümmern

Das ist schon möglich. Aber hier wurde der eigene Bruder ja nichtmal vom Ableben der Mutter informiert. Ganz koscher ist das sicher nicht.

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Kommentar von Wupperwitch666
12.07.2016, 12:00

Wenn man die Situation nicht kennt, sollte man sich kein Urteil darüber erlauben!

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Es ist doch die Pflicht Deines Mannes, sich da zu erkundigen.

Ganz sicher muß weder der Bruder, noch sonst eine Behörde ihn benachrichtigen.

Wendet euch mal schön selbst ans Nachlassgericht.

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Kommentar von Wupperwitch666
12.07.2016, 11:56

Der Bruder hat in einem Einfamilienhaus mit meiner Schwiegermutter gelebt, also kann man wohl erwarten, das er wenigstens kurz anruft, wenn diese plötzlich verstirbt!

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In der Rechtsschutzversicherung sind Leistungen wegen Erbangelegenheiten idR. ausgeschlossen, versichert wäre gegf. eine erste Beratung.

Und nein, welche Behörde soll sich denn um die liebe Verwandschaft kümmern??

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Vielen Dank an die Personen, die echte Ratschläge geben und helfen wollen, die anderen müssen leider mit sich selber klarkommen!


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