Frage von FantaFanta76, 66

Wieso hat nie (!) ein Arzt oder Physiotherapeut den Verdacht, dass bei einer OP etwas nicht so gut gelaufen sein könnte?

Ich persönlich erlebe es gerade, aber in der Reha habe ich das von anderen  Patienten auch gehört. Wenn jemand nach einer Operation noch länger als planmäßig schmerzen oder Einschränkungen hat, dann ist es entweder immer nur eine " Kopfsache" ( Schmerzgedächnis) oder man trainiert nicht genug/ effektiv genug oder " Dauer bei manchen halt länger". Aber es ist nie die Annahme, das etwas nicht gut gelaufen ist bei der  Operation. Gerade erlebt bei einer Dame die 4 Monate nach einer Hüftoperation immer noch massive Probleme hatte. " so langsam müssen sie aber mal mehr belasten Frau Meyer" bis sich endlich, endlich herausgestellt hatte, dass sich das neue Gelenk gelockert hatte, musste die Frau ziemliche Erniedrigungen ertragen. Ich habe auch noch irre große Schmerzen nach meiner Operation, lange nach den Zeitpunkt, wo die meisten schon wieder voll arbeiten. Ja, dann soll ich halt mehr Schmerzmittel nehmen und vielleicht etwas mehr an die Belastungsgrenze herantrainieren. Leuchtet ja auch irgendwie ein, aber manchmal wünschte ich mir, dass die Ärzte oder Therapeuten auch mal einen halben Gedanken daran verschwenden würden, das vielleicht die OP nicht so prima war oder vielleicht noch mal die eine oder andere Untersuchung außer den Standartröntgenbild folgen müsste. Oder seh ich das zu verbissen?

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von expermondo, 5

Hallo FantaFanta76,

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von sabbsi, 30

Dann sprich das doch mal direkt an beim Arzt. Bei den meisten Leuten ist das eben tatsächlich so, dass es nur Kopfsache ist oder sie sich zu wenig zutrauen. Wenn du aber so massive Probleme hast, dann sprich deinen Arzt direkt darauf an und dass du möchtest, dass das genauer untersucht wird. So oft kommen dann Prothesenlockerungen auch nicht vor, dass das immer der erste Gedanke sein muss. Zudem heißt Prothese nicht, dass man gleich wieder rumspringen kann, als wäre nie was gewesen. Das ist kein kleiner Eingriff, nicht jeder verträgt das so gut wie andere und es ist immerhin doch ein Fremdkörper in dir, an den sich dein Körper erst gewöhnen muss.

Antwort
von Goodnight, 32

Das ist ganz bewusste Vernebelungstaktik. Den Gedanken haben die Mediziner und Therapeuten schon.

Kommentar von FantaFanta76 ,

Hmmm, ist mir auch schon durch den Kopf geschossen

Antwort
von Negreira, 23

Weil eine Krähe der anderen keine Augen aushackt. Die Chance, einen Prozeß gergen einen Halbgott in weiß zu gewinnen, ist äußerst gering. Ein Physiotherapeut, der auf Überweisungen der Ärzte angewiesen ist, sonst hätte er sicher kaum selbstzahlende Patienten, muß schon mal per se den Mund halten. Ist er Angestellter einer Klinik, wird er einen Teufel tun und einem Patienten seine wahre Meinung sagen. Patienten kommen und gehen, die Ärzte aber bleiben.

Durch meine diversen Probleme habe ich gerade in den letzten 3 Jahren sehr häufig im Krankenhaus gelegen, u. a. auch wegen einer 2. Versteifung der Wirbelsäule. Da hat mir zum ersten Mal ein Neurochirurg, ein ganz junger Mann, gesagt, ich würde niemals mehr ohne Schmerzen sein, aber man mache es mir "erträglich". 18 Monate habe ich rumgeheult und Medis eingepfiffen, Morphium, Tilidin, ich konnte kaum einen Schritt machen. Und dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen sind meine Schmerzen fast weg. Ok, ich habe noch welche, aber es ist kein Vergleich. Ich konnte keine 500 g Mehl mehr vom Einkaufsband nehmen, jetzt schaffe ich schon 2 kg!

Ärzten kommt man nur bei, wenn man die Praxis meidet und durch Mund zu Mund Propaganda den Grund dafür nennt. Dann geht es nämlich an die Brieftasche. Aber alle Beschwerden sind subjektiv, auch Meinungen und Befunde. Ein anderer Patient ist vielleicht total zufrieden. In der REHA treffen sich immer alle die, die besonders starke Beschwerden haben. Ich habe sie immer abbrechen müssen, weil ich viel zu schwach war.

So lange Ärzte als etwas Besseres angesehen werden, wird sich nichts daran ändern. Ein Anwalt studiert auch sehr lange, und, geht dem der Ruf der Unfehlbarkeit voraus?

Antwort
von Borussin321, 35

Hallo :)

Also vor einer Operation gibt es doch das Gespräch beim Arzt. Op Vorbereitung.

Das heißt der Patient wird aufgeklärt was für Konplikationen auftreten könnten, was auch passieren kann nach 4 Monaten oder so. Das muss man nicht gleich feststellen. Eine Infektion kann auch die Ursache sein was man nicht sofort sehen kann. 

Hoffe ich kann dir weiter helfen ..

Antwort
von Hermeshimself, 10

Grundsätzlich kann ich die Frage schon verstehen. Aber woher wissen Sie das ein solcher Verdacht nie auftritt? Als Therapeut verbitte ich mir solche Behauptungen. Ich sage den Ärzten mit denen ich in der Klinik arbeite sehr wohl wenn ich den Verdacht habe das da was nicht richtig gelaufen ist. Ich nehme mir nach über 20 Jahren im Krankenhaus aber auch das Recht heraus eine gewisse Erfahrung zu haben. Und die sagt folgendes:

Viele Patienten sind so fest in ihrer Operation, das sie sich völlig darauf konzentrieren das da ja etwas ist, eine Wunde, Narbe. Und denken immer daran das das ja Schmerzen bereiten könnte und warten nur darauf das dieser Schmerz jetzt endlich kommt. Das hat nichts mit dem Schmerzgedächtnis zu tun welches sie erwähnen, sondern ist etwas völlig anderes. 

Interessant wäre übrigen für mich, welche eine oder andere Untersuchung sie empfehlen würden. Jeder Patient wird vor Entlassung noch mal untersucht. Sowohl das Blutbild, als auch das Abschlußröntgen sind vorgeschrieben. Wenn der Patient aber bei dieser letzten Untersuchung durch den Arzt auf die Frage ob er denn noch irgendwelche Probleme hat antwortet:"Nein, alles klar." darf man sich nicht beschweren das später doch Probleme auftauchen. Und sie glauben gar nicht wie oft das passiert. Verhaltensmassregeln und Übungen mit auf den Weg. Wenn sich alle daran halten sollte es eigentlich kaum Probleme geben. 

Wenn aber ein Patient doch mal mit den von ihnen beschriebenen Problemen zu uns zurück kommt stellt sich meist heraus das sich an die Regeln nicht gehalten wurde. Zu früh zu viel Belastet. Übungen nicht gemacht. Bewegungen ausgeführt die nicht ausgeführt werden dürfen. Beispiele aus den letzten Jahren meiner Klinik:

Bin geritten, habe mein Take-Won-Do-training wieder aufgenommen, habe eben nicht auf mein Tennisspiel verzichten können, usw.

Was soll man da noch sagen?

Antwort
von Konrad Huber, 12

Hallo FantaFanta76,

Sie schreiben unter anderem:

Wieso hat nie (!) ein Arzt oder Physiotherapeut den Verdacht, dass bei einer OP etwas nicht so gut gelaufen sein könnte?

Antwort:

Menschen mit angeschlagener Gesundheit sind oft überfordert, wenn es um die Durchsetzung Ihrer Patienten-Rechte geht!

Des weiteren lernen wir in der Schule so gut wie nichts über "Soziale Kompetenz", damit wir uns in der von Ihnen beschriebenen Situation richtig verhalten!

Wenn Sie von Ihren Ärzten und Therapeuten mit lapidaren Anmerkungen abgespeist werden, so können Sie getrost davon ausgehen, daß Sie weder als Mensch noch als Patient wirklich ernst genommen werden!

In diesen Fällen sollte man sich konsequent nach Ärzten und Therapeuten umsehen, bei denen das Wohl des Patienten im Vordergrund steht!

Dies ist zugegeben oft eine Herausforderung, aber in der Regel der einzige Weg!

Mündliche Auseinandersetzungen taugen meist nichts, Patienten sollten Ihre Meinung schriftlich kund tun und wenn diese damit persönlich überfordert sind, dann sollte man nicht zögern und sich durch Verwandte, Freunde, Bekannte oder ehrenamtlich helfen lassen!

Arztfehler sind nur schwer nachweisbar, das ist ein ernstes Kapitel für sich und viele Götter in weißem Gewand hacken sich gegenseitig kein Auge aus!

google>>

wikipedia.org/wiki/Patientenrecht

Fazit:

Lassen Sie sich nichts gefallen, dokumentieren Sie Ihre Schmerzattacken in einem Schmerztagebuch!

google>>

schmerzliga.de/download/Schmerztagebuch.pdf

google>>

schmerzklinik.de/wp-content/uploads/2009/02/schmerzfragebogen.pdf

Holen Sie eine zweite Meinung ein, schriftlich!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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