wieso hat man nie selbst schuld bzw ist selbst für seine taten/sein leben verantwortlich:zB beim mörder ist es die misshandlung in der kindheit und damit vater?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Weil man sich diese Lüge einredet, um die Schuld von sich abzuwälzen.

Es gibt viele Beispiel davon, hier eins aus einem Buch entnommen:

Ein Angestellter im Schuldienst verklagte seinen Arbeitgeber, weil er ihn wegen ständigen Zuspätkommens entlassen hatte. Der eingeschaltete Anwalt erklärte, sein Klient leide an einem "chronischen unterentwickelten Zeitgefühl."

Bekannt ist auch der Refrain: "Der Teufel hat den Schnaps gemacht, um uns zu verderben." Es klingt wie eine Entschuldigung, eine Ausrede. Tatsächlich haben doch wir selber den Schnaps gebrannt, und wir sind es, die ihn trinken. Wenn wir darüber nachdenken, wird uns durchaus bewusst, dass es zwar einen Versucher gab, dass aber wir selbst es in der Hand hatten, auf die Versuchung einzugehen. Es ist  unsere Entscheidung gewesen, und wir können niemand daür verantwortlich machen - nicht einmal den Teufel.

Es gibt natürlich auch tatsächliche Opfer.

Die Bibel berichtet auch von vielen Opfern, aber an keiner Stelle nimmt sie uns die persönliche Verantwortung für unser Verhalten ab. Dafür verheisst sie uns Gottes Absicht, uns seelisch heil werden zu lassen, so dass wir alle Verletzungen hinter uns lassen und zur Vergebung bereit gemacht werden können. Wir brauchen fortan nicht mehr irgendwelchen Wunschträumen nachzuhängen, sondern werden in die Lage versetzt, verantwortungsbewusst zu handeln. Aus Schuldzuweisung wird Glaube und Zuversicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Funmichi
16.06.2016, 16:11

wow. echt toll wie ihr mir bei der beantwortung meiner frage weiter helft. die bibel ist ein sehr weißes buch für die beantwortung von lebensfragen, das ist mir jetzt schon zig male aufgefallen. ich werde mir ein luxus exemplar anschaffen.

0

Das ist sehr pauschalisiert ausgedrückt.

Wenn es immer so wäre, dann wären die Gefängnisse leer. In einigen Fällen ist es jedoch tatsächlich so dass eine Person aufgrund ihrer psychischen Erkrankung unzurechnungsfähig ist, oder ein milderndes Strafmaß erhält, bzw. Anstatt ins Gefägngis in eine Heilanstalt eingewiesen wird.

Was den Beichtstuhl betrifft, tut es den Menschen wohl einfach gut sich einzureden sie würden an ihren Sünden nicht die Schuld tragen, so müssen sie sich nicht damit konfrontieren dass ihr perfektes Selbstbild vielleicht doch nicht so makellos ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nehmen wir dich einfach mal als Person...meinst du, du wärst die gleiche Person gewesen, wenn deine Kindheit nicht normal verlaufen wäre, sondern du geprügelt wurdest, nichts was du gemacht hast wurde anerkannt, aber alles falsche hart bestraft? Du hast nur Gewalt kennengelernt...meinst du, du kannst dann Menschen reine Liebe entgegenbringen?
Ich bin ein harter Determinist. Denke also, dass alles was wir machen, unser Handeln, denken, sogar fühlen eine Reaktion auf alle Einflüsse ist, die auf uns einströmen. Äußerlich wie innerlich.
Kurz und knapp Kausalitätsprinzip.
Man könnte jetzt natürlich daraus ableiten, dass niemand Schuld an seinen Handlungen ist...in meinen Augen ist das auch so, aber bestraft werden müssen sie dennoch, denn sonst hätte man die nächste Ursache geschaffen noch mehr  grausame Dinge zu "schaffen".
Darüber zu philosophieren kann aber einige Bücher füllen, daher belasse ich es bei dieser recht simplen Erklärung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Bringt es etwas dich zu bestrafen, wenn du nicht weißt, was du falsch gemacht hast? Nein, weil du dann in deinen Augen grundlos bestraft wirst und danach weitermachst, weil du nicht weißt, dass es das war, weswegen du bestraft wurdest. Da bringt es mehr den Leuten zu helfen anstatt sie zu bestrafen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Funmichi
16.06.2016, 16:03

wo die hilfe hinführt, merkt man ja in problemvierteln. dort vervielfachen sich dann diese leute, die ja angeblich alles eingesehen haben und erziehen ihre kinder gut im sinne von schlecht.

0

Im Grunde ist es doch weder das eine noch das andere für sich allein.

Jeder Verbrecher wurde durch Erziehung/Krankheit oder was auch immer zu einem solchen.

Aber er hat sich auch dazu entschieden, das Verbrechen zu begehen. Wohl wissend, daß es eines ist.

Nur die intelligenten Menschen stehen zu ihren Fehlern und übernehmen dann auch die Verantwortung.

Alle anderen leiden an etwas, das ich gerne als "Adam-Syndrom" bezeichne. Wie der biblische Adam weisen sie eben einfach die Schuld an ihren Taten von sich.

Das ist es im Grunde auch, was Christen mit der sogenannten Erbsünde meinen (denke ich...). Es liegt in der Natur des Menschen, daß immer nur die anderen Schuld sind.

Man kann das aber bewußt anders machen.

warehouse14

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Funmichi
16.06.2016, 16:04

auch wenn ich damit leute verurteile und mich quasi über diese stelle, finde ich, dass es eine erhebliche charakterschwäche ist, die schuld von sich zu weisen, und dies umso schwerer wiegt, je schlimmer die tat.

ich fühle mich durch dein zitat da nur nochmal bestätigt. durch deinen inhalt habe ich nochmal einiges mehr zum nachlesen und festigen.

0

das kann man so nicht verallgemeinern. Es mag sein das einige der Straftäter eine solche Kindheit hinter sich haben- aber du schreibst ja hier das alle diese Täter so denken würden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?