Wieso hassen Menschen es so, wenn man nicht die selbe Meinung hat?

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12 Antworten

Ich denke, das hängt ganz stark mit dem Selbsterhaltungstrieb und dem Drang zur Erhaltung der eigenen Art zusammen, der sich nicht nur auf das Kinder zeugen bezieht, sondern vorrangig darauf, die eigene Wesensart zu erhalten und zu verbreiten.

Jeder versucht ja, in seine Kinder möglichst viel des eigenen Wesen (der eigenen Denkweise usw.) zu implantieren, aber das gilt eben nicht nur für die eigenen Kinder, sondern nebenher auch für jeden, der dafür geeignet erscheint.

Jeder, der dann völlig anders denkt und fühlt, wird dadurch als Störer und als Konkurrent empfunden, weil er entweder nicht bereit ist, das angebotene Denken zu übernehmen ode weil er sogar dagegen arbeitet oder dagegen arbeiten könnte.

Daß es tatsächlich so sein kann, wird z. B. auch bestätigt, wenn jemand anfängt, den Kindern der Nachbarin Unsinn beizubringen. Die Nachbarin wird dann ganz sicher auf die Barrikaden gehen.

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Hallo Neutralis,

wie schrieb doch Franz Kafka?

“Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen
wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten
als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.”

Kafka hat verstanden! (dieser Text war mal in meiner Schulzeit ein Aufsatzthema) Wir können uns nur weiterentwickeln, wenn wir auch andere Meinungen hören und darüber nachdenken. Aber viele Menschen können es nicht ertragen, wenn sie plötzlich merken, dass sie vielleicht unrecht haben. Das wird um so schlimmer, je besser die fremde Meinung erklärt werden kann. Denn dann merken diese Menschen plötzlich, dass sie falsch liegen, und da sind wir wieder bei dem Problem, dass diese Menschen dann zugeben müssten, dass sie einen Fehler gemacht haben. Und da haben viele Menschen in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen gemacht. Sie wurden bloßgestellt, verlacht beschumpfen und bestraft und beschämt. Deshalb reagieren solche Menchen mit einer Übersprungreaktion: Sie werden nicht traurig, verunsichert oder was sonst angemessen wäre, sondern sie werden aggressiv, weil sie Angst vor genau diesem Gefühl der Unzulänglichkeit werden. Sie entwickeln Hass und werden Gewalttätig.

Es ist für niemanden ein Problem, sich mit jemandem Anderen zu unterhalten, der einen in seiner Ansicht bestätigt. Dadurch wird niemand verunsichert. Aber wenn jemand eine andere Meinung hat, kommt schon mal die eigene Unzulänglichkeit zum Vorschein. Das ist für viele ein unerträgliches Problem!

LG

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Kommentar von Kitharea
16.08.2016, 08:07

Ich gebe dir zum Großteil recht. Muss allerdings dazusagen dass so etwas auch viel mit der eigenen Selbstliebe zu tun hat. Wer seine eigenen Fehler kennt und sie akzeptieren kann - kann auch damit umgehen mal falsch zu liegen.
Das was Kafka schreibt ist gut und richtig. Ich erinnere mich nur an einen anderen Satz, den ich bezüglich "Buch" gelesen hatte.
"Ein Buch ist nur gut, wenn es den Weg zum eigenen Herzen zeigt". Ich denke, beides ist wahr. Beides kann man verbinden. Und trotz Allem lese ich mitunter gerne Comics :P Das Kind in mir verlangt danach :D

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Manchmal ist man so stark überzeugt von einer bestimmten Sache, dass es einem schwer fällt, eine andere Meinung zu akzeptieren. Das geht mir persönlich insbesondere bei moralischen Themen so. Oder Themen, zu denen man starken persönlichen, emotionalen Bezug hat. Manchmal kann man eine andere Meinung dann so wenig nachvollziehen oder nimmt sie sogar persönlich. 
Mir geht es innerlich auch oft so, allerdings trage ich das nicht nach außen, d.h. ich reagiere nicht überheblich und Beleidigungen gehen sowieso überhaupt nicht, das hat dann nichts mehr mit einer vernünftigen Diskussion zu tun. 

Ein gutes Beispiel in meinem Fall: Die Todesstrafe. Ich kann Menschen, die für die Todesstrafe sind, nicht nachvollziehen. Das geht so sehr gegen meine Ideale, gegen meine Ethik und Moral, dass Menschen, die dieser Meinung sind auf meiner Sympathieskala einige Punkte nach unten rutschen, um es mal so zu sagen. 

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Aristotle — 'It is the mark of an educated mind to be able to entertain a thought without accepting it.'

Wer sich mit seiner Meinung identifiziert, fühlt sich schnell angegriffen, wenn diese nicht geteilt wird.

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Magst du nicht auch Menschen, die selber Wellenlänge sind? Leider sind wir, die Spezies Menschen, meist nicht in der Lage vernünftig zu diskutieren. Wir empfinden es oft als Angriff, wenn man jemanden gegenüber hat, der nicht selber Meinung ist.

Warum das so ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass wir das besser machen können. Akzeptiert andere Meinungen! Mir fällt es auch oft schwer.

LG Jan

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Extremes Beispiel:
2 Menschen müssen eine Leiche wegschaffen , die eine Person sagt verbrennen , die andere im See versenken.
Beides sind dumme Maßnahmen& die zwei Leute werden sich so lange streiten , bis die Polizei kommt & die Leiche findet.
Eigentlich ist die Moral der Geschichte , dass man sich lieber für  ein schlechtes Kompromiss einigt , anstatt stur zu bleiben.
Aber ich kann doch nicht die einzige Person sein , die eine andere Meinung nicht duldet.

Der letze Absatz widerspricht allem was ich gerade geschrieben habe.

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Kommentar von Wahchintonka
14.08.2016, 01:02

ob es überhaupt schlechte Kompromisse gibt

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Kommentar von DUHMHAITTUHTWEE
14.08.2016, 01:03

Naja für einen ist es immer schlecht.

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Weil Menschen sehr oft beginnen eine Meinung zu einem Teil der eigenen Persönlichkeit zu machen, sie beginnen sich mit der Meinung zu identifizieren. Die Meinung abzulehnen ist dann gleichbedeutend einer Ablehnung der Person selbst.

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Kommentar von Neutralis
14.08.2016, 01:39

Hey Andrastor, hättest du Lust auf meine Frage zu antworten ob es überhaupt auffällt, wenn man stirbt ? Finde deine Antworten immer sehr gut und würde da gerne mal deine Antwort zu hören. :) 

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Hat was mit dem Ego zu tun. Das Ego will immer recht behalten und so. Hilft schon, wenn man versucht ein Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, ohne unbedingt sich selbst mit diesen zu identifizieren. Nennt man auch kontemplatives Denken. Vielseitiges Denken. Ist man darin geübt, kann man kontroverse Diskussionen auch als (horizont-) berreichernd empfinden. Wenn zwei, oder mehr Menschen mit solchen Fähigkeiten miteinander diskutieren wird daß in großer Harmonie, Achtung und Respekt geschehen - ist aber relativ selten der Fall!

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Weil man von sich immer denkt recht zu haben und er damit automatisch unrecht für dich hat und das lässt ihn für dich dumm da stehen

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Wenn man eine gegenteilige Meinung hat, wird man in dem Moment, wo dieses bemerkt wird, vom Gegenüber als Gegner angesehen.

Das bedeutet, man stellt sich gegen seinen Freund oder vielleicht in Gedanken sogar über diesen Freund.

Während einer Diskussion kommen Charaktereigenschaften zum Vorschein wie z.B. die eigene Kritikfähigkeit sowie auch die der Person, mit der ich gerade kommuniziere.

Dadurch geraten aber die Gemeinsamkeiten in den Hintergrund, weil da plötzlich zwei Konkurrenten vorhanden sind, die beide erreichen möchten, besser da zu stehen mit den Argumenten als das Gegenüber.

Das ist ein besonders harter Umgang miteinander, wenn keiner nachgeben möchte, denn das ja ein Wettbewerb und beide möchten ihr Gesicht wahren und als Sieger aus der b.z.w. den Meinungsverschiedenheiten hervorgehen.

Wenn jemand dann sein Recht nicht bekommt, kann es zu bösen Formulierungen, aber auch Beleidigungen kommen.

Und Beleidigungen erzeugen Hass, der in verschiedenen Formen ausgeprägt sein kann.

Die Möglichkeiten reichen von Aufkündigung der Freundschaft, Beleidigung des Gegenübers bis zur Gewaltanwendung.

Gruß,

fraschi

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Das  ist vor allem bei denen mit radikaler Gesinnung so. Aber ich kann auch nicht mit Leuten in einem Raum leben, die eine komplett andere Meinung haben. Das ist teils schlecht, aber auch nicht vollständig, letztlich braucht Politik diese Gruppenbildung, das nennt man dann Parteien.

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u.a. weil sie jedes Gegenargument als ein angriff gegen sich gerichtet sehen. Und wer mich angreift, ist mein feind

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Kommentar von Neutralis
14.08.2016, 00:54

Aber du hast Achtung vor deinem Feind, oder ?

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