Frage von Juli277di, 121

Wieso haben wir Religionskriege, obwohl jede Religion von sich behauptet, friedlich und wahr zu sein?

Hallo Leute,

In der Geschichte der Menschheit gab es schon mehrere religiös motivierte Kriege wie den Dreßigjährigen Krieg, die Kreuzzüge oder die islamische Expansion im Mittelalter. Dabei wurden dem eigenen Volk oft religiöse Versprechungen gemacht, wie z.B. ein Platz im Paradies oder der Ablass einer Sünde. Dies sind jedoch alles Versprechungen im Jenseits.

Wieso haben wir überhaupt Religionskriege, obwohl alle von sich behaupten, friedlich und von Gottes Willen entstanden zu sein? Stecken vielleicht doch materielle Interessen und Macht in der Welt hinter den Religionsgemeinschaften?

Antwort
von MarkusKapunkt, 59

Es gibt zwei Arten von Menschen, die in einen religiös motivierten Krieg ziehen.

Die einen sind ganz normale Menschen wie du und ich. Sie hatten nur nicht das Glück, Zugang zu einer gewissen Bildung zu haben. Sie haben nicht gelernt, die Meinung von anderen zu reflektieren. Sie haben auch nie gelernt, religiöse Schriften und überhaupt alles, was ihnen erzählt wird, kritsich zu hinterfragen. Also glauben sie anderen Menschen, von denen sie denken, dass sie mehr wissen als sie. Diesen Menschen schenken sie ihr ganzes Vertrauen, weil sie davon ausgehen, dass es ihnen besser gehen wird, wenn sie auf sie hören - ob in dieser Welt oder nach ihrem Tod, ist da völlig egal.

Dann gibt es die zweite Gruppe von Menschen. Sie müssen nicht zwangsläufig über mehr Bildung und Reflektionsvermögen verfügen als die erste Gruppe, aber sie haben die Fähigkeit, ihre Überzeugungen wirkungsvoll an den Mann zu bringen. Charisma ist das Stichwort. Wer ihnen zuhört, ist sofort von ihnen gebannt und gefesselt. Wenn dann noch kräftig gejubelt und geklatscht wird, haben sie dich bei den Eiern. Gruppendynamik und Zugehörigkeitsgefühl tun ihr übriges, und schon ist die erste Gruppe bereits, beinahe alles für sie zu tun. Übrigens: Angehörige von Gruppe zwei sieht man beinahe nie auf einem Schlachtfeld. Warum nur? Vielleicht, weil sie den Krieg nur führen, um ihre eigenen Interessen zu schützen?

Merkwürdig ist jetzt, dass diese Charakteristika IMMER und bei ALLEN auftreten, die für eine Ideologie oder einen Glauben in den Krieg ziehen. Die Religiösen Inhalte spielen überhaupt keine Rolle. Wenn man die Kriegführenden schon nach den simpelsten Glaubensgrundsätzen fragt, kennen sie darauf keine Antwort. Sogar, wenn man die Parolen des Feindes in ihrer Sprache ausruft, stimmen sie in den Choral mit ein, sie merken gar nicht, dass es nicht ihre eigenen sind. Eines wissen sie jedoch: wer ihr Feind ist. Warum er ihr Feind ist spielt keine Rolle. Der Feind ist einfach da, also muss man ihn bekämpfen. Und der Feind ist immer böse. Der Feind vergewaltigt Frauen. Tötet Kinder. Schlachtet Menschen bestialisch ab. Er ist ungerecht und grausam. Und es ist dabei völlig egal, welche Seite man fragt.

Fakt ist also: Es gibt keine Religionskriege. Es gibt nur Menschen, die andere manipulieren, und Menschen, die sich manipulieren lassen. Krieg ist einfach nur Krieg.

Antwort
von berkersheim, 28

Eigentlich lässt sich die Komplexität Deiner Frage auf GuteFrage nicht beantworten. Es gibt dazu unterschiedlichste Theorien und Bücher. Vielleicht nur soviel: Religionen haben für Gesellschaften eine Innen- und eine Außenwirkung. Nach innen stiften sie ein Wir-Gefühl, regeln das Miteinander, gleichen aus. Nach außen grenzen sie ab, markieren Eigenes und Fremdes, stärken den Kampfgeist. Dabei gibt es ein natürliches Bündnis zwischen weltlicher Macht (König, Pharao usw.) und Priesterschaft, was aber auch immer wieder zu Konflikten geführt hat. Meist ist der Anspruch des Friedens immer nur auf die eigene Gruppe bezogen. Das war auch weltlich so. Noch in klassischen Athener hatten die Poleis (Stadtstaaten) je eigene Gesetze und ein Fremder war rechtlos, unterlag einem Fremdengesetz. Jedes Volk, jede Stadt hatte eigene Götter. Da muss man jetzt durch die Geschichte gehen, um den langsamen Wandel hin zu heutiger Zeit zu verfolgen, denn Elemente davon tauchen immer wieder auf.

Antwort
von sgn18blk, 29

Die sind einfach dumm.

So würde ich (so lächerlich es auch klingt) Deine Frage beantworten.

Aber wenn es Religionskriege gibt, dann hat das nichts mehr mit Religion zu tun. Oder wird in den jeweiligen Religionen vorgeschrieben, Du sollst alles tun, damit jeder Deine Religion praktizieren soll? Mit Sicherheit nicht.

Allein, dass jede einzelne Religion von sich behauptet Sie wäre die richtige, widerspricht der Logik. Es kann keine richtige geben.

Warum halten Religiöse Menschen Ihr Leben an einer Religion fest, die vom Menschen selbst erschaffen wurde? Die Menschen sind so naiv, um Ihren Glauben mal zu hinterfragen..

Ich kann das einfach nicht nachvollziehen.

Jeder der von sich behauptet religiös zu sein, soll erstmal ethisch handeln können.

Aber ist egal. Hoffen wir, dass die Wissenschaft in den nächsten Jahren so viel mehr erklären kann, damit alle Religionen weiter in die Enge geschubst werden bis niemand mehr religiös ist. Meiner Meinung nach wurde schon genug erklärt um nicht mehr an eine Religion glauben zu müssen.

Ich kann Gläubige dulden, aber keine Religiösen.

Antwort
von schmidtmechau, 16

Hallo Juli277di,

Insgesamt stimme ich quopiam mit seiner These zu, dass es keine Religionskriege gibt, dass es stattdessen immer um Macht und Besitz geht. Allerdings spielt die Religion in diesem Zusammenhang natürlich häufig doch eine gewisse Rolle.

Es ist ja nie ein ganzes Volk, das an dem Macht- und Besitzzuwachs profitiert, sondern nur seine Herrscher. Der Herrscher braucht aber sein Volk, um einen Krieg zu führen. Und wer wird einfach in den Krieg ziehen, sein Leben riskieren, um den Besitz und die Macht des Fürsten zu mehren. Dazu braucht es etwas mehr. Und dazu ist die Religion ein hervorragendes Mittel.

Denn eben die Behauptung, die Religion habe Wahrheit, lässt sich ganz schnell in Hass verwandeln, wenn man nur deutlich genug macht, dass die anderen diese Wahrheit nicht annehmen wollen, dass sie ungläubig sind. Und Toleranz gegenüber Andersgläubigen ist keine hervorstechende Eigenschaft von Religion.

So ist die Religion immer wieder als Ideologie verwendet worden, um Völker gegeneinander zu hetzen. Und die eigentlichen Gründe sind gerne verschwiegen worden, so dass dann häufig ein Krieg als "Religionskrieg" in den Köpfen hängen bleibt.

Gruß Friedemann

Antwort
von knool, 56

In jeder Religion gibt es leider Personen die von sich behaupten "Im Namen ihres Gottes zu handeln". Ich nehme mal an, sie wohlen dadurch ihren eigenen Status erhören und Respekt von Personen erhalten, die naiv und gottesfürchtig genug sind um alles zu tun was die "Repräsentanten von Gott" verlangen. Hat natürlich auch einiges mit dem Umfeld zu tun in dem sie aufwachsen. Meistens wird diesen Personen schon im frühen Kindesalter eingebläut, was recht ist und was nicht.

Ist alles natürlich nur meine eigene Vermutung.

Antwort
von THULSA, 8

Weil der Mensch sich nur durch den Widerspruch als Mensch zu erweisen vermag. Er ist seine ( und aller Erkenntnisse ) Existenzgrund . Bis hin zur Selbsterkenntnis ( Siehe : Ich bin ich , weil ich nicht du noch irgendetwas anderes bin ; denn , wäre ich du oder irgend etwas anderes , dann wäre ich nicht Ich ! ) . So ist der Krieg zwischen den religiösen Ansichten , also den Menschen , die natürlichste Form des Menschseins ! Wer nun dieser Ansicht widerspricht , bestätigt sie nichts destotrotz in vollem Umfang !!  Was hat das nun mit Gott zu tun ? Alles , denn im Glauben an die Vollkommenheit anerkenne ich den Widerspruch an sich und setze mich über die Entzweiung hinweg ( hier finde die tiefe Weisheit in dem Spruch von der Feindesliebe ) ! Das jedoch zu können vermag der Mensch nicht aus eigener Kraft , da man sich den Glauben " nicht aus den Rippen schneiden " kann ( Eph. 2, 8-9 ) . Doch ändert es nichts an der Tatsache . Aus diesem Grunde nenne ich mich auch > Metasoph < ; ein ungläubiger Mensch , der erkannt hat , was Glauben bedeutet , und diesen sein lebenlang sucht , vielmehr die Kraft des Glaubens !

Antwort
von rr1957, 10

Wie kommst Du auf "friedlich und wahr" ?

Ja, alle behaupten, wahr zu sein, und das impliziert dass dann jeweils die anderen falsch sein müssen. Alle sagen auch, dass sie gut sind, und damit die jeweils anderen böse. Klar! Und falsch und böse muss bekämpft werden.

Das mit "friedlich" ist nicht so klar - normalerweise ist damit immer nur gemeint, dass sie immer behaupten dass die "Bösen" anderen den jeweiligen Streit angefangen haben. Religionen bezeichnen sind nicht grundsätzlich als friedlich, eher im Gegenteil: sie versprechen den Sieg.

Grundsätzlich unterliegen auch Religionen einer Evolution und Selektion - survival of the fittest - und die friedlichen Religionen scheinen überwiegend schon ausgestorben zu sein, falls es sie mal gab.

Antwort
von Skinman, 28

Weil jede Religion, ganz egal was sie behauptet, de facto nur dazu dient, übernatürlichen Wesen die Verantwortung für das eigene Handeln zuschieben zu können, auf das man trotz aller Verbrechen unschuldig bleibe.

Antwort
von Simisu, 30

Eine Religion kann meiner Meinung nach nur so friedlich und wahr sein wie die Menschen, die sie auslegen und -leben. Leider ist es oft einfach, die Religion/ Gottes Willen als Legitimation für Kriege zu verwenden, denn fragen kann Gott/Allah/... ja niemand. Und kaum kritisiert jemand solche Kriege, kann er gleich als ungläubig bezeichnet werden.

Antwort
von Evoluzzer213, 10

Bei den Religionskriegen geht es natürlich immer um die Ausdehnung des eigenen Machtbereiches und um materielle Interessen.

Außerdem können nicht mehrere Religionen gleichzeitig existieren, die alle von sich behaupten, dass sie die einzig wahren wären. Bei dieser speziellen Grundhaltung gibt es natürlich bald Konflikte zwischen den Anhängern verschiedener Religionen, weil alle für sich beanspruchen, die einzig wahre Religion zu sein. Es kann aber leider nur einen auserwählten geben, daher schlagen sich die Anhänger wohl so lange die Köpfe ein, bis nur noch eine Religion übrig sein wird.

Antwort
von Ontario, 1

Religionskriege gibt es eigentlich keine. Es sind immer Auseinandersetzungen mit dem Ziel, Gebiete und Völker zu erorbern. Machtinteresse eben. Bestes Beispiel ist der IS. Die berufen sich zwar auf den Islam, sind im Grunde Terroristen die nur das Ziel haben, möglichst viele Gebiete zu erobern in denen sie dann ihre Macht ausüben. Den Religionsgemeinschaften kann man nicht absprechen, dass sie auch materielle Interessen haben. Ich würde sogar sagen, dass es überwiegend materielle Interessen sind. Sonst könnten die nicht existieren. Die kath. Kirche hat einen Teil ihres Reichtums durch die Ablässe bekommen. Wer gesündigt hat, der konnte sich von seinen Sünden freikaufen, bevorzugt mit Geld. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die grossen Religionen sind allesamt Wirtschaftsunternehmen und verfügen über umfangreiche Mittel. Die Mehrung dieser Mittel steht im Vordergrund. Die Religion eher an zweiter Stelle. Wir zahlen, soweit wir einer Glaubensgemeinschaft angehören Steuern an die Kirche. Dieser Verpflichtung können wir nur entkommen, wenn wir uns aus der Gemeinschaft verabschieden. Das verdeutlicht doch, was hinter dem Deckmantel Religion steckt.

Antwort
von Skeeve1, 31

Weil Religion prima als Vehikel zum Erreichen von politische Ziele mißbraucht werden kann. 

Antwort
von earnest, 11

Das ist ganz einfach. Anhänger verschiedener Religionen verfuhren nach dem Muster: "Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein!" 

Natürlich gab es auch handfeste poltische und wirtschaftliche Interessen: So verdiente sich z.B. Venedig an den Kreuzzügen dumm und dämlich.

Und selbstverständlich wurden eroberte Gebiete geplündert und ausgebeutet. Dafür ist der Dreißigjährige Krieg ein besonders gutes Beispiel. 

Gruß, earnest

Antwort
von quopiam, 38

Es gibt keine Religionskriege und auch keine religiös motivierten Kriege. 

Kriegerische Auseinandersetzungen werden IMMER von anderen Motiven bestimmt und zwar von ganz handfesten: Gebietsbesitz, Machtstreben, Zugang zu Ressourcen, Gier nach Profit und dergleichen.

Die islamische Expansion sollte nicht den Islam verbreiten sondern die Einflußsphäre islamischer Fürsten. Der Islam war ihr Vorwand für die, die sich durch solche Scheinargumente blenden lassen.

Der Dreißigjährige Krieg wurde um die Neuordnung Europas geführt, nicht um den katholischen oder evangelischen Glauben. Alle, die mitmachten, wollten einfach ein Stück vom Kuchen. Aber um gewisse Teile der Bevölkerung zu motivieren, war der "richtige" Glaube gerade recht.

Das kannst Du auf ALLE Kriege anwenden, egal, welchen Dienst an welcher Religion die Kriegführenden dabei für sich reklamieren. Das galt schon im Altertum und es gilt bis heute zum IS. Schau Dir jeden (!) Krieg der Erde an, Du wirst nie einen "Religionskrieg" finden. Gruß, q.

Antwort
von fricktorel, 22

Weil Satan als Chef aller "Religionen" (Offb.12,9) uns Menschen umbringen möchte und es auf diese Weise (Jak.4,1) am einfachsten gelingt (Eph.2,2; 1.Kor.15,26).

Wer ihn aber anbeten will, den lässt er (kurzfristig) am Leben (Offb.13,15).

Dann kommt Gottes "Lösung" (Offb.14,1; 20,2).


Antwort
von Fred4u2, 29

Der Teufel ergötzt sich am Krieg. Man kann die religiös motivierten Kriege auch mit anderen materiellen Gründen (Ehre, Landgewinn, Rohstoffe etc.) erklären. Jedoch auch mit der Sünde des Menschen im allgemeinen, oder auch mit dem Feind Gottes dem Teufel der der Ursprung der Sünde ist. Jede Religon ist friedlich in sich selbst, doch auch anfällig für Machtmissbrauch. Wenn uns die Schweden nicht geholfen hätten wären wir wohl immer noch unter Päpstlicher Knechtschaft geblieben nach der Reformation. "Das größte Ziel des Krieges ist es, unsere unterdrückten Religionsverwandten aus den Klauen des Papstes zu befreien, was uns hoffentlich mit Gottes Gnade gelingen wird", so der schwedische König.  http://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/expansion/europ_expansion/glossar_gesamt_a...

Antwort
von Maximilian65454, 55

Weil jeder anhänger dieser religionen seine für die eine und wahre hält und alles dafür tut um sie den anderen aufzuzwingen

Antwort
von archibaldesel, 34

Was nützt es, wenn die Regligion, aber nicht sie Menschen friedlich sind? 

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