Frage von Evoluzzer213, 74

Wieso haben so viele Menschen Angst vor genmanipulierter Nahrung?

Gerade durch CETA wird dieses Thema ja wieder kontrovers diskutiert, ich kann aber die Angst vor genmanipulierter Nahrung nicht verstehen. Unabhängig davon, dass es der Umwelt nicht immer gut tut, es geht mir wirklich nur darum, wieso man davor Angst haben sollte?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Evoluzzer213,

Schau mal bitte hier:
Gesundheit Biologie

Expertenantwort
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 16

Für den Konsumenten ist in den meisten Fällen kein Vorteil ersichtlich, daher ist ein positives Bild erstmal grundsätzlich schwierig.

Die Angst kommt sicher zum Einen von den hartnäckigen Mythen, die sich um diese Thematik ranken und zum anderen von tatsächlich bisher unbeantworteten Fragen, vor allem zu Auswikrungen auf Ökosysteme.

Das schlimmste bei der Sache finde ich ist aber, dass durch dieses Verhalten hier die Forschung in diesem Bereich immer weiter "wegstirbt" bzw. ins Ausland verlagert wird und damit wird man auch immer schwieriger die noch offenen Fragen objektiv und unabhängig beantworten können.

Antwort
von PWolff, 37

Die meisten haben vermutlich Angst davor, weil in den Medien darüber berichtet wrid, dass so viele davor Angst haben.

Die, die sich etwas informiert haben, haben vermutlich weniger Angst vor der genmanipulierten Nahrung als Nahrung, sondern davor, dass die künstlich veränderten Gene in die Natur ausbüxen und sich dort als schwer bis gar nicht kontrollierbar erweisen.

Nachdem vor 100 Jahren alles, was "wissenschaftlich" war, von vornherein als gut galt (bis dahin, dass Leute freiwillig Radon - ein radioaktives Edelgas - eingeatmet haben), ist das Pendel vor ein paar Jahrzehnten in die andere Richtung ausgeschlagen. Und wird angesichts von Halogenkohlenwasserstoffen (Ozonschicht), Tschernobyl und Fukushima, BSE etc. wohl noch eine Weile dort bleiben.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Es gibt tatsächlich Menschen, die vor Halogenkohlenwasserstoffen Angst haben? Wow...

Kommentar von PWolff ,

Aha. Interessant, auf was für Schlüsse man kommt, wenn man eine erklärende Bemerkung auf Biegen und Brechen mit einem der Stichwörter der Frage in Verbindung bringen will.

(Und ja, ich habe Angst (wenn auch keine akute) vor Halogenkohlenwasserstoffen - Chloroform gehört noch zu den harmloseren.)

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für Nahrung, 5

Hallo! Weil man einfach noch nicht weiß wie sich das auf Dauer auf die Umwelt auswirkt.

Es ist genau genommen ein Experiment mit unserer Zukunft, alles Gute.

Antwort
von Masuya, 30

Hallo Evoluzzer, 

also meine Angst besteht darin, dass alles immer künstlicher wird. Mir liegt die Natürlichkeit am Herzen, vor allem bei Nahrung. Ich will keine Nahrung, wo groß dran rumgebastelt worden ist. 

Außerdem denke ich auch, dass die Pflanzen vorerst resistent sein werden gegen Bakterien und sonstiges.. aber die Bakterien werden sich auch an die Genpflanzen anpassen und somit auch "stärker" werden, eventuell so stark, dass sie Menschen auch schaden zufügen können? 

Dazu will ich auch nicht, dass Tiere weiter genmanipuliert werden.. ich will keine Wachstumshormone aus einem Tier im anderen Tier stecken haben. Wir Menschen sollten lernen, das Fleisch aus Leben besteht und jedes Leben besonders ist.. dadurch, dass wir es aber nicht respektieren, verlieren wir immer mehr den Hang dazu. 

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Schau dir die Menschheit an, die Menschheit ist künstlicher und falscher als es genmanipulierte Nahrung je sein wird.

Natürlich passen sich die Schädlinge an die Genpflanzen an, das ist die Evolution und jeder weiß, dass damit ganz neue Probleme auf uns zu kommen aber das hat nichts mit genmanipulierter Nahrung an sich zu tun.

Was spricht dagegen, Tieren andere Tiere als Kraftfutter zum Verzehr zuzuführen? Leben ist nicht kostbar, wie kommst du darauf?

Wenn Leben kostbar wäre, dann wäre es nicht so unvergleichlich einfach, Leben zu nehmen und zu zerstören. Wir müssen Leben nicht respektieren, wenn wir Tiere mästen und essen wollen, dann tun wir das auch, weil wir stärker als diese Tiere sind.

Kommentar von Masuya ,

Natürlich ist die Menschheit auch schon längst nicht mehr natürlich. Aber da kann jeder noch sehr gut auch selbst entscheiden, wie künstlich man Leben möchte. Man wird auch stark beeinflusst von Hormonen im Essen oder im Trinkwasser.. auf sowas können wir alle nicht mehr zugreifen.. weil wir einfach keine Chance haben dagegen etwas zu tun.. dass es überhaupt so weit kommt. Deswegen finde ich es auch schade, dass Europa jetzt den Vertrag abgeschlossen hat.. denn wir wurden nicht direkt gefragt.. wir können "nur" demonstrieren. 
So zum Essen noch mal.. ich möchte etwas Essen, wo ich weiß, dass es ein normales Lebensmittel ist und kein Mix aus Tomate und Banane oder so. 

Das mit den Schädlingen.. ja das ist Evolution.. aber wir geben den Pflanzen mit der Genmanipulation einen Evolutionsschub. Normalerweise würden Pflanzen nicht so schnell weiter entwickeln und somit auch nicht die Bakterien. 

Natürlich ist Leben kostbar und das hat wohl jedes Tier, außer wir, verstanden. Beziehungsweise gibt es nur wenige Tiere, die ohne Grund Tiere töten, wenn sie töten, dann ein Tier und fressen alles und nicht nur das Filet. 

Außerdem stehen schon längst nicht mehr alle Menschen ganz oben auf der Nahrungskette. Viele wissen nicht einmal, wie man den Ofen zuhause anbekommt, um eine Pizza zu essen.. Wir haben nur das Glück, dass es andere Menschen gibt, die für uns das Essen machen. 

Es wollen ja gar nicht alle Menschen, dass Tiere gemästet werden. Mir reicht es völlig mit meinen Verwandten und Freunden ein Tier zu kaufen und auf dessen Fleisch zu warten. Somit respektiere ich dieses Leben.. ich kenne es, ich habe es gesehen und ich weiß es zu schätzen. 
Ich wurde einfach so aufgezogen, dass ich mit allem Mitgefühl habe, selbst mit der kleinsten Schnecke und Pflanze. Natürlich zerstöre ich auch sehr viel Leben, aber nicht, weil ich es immer wollte. Natürlich töte ich auch Mücken, weil sie mich nerven. Trotzdem finde ich es nicht schön und eigentlich total dämlich sie zu töten, nur weil ich dann nen kleinen juckenden Stich habe, während die Mücke, die Larven gebären könnte.. ja ich hab eine klatsche.. ^^ Erziehung.. 

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Du stellst dir das mit der Gentechnik falsch vor glaube ich. Kreuzungen sind auch in der Natur möglich und erwünscht um die Genvielfalt zu erhöhen, das ist also an sich nicht verwerflich. bedenke mal wie wir die Hunderassen gezüchtet haben, auch durch Kreuzung wurden da arten gezüchtet die sich größter Beliebtheit erfreuen.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Wir essen von Tieren auch mehr als nur das Filet. Ob wir uns selbst ernähren können hat nichts damit zu tun, wir können uns über die Tiere stellen allerdings sind wir nicht intelligent genug um das nachhaltig zu nutzen

Antwort
von voayager, 21

Je blinder man iss, desto weniger Angst tritt auf, das ist wohl klar. Gegenfrage. warum sollte man eigentlich keine Angst vor genmanipulierter Nahrung haben? Dann auch die Frage. seit wann ist es gut gegen die Natur vorzugehen? Es fragt sich auch, wie man denn überblicken kann, welche Auswirkungen Genmanipulationen haben. Dann möchte man auch wissen, warum auf einmal Nahrung genmanipuliert wird und all die Zeit davor nicht. Warum soll eigentlich auf einmal Nahrung genmanipuliert werden? Wer genau hat den Nutzen? Isses eher der Produzent, der so zusätzlich Geld abkassiert oder isses tatsächlich der Konsument? Sollte es der Verbraucher tatsächlich sein, möchte man gern wissen, warum der auf einmal flott profitiert. Sind denn so urplötzlich mehr Vitamine in den Lebensmitteln, mehr Mineralien und warum sollte das der Fall sein? Wird so die Nahrung tatsächlich spottbillig? Ich bezweifle das.

Fazit: man stelle die einfache Frage: "Wem nutzt das". 

Kommentar von Agronom ,

Der Konsument profitiert bisher in den meisten Fällen nur indirekt, so sind z.B. bessere Ökosystemleistungen möglich, die geringere gesellschaftliche Kosten nach sich ziehen. Das setzt aber natürlich auch den sach- und fachgerechten Umgang voraus, der leider oft nicht richtig stattfindet. Direkt profitiert i.d.R. der Anweder der Technologie, also der Landwirt und selbstverständlich auch der Produzent, sonst gäbe es die Produkte ja nicht.

Kommentar von voayager ,

Du sagst es, der Anwender profitiert und natürlich der Produzent, wer wollte das bezweifeln. Dem steht gegenüber das Millionenheer der Verbraucher, die eben nicht profitieren, sondern vielmehr das Risiko einer Nahrungsbeeinträchtigung in Kauf nehmen müssen. Da ich nun mal kein Produzent und auch kein Anwender bin, interessiert mich sehr viel mehr die Auswirkungen für mich als Verbraucher. Oder sollte ich etwa von mir wegabstrahieren? (ich denke nicht im Traum daran)

Kommentar von Agronom ,

Die Vorteile der Anwender sind nunmal auch oftmals Vorteile für den Verbraucher, das wollte ich eigentlich hervorheben. Das sieht man eben nicht auf den ersten Blick als Verbraucher, aber es wird eigentlich von allen gewünscht oder gar gefordert/erwartet, dass die Landwirtschaft nicht als bloßer Produzent fungiert, sondern auch darüber hinaus Umweltleistungen bietet.

Kommentar von voayager ,

Die Schlußfolgerung dass Vorteile für den Anwender per se dann auch Vorteile für den Verbraucher mit sich bringt, erschließt sich mir nicht, zumal du das auch nicht weiter begründest, so dass es zwangsläufig nur eine Behauptung ist.

Kommentar von Agronom ,

Ich sage auch nicht, dass es per se so ist, sondern "oftmals". Es ist auch vielleicht etwas falsch ausgedrückt, wenn ich sage "für den Verbraucher", vielmehr ist es für die ganze Gesellschaft.

Der Züchtungsfrotschritt bringt ganz offensichtlich erstmal mehr Ertrag, d.h. es wird weniger Fläche für die gleiche Produktionsmenge benötigt. Dann gibt es noch qualitative Aspekte, welche die Verarbeitung verbessern und weitere Eigenschaften, die z.B. den Pflanzenschutzeinsatz minimieren und damit auch Arbeit einsparen oder verbesserte Nährstoffnutzungseffizienzen.

Mit all diesen Eigenschaften können Ökosystemleistungen verbessert werden, als das z.B. mehr Fläche in natürlichen Ökosystemen oder Kulturlandschaften erhalten werden können. Auch können Nährstoffverluste gemindert werden und damit z.B. Treibhausgasemissionen wie von Lachgas reduziert werden. All das sind sonst Faktoren die gesellschaftliche Kosten nach sich ziehen und letztlich von der Bevölkerung getragen werden müssen.

Antwort
von paranomaly, 21

Wenn ein Lebewesen genveränderte Nahrung zu sich nimmt, nimmt dies auch Einfluss auf die DNA, verändert diese. Das fand die Epigenetik schon heraus.

Aber das sagen die "guten" Politikern den Bürgern nicht.

Antwort
von Michia12, 26

Weil noch nicht erforscht ist, was für Auswirkungen solche Produkte langfristig auf den menschlichen Körper haben.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Keine, weil alle Proteine und das komplette Erbgut in unserem Magen denaturiert werden. Das passiert ja mit Erbgut und Proteinen unter Säureeinfluss.

Was zersetzt wird, richtet doch auch keinen Schaden mehr an, oder?

Kommentar von linksgewinde ,

Sag das mal den zersetzten Noroviren.....

Kommentar von Agronom ,

Das stimmt so nicht, es gbit z.B. microRNA (miRNA) die regulatoreische Funktionen besitzt, diese kann den Verdauungstrakt überstehen und Auswirkungen auf die Genexpression haben.

Kommentar von Michia12 ,

Ich bin trotzdem skeptisch.

Antwort
von ThomasJNewton, 3

Weil sie den begründeten Verdacht haben, dass da viel gelogen wird?

Angeblich sollen ja genmanipulierte Pflanzen resistent gegen Schädlinge sein, aber vielleicht (=wahrscheinlich) sind sie eher resistent gegen Schädlingsbekämpfungsmittel, sodass man unbedenklich und massenhaft spritzen kann.

Ein dumpfes Misstrauen ist oft dumm, aber nicht immer.

Dass viele "Fortschritte" oft nur ökonomisch sind und nur wenigen dienen, ist ja offensichtlich.

Antwort
von Qochata, 22

weil viele vor geistesgestörtheit angst haben. hast du davor keine angst?

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Was ist das denn für eine Antwort?

Was hat genmanipulierte Nahrung mit einer psychischen Erkrankung zu tun?

Außerdem gibt es mehr als eine "Geisteskrankheit", die menschliche Psyche ist zu komplex um jedes Verhalten, welches von der Norm abweicht, unter diesem Wort abzustempeln.

Kommentar von Qochata ,

lies, was linksgewinde schreibt. so denken halt viele lischen müller-leute

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