Frage von Mynou, 81

Wieso haben die meisten Menschen Angst davor Fehler zu begehen, statt einfach zu versuchen?

Ich frage mich schon seit längerem warum Menschen dazu neigen Dinge gar nicht erst auszuprobieren, sondern direkt davon ausgehen, dass etwas nicht für sie ist oder Urteile über etwas fällen ohne Referenzen aufzuweisen.

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Antwort
von berkersheim, 18

Weil das Leben nicht aus Fehlern vorankommt sondern allzugroße Fehler mit Untergang bestraft. Wenn unsere Steinzeitvorfahren ein Großtier jagen wollten, haben sie sich nicht nur einen Plan gemacht, wie sie die Jagd erfolgreich gestalten wollten, sie haben auch das Risiko abgewogen, überhaupt bei der Jagd erfolgreich zu sein. Wenn dann von 15 verfügbaren Jägern 7 das Leben verlieren konnten, war zwar das Essen der Gruppe für die nächsten 15 Tage gesichert. Doch für die Jagden danach gab es nur noch 8 Jäger und einen solchen Aderlass an guten Jägern konnte sich keine Steinzeitgruppe leisten. Haben sie es trotzdem riskiert, war mit 7 toten Jägern der langsame Untergang der Gruppe besiegelt, es sei denn, man hat einige Alte über die Klippe geschoben und einige starke Frauen zur Jagd mitgenommen, um das Gleichgewicht zwischen Jagenden und Essern wiederherzustellen. Dieses Risikokalkül hat uns das Leben selbst gelehrt. Es hat sich festgesetzt in Ängsten und Sorgen und Bedenken.

Menschen sind je nach Typ unterschiedlich damit behaftet. Das reicht über vernünftige Argumente hinaus tief ins Emotionale. Gut dran ist eine Familie oder Gesellschaft, in der sich beide Teile die Waage halten und letztlich vernünftige Argumente die Emotionen überwiegen. Eine Bedenkenträger-Gesellschaft, in der die ängstlichen Menschen überwiegen, lassen nicht nur von einer riskanten Jagd die Finger, die bleiben aus Sicherheitsgründen in der Höhle. Archeologen finden später dann große Knochenansammlungen ehemals verhungerter Bedenkenträger. Wenn es keine verrückten Pioniere gegeben hätte, wenn man sie als überagiel kalt gestellt hätte, säßen wir heute noch in den Höhlen. Man hört hier schon die Schreie: Wir brauchen keinen Fortschritt um jeden Preis. Risikofreude, d.h. auch mal das Wagnis, Fehler zu machen, ist immer auch eine Frage, wie sehr die eigene Situation als bedrängende empfunden wird oder wie sehr man fürchtet, ein Stück Sicherheit/Bequemlichkeit zu verlieren. Wenn Sicherheit mit Stillstand gleichgesetzt wird und uneingestandenermaßen die erreichte Bequemlichkeit nicht auf' s Spiel gesetzt werden soll, dann kippt die ÖFFENTLICHE MEINUNG zuungunsten der Risikobereitschaft. Dazu tragen erheblich unsere Medien bei. Sie wissen hinterher immer alles besser und erfreuen sich neben den Blut- und Horrormeldungen im Abschießen von Trainern und anderen Leitfiguren, weil man dieses Abschießspiel vom Sessel aus betreiben kann. Dann wird reales Risiko durch Scheinaktivität ersetzt und Sport treiben durch Sport wetten.

Antwort
von implying, 52

vermutlich weil wir von kind auf für fehler bestraft werden, bzw in der schule z.b. an fehlern gemessen und beurteilt werden. der fokus liegt zu sehr auf dem was wir falsch machen, anstatt auf dem was wir richtig machen.

Kommentar von night ,

prägnante Antwort, dank dir habe ich nicht mehr das Bedürfnis anworten zu müssen xD

Antwort
von rotreginak02, 31

"Wat der Bauer nich kennt, dat fritt er nich" trifft zwar auf Menschen zu, die Angst vor allem Neuen haben und daher nur sehr ungern über den Tellerrand schauen...... für viele andere aber überhaupt nicht...sonst gäbe es keinerlei Fortschritt oder persönliche Weiterentwicklung....

Die Verknüpfung mit deinem zweiten Teil der Frage: "oder Urteile über etwas fällen ohne Referenzen aufzuweisen"

verstehe ich überhaupt nicht. 

Antwort
von SenfAbgeberin, 18

Möglicherweise liegt es auch an der Erziehung, in der man für alle Fehler bestraft wird. LG

Antwort
von weissglutanton, 29

Man kann nicht alles versuchen. Manche wollen perfekt sein und fehlerfrei. Es gibt Berufe in denen man keine Fehler machen darf z.B. Pilot, Arzt, Fernsehmoderator, Nachrichtensprecher, Rennfahrer, Chirurg, Lohnbuchhalter u.a.

Antwort
von SarieI, 26

Ist das so? Nur weil du zufälligerweise ein paar Leute kennst, auf die das so zutrifft, bedeutet dies noch lange nicht, dass das auf den Großteil der Menschen zutrifft. Ich beispeilsweise kenne genug Leute, die auch einfach mal was versuchen.

Antwort
von Hamburger02, 6

Wer viel arbeitet, macht viele Fehler.

Wer wenig arbeitet, macht wenig Fehler.

Wer keine Fehler macht, wird befördert.

Antwort
von fernandoHuart, 13

Erziehung und Erfahrung.

Referenzen sind nicht unbedingt nötig, nur in bestimmte Kreisen nützlich.

Antwort
von kinglion6200, 14

Weil der Mensch etwas zu verlieren hat :)

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