Frage von DerderMathemag, 137

Wieso haben alle was gegen Mathe?

Expertenantwort
von Willy1729, Community-Experte für Mathematik, 73

Hallo,

wenn alle etwas gegen Mathe hätten, dann würde sich wohl niemand auf der Welt mit dieser Mat(h)erie beschäftigen. 

Es gibt viele Menschen auf der Welt, die von der Beschäftigung mit Zahlen fasziniert sind. Du darfst Deine Umfrage natürlich nicht unter lauter frustrierten Matheschülern, die von noch frustrierteren Lehrern unterrichtet werden, machen - das ist wenig repräsentativ.

Ich glaube, daß vielen der Spaß an Mathe dadurch genommen wird, daß an den Schulen viel zu wenig Zeit zur Verfügung steht, um wirklich in die Materie einzudringen und daß nur noch zweckgebunden unterrichtet wird; sprich: Du wirst auf das Bestehen der nächsten Klassenarbeit getrimmt. Du knallst Dir ein paar Formeln in die Birne, hast keine Ahnung, woher sie kommen und wozu sie alles zu gebrauchen sind, rätst im Test hoffentlich die richtige, setzt ein paar Werte ein und das war's. So kannst Du natürlich keinen Spaß an der Sache bekommen. Matheunterricht sollte frei von irgendwelchen Noten und Zwängen sein, sondern einfach die Freude am Denken, am Erkennen von Zusammenhängen und an Logik vermitteln. Aber das ist in unserem Bildungssystem, in dem junge Menschen zu roboterhaften und karrieregeilen Fachidioten herangezüchtet werden, während andere, die sich diesem System nicht anpassen können, durch den Rost fallen, natürlich nicht hinzubekommen.

Ich hoffe aber, daß es die Schulen nicht schaffen, auch den letzten Rest an Kreativität und Lebensfreude zu vernichten. Noch gibt es engagierte und fähige Lehrer, die sich der geistzersetzenden Bildungspolitik widersetzen.

Herzliche Grüße,

Willy

Kommentar von Rubezahl2000 ,

Danke! Du sprichst mir aus der Seele!
Es ist richtig traurig, wie viele unmotivierte Mathelehrer nur Mathe-Frust bei den Schülern produzieren, anstatt Begeisterung zu wecken für die faszinierende Welt der Mathematik.

Kommentar von AnnnaNymous ,

Schlimm - diese Mathelehrer^^

Kommentar von Willy1729 ,

Mein Zorn richtet sich dabei weniger gegen die armen Lehrer als auf Bildungspolitiker, die immer wieder neue Säue durchs Dorf treiben und immer wieder neue Richtlinien ausbrüten. Ich glaube, daß viele Lehrer im Schulalltag ihren anfänglichen Idealismus verlieren und irgendwann einfach nur noch ihren Stoff durchziehen. Ich glaube aber auch, daß ein hervorragender Mathematiker noch lange kein hervorragender Lehrer sein muß. Ich hatte das Glück, damals einen älteren Mathelehrer zu haben, der zwar fachfremd war, der aber soviel Liebe zu dem Stoff besaß und soviel Freude am Unterrichten, daß der Funke einfach übersprang und bei mir auch nach fast einem halben Jahrhundert noch nicht erloschen ist. Auch wenn mein Beruf nichts mit Mathe zu tun hatte, bin ich nach wie vor begeistert von dieser Wissenschaft, auch wenn ich mich immer noch in den Niederungen aufhalte und die Gipfel nur von ferne bestaunen kann.

Alles Gute,

Willy

Kommentar von kepfIe ,
Ich glaube aber auch, daß ein hervorragender Mathematiker noch lange kein hervorragender Lehrer sein muß  

Danke! Ich bin, wie manche hier eventuell wissen, selber Mathestudent. Ich bin durchschnittlich geht, jetzt nich so der ultra Überflieger, aber es reicht. Ich kann trotzdem nicht erklären, und will das auch gar nicht. Wenn ich ehrlich bin, jedes mal wenn ich hier ne Frage zu binomischen Formeln oder so was ganz ganz einfachem sehe werd ich sogar leicht beleidigt (aggressiv will ichs nich nennen), weil sowas für mich praktisch selbstverständlich ist sowas zu können (ich hatte nie vor Lehrer zu werden). Das was ich im Studium lern übersteigt das Schulmathe um ein Vielfaches (auch auf Lehramt), "echte" Mathematiker die Lehrer werden würden würden sich kaputtlangweilen und wirklich irgendwann zu schlechten Lehrern werden. Und ich denke deshalb gibt es auch nicht allzu viele gute Mathelehrer.  

Die Gedanken hier sind jetzt alle irgendwie drunter und drüber, aber ich hatte das Bedürfniss das jetzt mal so nuederzuschreiben.

Kommentar von Willy1729 ,

Wie gesagt, der beste Mathelehrer, den ich hatte, war fachfremd und hat nie Mathe studiert. Er konnte nachvollziehen, womit Schüler Schwierigkeiten haben und eben deshalb gut erklären. Ich verstehe auch nicht, wieso sich Lehramtsstudenten im Studium mit Stoff befassen müssen, der weit über das hinausgeht, was sie jemals den Schülern beibringen werden. Auf diese Weise bleiben wohl viele motivierte und begabte zukünftige Pädagogen auf der Strecke, weil sie auf einem Gebiet versagt haben, das mit ihrem angestrebten Beruf nicht das Geringste zu tun hat. Mein Nachhilfeschüler hat eine junge Lehrerin, die an der Uni sicher keine Probleme hatte, sich aber nicht die Mühe macht, ihren Schülern groß etwas zu erklären. Sie werden mit Arbeitsblättern zugepflastert, bekommen in jeder Mathestunde zu hören, was für Idioten sie doch sind und daß die Tochter der Lehrerin - obwohl jünger - sie alle in die Tasche steckt.

Das Motto lautet anscheinend: Mathematik muß man nicht lernen; Mathematik kann man. Und wer sie nicht beherrscht, ist eh zu blöd, um sie zu begreifen. Warum sich also Mühe geben?

So wird Haß auf Mathe in junge Köpfe gepflanzt. Vielleicht hat das auch Methode: Man möchte unter sich bleiben wie die alten Pythagoräer, die ihre Erkenntnisse geheimhielten und jedes Ausplaudern unter schwerste Strafen stellten.

Heutzutage funktioniert dies anders:

Erzähle den Leuten was von Mathe, aber mach es so kompliziert, in einem so hochnäsigen und verächtlichen Ton (Professor Snape läßt grüßen), daß sie bald das Interesse verlieren, sich mit einer Vier minus auf dem Zeugnis zufriedengeben und sich trollen. 

Naja, ich übertreibe. Hier auf GF hat man eben mehr mit den Frustrierten als mit denen, die sich den Spaß nicht verderben lassen, zu tun, das verzerrt die Sicht auf die Dinge manchmal ein wenig.

Ein Hoch auf alle Lehrerinnen und Lehrer, die sich nicht kleinkriegen lassen und Tag für Tag, Jahr um Jahr beweisen, daß Mathematik eben doch lehr- und lernbar ist - auch für Nicht-Genies.

Alles Gute,

Willy

Kommentar von Meganx123 ,

Also unsere Mathelehrer sind total motiviert und man bemerkt bei Ihnen richtig die Begeisterung an der Sache. Manchmal halten wir uns auch nicht an den Lehrplan und machen dann die Herleitung irgendwelcher Beweise, was voll Spaß macht, aber die Schüler, die kein Mathe mögen sind hier auch wenig begeistert

Antwort
von Rubezahl2000, 31

Nicht alle, aber viel zu viele - leider :-(

Ich denke, dass es an unmotivierten, unfähigen Mathelehrern und ungeeigneten Lehrplänen liegt.
Die produzieren Mathe-Frust statt Mathe-Begeisterung bei den Schülern :-(

Dabei ist Mathematik so faszinierend - wenn man die Zusammenhänge erst mal richtig verstanden hat.

Antwort
von AnnnaNymous, 89

Ich mag Mathe auch - aber es ist wohl allgemein üblich, damit zu kokettieren, dass man früher in Mathe schlecht war. Gefällt mir auch nicht, ist aber leider so.

Antwort
von Tragosso, 36

Alle sicherlich nicht, sonst würden sich nicht so viele dafür interessieren und es sogar studieren. Ich habe was gegen Mathe, weil ich an Dyskalkulie leide.

Antwort
von BVBDortmund1909, 57

Weil sie's nicht verstehen,da sie nicht aufpassen.Dabei ist Mathe das wichtigste Fach.Ich mag Mathe;)

Antwort
von ich313313, 36

Hab ich nicht, Mathe ist (zumindest in der Schule noch) ziemlich einfach. ;)

Expertenantwort
von Volens, Community-Experte für Mathematik, 13

Verstehe ich auch nicht!

Stimmt aber schon.
Viele haben etwas gegen Mathe.
Aber keiner was Wirksames!

Antwort
von NomiiAnn, 63

Ich liebe Mathe!

Antwort
von Ninamarie12, 54

Ich nicht 😅

Antwort
von AlderMoo, 40

Es haben nicht alle was gegen Mathe.

Mathe ist streng logisch und von daher superinteressant.

Kommentar von DerderMathemag ,

Viele die ich kenne hassen Mathe . 

Antwort
von Kodringer, 62

stimmt ja nicht

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten