Frage von Cinder67, 46

Wieso habe ich so viel über meine Oma vergessen?

Meine Oma ist vor 2 Jahren gestorben und hatte davor schon jahrelang viele Krankheiten. Irgendeine hat sie dann getötet. Da fängt es schon an; ich weiß nicht mehr, woran sie eigentlich gestorben ist. Ich habe meine Oma geliebt und auch oft gesehen vor ihrem Tod, danach war ich am Boden zerstört, aber jetzt kann ich euch nur wirklich vage sagen, wieso sie sterben musste. Ich mache gerade ein Praktikum bei der Physiotherapie und habe Patienten gesehen, bei denen ich plötzlich ein Dèjà-vu hatte, weil meine Oma dieselben Krankheiten hatte. Das ist mir aber erst in diesem Moment wieder eingefallen und sicher war ich mir auch nicht. Und obwohl ich meine Oma jede Woche mindestens einmal gesehen habe, habe ich nicht mehr viele Erinnerungen an sie, außer dass sie mir früher, vor Jahren, oft Geschichten von ihrer Zeit in Afrika erzählt hat. Ist sowas normal? Und woran liegt das? Wieso ist mir das nicht früher aufgefallen?

Antwort
von derhandkuss, 27

Auch ich bin früher regelmäßig zu meiner Oma gegangen (bzw. mit dem Auto gefahren), habe mit ihr zusammen Einkäufe erledigt, habe ihr Zeitungen vorbei gebracht, bin mit ihr zum Friedhof gefahren etc. Nun ist meine Oma schon vor fast 25 Jahren verstorben. Die ersten Monate habe ich sie natürlich vermisst. Doch je länger sie verstorben war, desto mehr gingen alltägliche Erinnerungen verloren. Das ist sicher irgendwo normal. Denn Dein Leben geht weiter. Du hast zwar Erinnerungen, lebst aber nicht in der Vergangenheit (für die Vergangen-heit?) Erinnerungen kann man sich zwar bewahren, sollte aber gleichwohl stets in die Zukunft schauen.

Antwort
von Virginia47, 11

Das ist normal. 

Du hast erfolgreich verdrängt, sie so leiden zu sehen. Und erinnerst dich nur noch an die angenehmen Zusammenkünfte.

Das ist so eine Art Selbstschutz des Körpers, um nicht an den negativen Erfahrungen zu zerbrechen. 

Meine Tochter ist mit 17 Jahren gestorben. Und sie allgegenwärtig. Aber auch da habe ich fast ausschließlich die guten Erlebnisse in Erinnerung. Und das beruhigt mich: Sie hatte zwar ein kurzes, aber ein schönes Leben. So konnte ich lernen, damit zu leben - ohne daran zu zerbrechen. 

Kommentar von Cinder67 ,

Danke für deine Antwort und mein Beileid.

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