Frage von SzaboNemesis, 118

Wieso gibt es trotz der UN noch Kriege?

Wieso gibt es trotz der UN noch Kriege? Selbst die Länder mit Vetorecht befinden sich immer wieder in Kriegen eigener Interessen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Juli277di, 71

Die UNO wurde von drei bis vier Ländern zur Bekämpfungdes deutschen Reichs gegründet. Eswaren die Länder die sich im zweiten Weltkrieg gegen das Dritte Reichverbündeten. Diese Länder formten den Sicherheitsrat und wurden permanente Mitglieder mit Vetorecht. Die UNO wurdeim Sinn dieser drei Länder gegründet (Sowjetunion, Vereinigte Staaten undVereinigtes Königreich) und gegen Deutschland anzugehen.
Die Einführung sagt, dass alle Länder, groß oderklein, gleichberechtigt sind. Bestehtdiese Gleichberechtigung wenn es um die permanenten Sitze im Sicherheitsratgeht? Haben alle Länder das Vetorecht?  Nein.

65 Kriege sind seit der Gründung der UNO und desSicherheitsrates, ausgebrochen- 65 Kriege mit Millionen mehr Opfer als imZeiten Weltkrieg.  Sind diese Kriegeim Sinne des gemeinsamen Wohles? Nein, sie waren im Interesse von ein paar Ländern und nicht im Interesse desgemeinsamen Wohles. Acht große, erbitterte Kriege mit mehr als 2 Millionen Opfer sind von Vetorechtmitgliedern geführt worden. Diese Länder machen uns vor, sie würden die Souveränität von Ländernverteidigen und in Wirklichkeit unterdrücken sie deren Leute. Vier Länder gaben sich selber dieses Privileg (USA,Russland, Großbritannien, China,heute noch: Frankreich). Die Supermächte haben komplizierte, globale Interessenund sie benutzen das Vetorecht um diese Ziele zu verteidigen.

Auch die Urteile desInternationalen Gerichtshofes, die internationalen juridischenInstitutionen, haben nur kleine undDrittwelt Länder im Visier. Mächtige Länder werden entweder vom Gerichtshofübersehen oder die Urteile werden nicht eingehalten.

Wir müssen uns, auf die Einführung von Demokratie,durch Gleichberechtigung vonMitgliedstaaten, konzentrieren. Es muss Gleichberechtigung zwischen denMitgliedstaaten herrschen. Die Lösung ist Demokratie auf Weltebene zu pflegen, indemdie Handlungsmacht des Sicherheitsrates, der Generalversammlung übertragenwird. Der Sicherheitsrat würde dann ausschließlich Entscheidungen derGeneralversammlung, vollziehen. Dies wäre dann sozusagen, das Parlament, dieLegislative der Welt.

LG

Kommentar von SzaboNemesis ,

Exzellente Antwort!

Kommentar von Jonas711 ,

Kannst aber ruhig auch dabei schreiben, dass das von Muammar al-Gaddafi stammt...

Kommentar von Bodesurry ,

Tönt von der Theorie her sehr gut. Würde  leider am Veto der Großmächte scheitern.

Antwort
von BTyker99, 30

Zumindest im Sinne der Vetomächte ist die UN nicht dafür da, Kriege zu verhindern. Sie wird als strategisches Mittel verwendet, um die jeweils eigenen Interessen durchzusetzen.

Soweit ich weiß, wurde die UN in den letzten Jahrzehnten auch insgesamt in ihrer Bedeutung geschwächt, was eventuell mittels einer Kürzung der Finanzierung durchgeführt worden ist. Beispiel ist auch die finanzielle Versorgung des UNHCR (durch die Flüchtlingsversorgung vor Ort sichergestellt wurde), die stark zusammengestrichen worden ist, vermutlich um die Flüchtlingsströme auszulösen. Aber das ist in gewisser Weise noch eine Verschwörungstheorie, weil unsere Regierung, bzw. die anderen Regierungen das natürlich nicht so direkt zugeben.

Antwort
von zetra, 51

Die UN hat ein Problem. Etliche Länder (die Großen) haben ein Vetorecht, können somit Beschlüsse blockieren. Die Beamten, die die im Gremium sitzen beziehen Gehalt, welches durch Mitgliederbeiträge finanziert wird.

Passt z.B. der USA (ist passiert) ein Beschluss nicht, lassen sie einfach die Beitragszahlung fallen und setzen somit die UN unter Druck.

Somit haben die "Großen" Narrenfreiheit, brechen Händel nach belieben vom Zaun. Siehe Den Haag, hier geht es beim internationalen Gerichtshof, genauso zu, die "Kleinen" sperrt man ein, an die "Großen" kommen sie nicht heran.

Antwort
von latifri, 59

Weil die, die Einfluss haben, auf die UN sch**ßen und lieber ihre eigenen Interessen verfolgen. 

Antwort
von soissesPDF, 17

Weil der Mensch nur gelernt hat wie man Kriege beginnt. Wie man Kriege beendet ist nicht Stand der menschlichen Entwicklung und Erkenntnis.

Antwort
von voayager, 26

Im Sicherheitsrat sitzen Mitglieder, die recht unterschiedliche Interessen verfolgen, daher ist dieses Gremium oftmals uneinig.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 34

Die UN mag nicht alle Kriege verhindert haben seit ihrer Gründng. Aber sie hat etliche verhindert und dafür gesorgt, dass die, die geführt wurden, unter einigermaßen zivilisierten Bedingungen geführt und letztlich beendet wurden.

Kommentar von zetra ,

Du meinst sicherlich die Angriffskriege, die sie nicht verhindern konnten?

Kommentar von atzef ,

Ja, natürlich. Aber im Laufe ihres Bestehens hat die UN eigentlich dafür mitgesorgt, dass Kriege immer seltener geführt werden.

Seit dem Ende des Vietnamkrieges hat es Kriege zwischen Staaten eigentlich nur noch sehr wenige gegeben...

Die Golfkriege zwischen den USA und dem Irak, Irak-Iran, der Westen gegen das von den Taliban regierte Afghanistan.

Daneben gibt es natürlich noch viele asymetrische Konflikte.

Aber auch hier schafft die UN einen Rahmen, der gegen Krieg und Kriegsverbrechen wirkt.

Insofern ist die UN sicherlich eine Erfolgsstory.

Kommentar von zetra ,

Ich wiederhole mich, die UN ist leider abhängig, somit nimmt(muss) sie Rücksichten auf die Beitragszahler nehmen. Ansonsten natürlich besser wie nichts.

Kommentar von atzef ,

Ja, weit besser und weit erfolgreicher als ein Zustand ohne UN. Generell finde ich es auch vollkommen abwegig, Leuten oder Organisationen oder Institutionen oder hier Staaten "vorzuwerfen", dass sie Interessenn verfolgen.

Genau darum geht es ja in der UN-Diplomatie: divergierende Interessen möglichst fair und unter Verzicht auf kriegerische Mittel und Methoden zwischen den Staaten auszugleichen.

Und da ist der von der UN etablierte Standard schon sehr ansprechend!

Kommentar von zetra ,

Reagen hatte seiner Zeit die UN zu Eingeständnisse gezwungen.

Die Finanzierung der UN müsste von zentraler Stelle erfolgen und dürfte nicht den "Launen" einzelner Länder ausgesetzt werden, dann wäre der Zustand ideal.

Kommentar von atzef ,

Wer soll diese "zentrale Stelle" sein und woher bekäme die ihr Geld?

Im übrigen zahlen die USA als einzige derzeit den Höchstbetrag von 22 %.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Nationen#Budget_und_Finanzierung

Kommentar von zetra ,

Unter Reagans fing die Zurückhaltung der Beiträge an, bis Bush waren es über 1,5 Milliarden $. Genau dieser Artikel sagt das aus, somit sind alle Fakten, die zur Einschränkung der Arbeit der UN genannt. 

Wie man die USA zu ihren Zahlungen verpflichten könnte, darüber müssen andere Entscheiden, allerdings diese Zahlungen als Druckmittel zu verwenden ist zutiefst unmoralisch und typisch. 

Kommentar von atzef ,

Unter Clinton haben die USA ihre Rückstände beglichen und sind seither größter Finanzier der UN.

Kommentar von zetra ,

Das entschuldigt die vorherige Erpressung aber nicht. Sie sagen doch selber, sie sind die "Größten", somit müssen sie zwangsläufig auch die größten Zahler sein.

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