Frage von Ichmagdichsarah, 54

Wieso gibt es Staaten oder Königreiche?

Wieso hat sich sowas entwickelt? Die Chefs müssen den Bürgern doch irgendwie etwas versprochen haben, zum Beispiel, "wenn du unter meinen Regeln lebst und in meinem Land und einen Teil deines Geldes mir gibst, dann beschütze ich dir mit meiner Armee"...

Macht aber keinen Sinn, da sich richtige Kriegsheere ja erst viel später gebildet haben und man selbst in den Krieg musste.

Welche versprechen hat also ein König den Leuten gegeben, sodass sie unter seinen Regeln leben? Und wa hat sich der König wiederrum von seiner Herrschaft versprochen? Und welchen Sinn haben Staaten heute noch, Bzw. warum neigen wir uns dem Staat, was macht er für uns?

PS: Keine Hausaufgabe...

Antwort
von voayager, 27

Nehmen wir die Staaten, Königreiche kann man sich schenken, da ja unter Ersteren fallend. Mit der privaten Aneignung an Produktionsmitteln entstanden die ersten Klassen, die man bei Kulturbeginn noch nicht als solche bezeichnete, dennoch gab es sie. Mit der Entwicklung der Klassen entstand ein Oben und ein Unten, wie es zuvor nicht gab. Zu ihrer Herrschaftsabsicherung sowie effizienter ökonomishcer und administrativer Gestaltung schufen sich die Besitzenden einen Verwaltungsapparat, aus dem dann zwangsläufig ein Staatsgebilde sich herausschälte, das sich stetig vervollkommnete.

Antwort
von hertajess, 18

Die Historiker gehen heute davon aus dass wir Menschen soziale Wesen sind. Zunächst haben die Männer sich nicht um Kinder, Ehe und so Zeug gekümmert. Sie streiften mehr herum als die Frauen. Sie blieben bei den Frauen bis diese sich nach einer Geburt wieder selbst versorgen konnten. Dann fiel ihnen auf dass ja auch ein anderer Mann Vater sein könnte. Um also Gewissheit zu haben blieben sie nun ganz bei den Frauen, Familien wie wir sie heute kennen entstanden. Familien blieben  miteinander in Kontakt, es entstanden die ersten Dörfer. Ein soziales Wesen braucht eine gewisse Ordnung. Jedes Mitglied einer sozialen Gemeinschaft hat seine Aufgaben. 

Weiter gehen Historiker heute davon aus dass nach der Sesshaftwerdung für eine Person etwa zwei Quadratkilometer zum Überleben notwendig waren. Da die größere Gemeinschaft eine höhere Geburtenrate ermöglichte und es zu Klimaveränderungen kam musste Wanderschaft erneut betrieben werden. Dabei stießen die Wandernden auf andere Menschen. Die ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen fingen an. Es ergab sich die Notwendigkeit Strategien zu entwickeln, eine Struktur für Kämpfe zu haben. Es wurde notwendig Kämpfer besonders zu unterstützen zum Wohl der Allgemeinheit. So wurde wohl zunächst Naturalzins gezahlt um überleben zu können. Wir sind noch in der Dorfstruktur. 

Dann wurde festgestellt dass Handel eine feine Sache sein könne. Es kam zu noch mehr Spezialisierungen. Weiter entstand eine größere Sozialstruktur. Diese Spezialisierungen führten zu allgemeiner Übereinstimmung dass eben dazu geeignete Menschen entsprechende Stellungen innehatten. Händler machten sich nachvollziehbar nur auf den Weg wenn sie sicher sein konnten dass ihre Familie die Jahre welche sie auf Wanderschaft waren beschützt waren. Zu dieser Zeit gab es in der Regel noch kein Geld als feste Tauschware. Einige Historiker gehen davon aus dass z.B. Schweinerassen einen festen Wert hatten gegen den getauscht wurde. 

Du findest Details auf youtube wenn Du nach Videos von Arte zur Geschichte mit unterschiedlichen Bezeichnungen suchst. Es gibt mehrere Reihen die durchaus interessant sind. Weiter dürftest Du im Archiv des Deutschlandfunk zur Thematik fündig werden. 

Herrscher zu haben macht also durchaus Sinn für das gesamte Volk. So lange wie sich die Herrschenden nach dem Willen des Volkes ausrichten. Müsste unsere Regierung laut Grundgesetz auch. Bei uns klafft aber zwischen Schein und Sein eine erhebliche Lücke. Die wir geschaffen haben weil wir sie zulassen, und nicht kümmern, keinen Willen äußern auf eine Weise dass er nicht ignoriert werden kann, wir uns einseifen lassen seit Bestehen der Republiken. 

Antwort
von JBEZorg, 21

 "wenn du unter meinen Regeln lebst und in meinem Land und einen Teil deines Geldes mir gibst, dann beschütze ich dir mit meiner Armee"

Das ist schon ein Paar Stufen nach den ursprünglichen Systemen. So wie du es schreibst beschreibt gut as feudale System. Mit diversen Kriegern, die in unterschielichen Ländern unterschiedlich hiessen, die die Bauern beschützten, die sie dafür unterhalten haben. Es gab zig unterschiedliche Formen in verschiedenen Teilen der Welt. Die Grundidee war gleich. Menschen die sesshaft die Felder bestellten hatten keine Möglichkeit sich zu schützen vor Angriffen. Manchmal war das Verhältnis zwischen Bauern und Kriegern ziemlich egalitär und gerecht, manchmal haben die Krieger ein klare Ausbeuterposition eingenommen.

So haben sich die Staaten herausgebildet. Zu feudalen Zeiten gab es noch keine so klaren Staatsgrenzen. Die kleineren Herren aus der Kriegerkaste haben oft die Allianzen gewechselt. Aber im Grunde gab es Konglomerate von solchen feudalen Herrschern, die bestimmte Gebiete kontrollieren konnten. Übriigens waren damals teilweise auch die Bauern relativ freizügig und konnten ja nachem unter welchem Herrscher es ihnen besser ging "umziehen". Das stimulierte auch den Herrscher gut zu den Bauern zu sein. Wer mehr Bauern hatte, hatte auch mehr Reichtum und konnte evtl. auch eine grössere Armee aufstellen. Gerade die Einschränkung der Freizügigkeit war ein grosser Einschnitt ab den die Bauern ihr indirektes Mitspracherecht verloren haben.

Antwort
von MatthiasK1, 46

Die ersten Königreiche gehen bereits auf das alte Sumer zurück. Da gibt es auch einen religiösen Aspekt dazu. Die Könige galten damals, wie auch später die ägyptischen Pharaonen, als Abkömmlinge der Götter, wo ein Elternteil als göttlich und einer als menschlich angesehen wurde.

Antwort
von ElizabethI, 49

Hi,

Hauptsächlich Schutz. Der Herrscher ist verpflichtet, seine Untertanen zu beschützen. Die Untertanen sind im Gegenzug zur Treue verpflichtet. 

-E

Kommentar von Ichmagdichsarah ,

Musste früher, also vor 100x Jahren nicht eh jeder in den Krieg?

Kommentar von ElizabethI ,

Moment, von welcher Zeit sprechen wir? Vor 100 Jahren gab es längst Nationalstaaten, da musste nix mehr entstehen... Da bist du im Bereich "Entstehung der Nationalstaaten", und das würde ich einfach mal bei Google eingeben. Ich war jetzt von den Königreichen des frühen Mittelalters und Altertums ausgegangen.

Kommentar von Ichmagdichsarah ,

Ich weiß nicht genau. Sowohl, als auch. Und war es nicht so, dass jeder Erwachsene Mann kämpfen musste? ( Klar, Kinder Frauen und alte hatten natürlich Schutz )

Kommentar von ElizabethI ,

Was hast du denn immer mit kämpfen? Eine der Funktionen eines Staates ist es, nicht mehr dauernd zu kämpfen, deswegen spricht man auch davon, ein Reich zu "befrieden"...

Kommentar von Ichmagdichsarah ,

Aber die anderen greifen ja immer an. Also die anderen Staaten. Klar, untereinander soll man nicht mehr kämpfen.

Kommentar von ElizabethI ,

Nochmal: Von welcher ZEIT sprichst du???
Du kannst nicht 2500 Jahre abendländische Geschichte in einen Topf werfen, so funktioniert Geschichte nicht...!

Kommentar von Ichmagdichsarah ,

Renaissance oder Mittelalter :)

Kommentar von ElizabethI ,

Ok. Also gehe ich mal von der frühen Neuzeit aus. Damals war ein Krieg durchaus nicht immer "ein Staat gegen den anderen". Sehr oft gab es auch Kriege zwischen Religionsgruppen (Reformation!) oder zwischen verfeindeten Fürsten aus demselben Königreich (Erbfolgekriege), und in dieser Zeit natürlich auch gerne innerhalb der Hanse. 

Und du stellst dir das zu leicht vor. Es gab kein Einwohnermeldeamt, wo der Fürst dann sagen konnte, alle Männer müssen jetzt aber kämpfen. Es gab ein Heer. Soldaten. Der Fürst hat nicht jeden Roggenbauern mit einer Mistgabel angefordert, das war nur bei den großen Kriegen der Fall.

Kommentar von Ichmagdichsarah ,

Achso, Danke :) Soweit ich weiß haben sich diese Heeren aus Berufsoldaten auch erst in dieser Zeit entwickelt oder?

Kommentar von ElizabethI ,

Hast du schon mal was von der römischen Legion gehört? Vom ägyptischen Heer? 

Kommentar von mm78pr ,

Wenn man jetzt mal unseren Deutschen Staat betrachtet und in die Zeit zurück geht dann stellt man fest das es sehr sehr viele kleine Reiche gab die sich auch teilweise untereinander bekämpft haben. In Zeiten des Friedens war der Handel sehr kompliziert weil jedes Reich seine eigenen Gesetze hatte ...

Irgendwann hat man es dann geschafft und sich an einen Tisch gesetzt und die einzelnen kleinen Reiche oder Kleinstaaten zu einem Deutschen Staat zusammengefasst. Was bedeutet hatte das man sich besser nach aussen verteidigen konnte, die inneren Streitigkeiten wurden beseitigt und der Handel wurde vereinfacht.

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